04.12.2011

Auch im elften Spiel in Folge gelang den Löwen kein Auswärtssieg auf dem Aachener Tivoli. Dabei fehlten gerade einmal acht Minuten. Stefan Buck hatte die Sechzger in Führung gebracht (41.), die Sergui Radu zwei Minuten später ausglich (43.). Nach der erneuten Führung durch Stefan Aigner (76.) traf Bas Sibum in der 83. Minute zum Endstand. Bitter für die Löwen: Dem 2:2 ging ein ungeahndetes Foul von Benjamin Auer an Necat Aygün voraus.
Personal: Löwen-Trainer Reiner Maurer musste in Aachen auf Bobby Wood (Meniskus-OP), Sandro Kaiser (Adduktorenprobleme), Benjamin Schwarz (Aufbautraining nach Knieverletzung), Arne Feick (Außenbandriss im Sprunggelenk) und Daniel Halfar (Schambeinreizung) verzichten. Stefan Aigner saß leicht angeschlagen nur auf der Bank. Für ihn rückte Djordje Rakic ins rechte Mittelfeld, Daniel Bierofka spielte wieder auf der linken Mittelfeldseite. Die Doppel-Sechs bildeten Kai Bülow und Dominik Stahl. Auf der linken Verteidigerposition erhielt Stefan Buck den Vorzug gegenüber Collin Benjamin.
Spielverlauf: Die Alemannia versuchte die Löwen von Beginn an unter Druck zu setzen und besaß in der 2. Minute die erste gute Chance. Nach einem langen Einwurf von Timo Achenbach kam Shervin Radjabali-Fardi am linken Torraumeck ans Leder, konnte es aber nicht entscheidend kontrollieren. Wesentlich besser war die Möglichkeit der Sechzger drei Minuten später. Kai Bülow hatte den Ball schön durchgesteckt, Kevin Volland enteilte im Zentrum Tobias Feistenhammel, setzte seinen Schuss von der Strafraumgrenze freistehend vor Keeper Boy Waterman aber links neben das Tor (5.). Auf der Gegenseite versuchte es Benjamin Auer mit einem Schuss aus 20 Metern, der aber knapp übers rechte Kreuzeck ging (8.). Fast eine Viertelstunde passierte danach wenig vor den beiden Toren. Dann bekamen die Löwen einen Freistoß aus halblinker Position, den Daniel Bierofka Richtung rechten Pfosten drehte, Stefan Buck und Benjamin Lauth stiegen gemeinsam hoch, Buck kam zwar ans Leder, köpfte den Ball aber knapp übers Tor (22.). Auf der anderen Seite kam Radjabali-Fardi auf der linken Seite ungehindert zum Flanken, Auer konnte freistehend aus elf Meter köpfen, traf aber nur den linken Innenpfosten (23.). Die dritte Großchance in nur 90 Sekunden gehörte erneut den Löwen. Einen Bierofka-Freistoß verlängerte Rakic auf Lauth, der aber aus acht Metern nicht mehr genug Druck hinter seinen Kopfball brachte, sodass Waterman abwehren konnte (26.). Als nächstes waren wieder die Aachener an der Reihe. Reinhold Yabo drang rechts in den Strafraum ein, ging fast bis zur Grundlinie, täuschte einen Schuss an, ließ damit Christopher Schindler aussteigen. Anschließend legte der Alemanne mit viel Übersicht zurück auf Sergui-Marian Radu der etwas zu lange mit dem Abschluss zögerte. Buck sprang dazwischen, blockte den 13-Meter-Schuss (29.). In der 36. Minute wollte Bierofka mit einem scharf getretenen Freistoß von der linken Strafraumseite Waterman überraschen, doch der Alemannen-Keeper lenkte den gefährlichen Schuss mit einer Hand über die Querlatte. Machtlos war Waterman fünf Minuten später. Bierofka hatte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum geflankt, Buck konnte sich im Kopfballduell gegen drei Aachener durchsetzen, traf aus neun Metern zum 1:0 ins rechte Eck (41.). Lange dauerte die Freude über die 1860-Führung jedoch nicht. Zwei Minuten später konterten die Schwarz-Gelben nach einem Ballverlust der Löwen in der Vorwärtsbewegung schnell über die rechte Seite. Aimen Demai legte am rechten Strafraumeck das Leder nach außen zu Kim Falkenberg, der sofort in die Mitte flankte, wo Radu am ersten Pfosten aus zehn Metern zum Fallrückzieher gegen Schindler ansetzte und zum Entsetzen der Sechzger genau ins linke untere Eck zum 1:1 traf (43.). Das war auch der Halbzeitstand in einer unterhaltsamen Partie.
Der sehr agile Bierofka versuchte es in der 50. Minute mit einem strammen Distanzschuss vom linken Sechzehnmetereck, den Waterman sicherheitshalber wegfaustete. Drei Minuten später hatte auf der Gegenseite Kirlay aufgepasst, als der Ball nach einem Klärungsversuch von Buck in Yabos Richtung flog. Der Löwen-Keeper sicherte sich das Leder aber fast an der Strafraumgrenze vor dem Aachener (53.). Danach war eine Viertelstunde Leerlauf, ehe die Alemannia aus dem Nichts heraus zu einer Riesenchance kam. Falkenberg sprintete über rechts in den Strafraum, Kiraly kam ihm entgegen, wehrte dessen Schuss aus neun Metern am Torraumeck ab. Das Leder sprang quer weg zu Radu, der das Spielgerät mit dem Rücken zum Tor mit viel Übersicht zurück auf Auer im Zentrum legte. Sein Schuss aus neun Metern landete aber knapp neben dem linken Posten im Tor-Aus (68.). Besser machte es der kurz zuvor eingewechselte Stefan Aigner in der 76. Minute. Bülow hatte ihn kurz vorm Aachener Strafraum angespielt. Mit dem Kopf nahm er den Ball mit, setzte sich gegen Achenbach durch, und spitzelte das Leder aus sechs Metern rechts unter dem herausstürzenden Waterman zum 2:1 ins Netz (76.). Sieben Minuten später der erneute Ausgleich, doch dem Tor ging ein klares Foul von Auer an Necat Aygün voraus. Im Kopfballduell hatte sich der Aachener per Ellenbogencheck durchgesetzt, das Leder kam anschließend auf die linke Seite der Alemannen, wo Alper Uludag sich durchsetzen konnte, seine flache Hereingabe drückte Bas Sibum am zweiten Pfosten aus drei Metern zum 2:2 über die Linie (83.). Aygün musste danach behandelt werden, sah sogar noch die Gelbe Karte, weil er sich bei Schiedsrichter Frank Willenborg beschwerte. Zwar versuchten die Alemannen in der Schlussphase nochmals nachzusetzen, doch die Sechzger standen sicher. So blieb es bei der Punkteteilung.