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"Alles klar!": EM-Teilnehmer Grigoris Makos ist ein Löwe

Grigorios Makos
Grigoris Makos nahm das Trainingsgelände an der Grünwalder Straße 114 am Dienstag in Augenschein.

Die Freigabe von AEK Athen kam um die Mittagszeit. Wenig später präsentierte der TSV 1860 München seinen griechischen Neuzugang Grigoris Makos offiziell. Der 25-jährige defensive Mittelfeldspieler unterschrieb bei den Löwen einen Zwei-Jahresvertrag, wird mit der Nummer 21 auflaufen.


Erleichterung bei Sechzig, als das Fax aus Athen auf der Geschäftsstelle durchratterte. Zuvor hatte 1860-Sportchef Florian Hinterberger bereits alle Vertragsdetails mit dem griechischen EM-Teilnehmer und dessen Berater abgeklärt. Der Spieler selbst schien ebenfalls erleichtert, bedankte sich „für den tollen Empfang. Ich freue mich, dass ich zur Mannschaft hinzustoßen darf".

Grigoris Makos machte keinen Hehl daraus, das letztlich „das Vertrauen der Verantwortlichen und natürlich des Trainers", mit dem er täglich zu tun habe, den Ausschlag für die Löwen gab. „Das war wichtig, um den Schritt nach Deutschland zu machen." Dabei habe er sich gegen das Geld und für die Vernunft entschieden, kommentierte Makos lukrativere Angebote, die ihm vorlagen. „Ich kannte Trainer Reiner Maurer von seiner Arbeit in Griechenland und habe gemerkt, dass er und Florian Hinterberger unheimliches Vertrauen in mich setzen. Außerdem kann ich hier in München meine sportlichen Ziele verwirklichen."

Auf die Frage, was konkret die Ziele mit dem TSV 1860 in der kommenden Saison seien, antwortete er unter dem Gelächter der Medienvertreter: „Besser als Platz 6", die offizielle Vorgabe seines neuen Klubs.

MakosMakos, der in Athen geboren wurde und dort aufwuchs, stellte klar, dass der Wechsel neben der wirtschaftlichen Situation in seinem Heimatland primär sportliche Gründe hätte. Leicht sei ihm dieser Schritt nicht gefallen. „Wenn man seine Heimat verlässt, vermisst man immer seine Familie und Freunde. Das ist aber zweitrangig für mich, weil ich mich sportlich weiterentwickeln will."

Deutschland bezeichnete er in diesem Zusammenhang als „den besten Markt für einen Spieler, der den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen möchte." Seine Landsleute, so sein Eindruck, würden sich in der Bundesliga wohl fühlen. „Für unser Land ist es ein Geschenk, dass die Spieler hier spielen dürfen. Unsere Nationalmannschaft hat davon in den vergangenen Jahren extrem profitiert."

Makos, der als zweikampfstarker, technisch versierter Spieler gilt, besitzt auch offensiv Qualitäten. Trainer Reiner Maurer plant ihn als „Staubsauger" vor der Abwehr ein. „Er ist ein absoluter Teamspieler, ein Allrounder, der in erster Linie dafür sorgen soll, dass wir wenig Gegentore bekommen", erklärte Maurer. Der Transfer sei schon länger geplant gewesen. „Seitdem wir wussten, dass wir investieren können, haben wir den griechischen Markt nach Spielern sondiert."

Sportchef Florian Hinterberger bestätigte, schon lange mit Makos in Kontakt zu stehen. „Dann kam aber die EM dazwischen. Danach schien es so, als ob der Transfer gestorben ist. Letztlich sind die richtigen Faktoren zusammengekommen, um den Wechsel zu realisieren." Umso größer sei die Freude, dass es doch geklappt habe. „Er passt vom Charakter prima zu uns", so Hinterberger.

Makos nahm seine neue Heimat am Dienstagmorgen schon einmal in Augenschein, bummelte mit seinem Berater über den Marienplatz. „Die Stadt hat mich sehr beeindruckt", sagte der Athener, „auch wenn es nicht der Grund war, wieso in nach München gewechselt bin." Möglichst schnell möchte er Deutsch lernen, um sich problemlos zu integrieren. Erste sprachliche Kostproben lieferte der Hellene gleich mit: „Wie geht's? Alles klar!", artikulierte er sehr zur Freude der Anwesenden akzentfrei.

Zwei Wochen Urlaub gönnte sich Makos nach dem EM-Aus mit Griechenland gegen Deutschland im Viertelfinale - natürlich in seiner Heimat. Das Turnier sei für ihn als junger Spieler sehr wichtig für die Entwicklung gewesen. „Alle schauen auf einen, das Medieninteresse ist riesig. Meiner Karriere hat das einen weiteren Schub gegeben."

Der nächste soll nun bei den Löwen folgen. Darauf möchte er sich zu 100 Prozent konzentrieren. Deshalb flog Makos direkt nach seiner Vorstellung zurück nach Athen, um seine Wohnung aufzulösen und private Dinge zu regeln. Am Sonntag wird er dann zurück in München erwartet. Tags darauf geht's dann mit der Mannschaft ins zweite Trainingslager nach Neusiedl am See. Dort wird er erstmals seinen Mitspielern begegnen und gegen Austria Wien am 17. Juli sein Debüt im Löwen-Dress feiern.

Steckbrief Grigoris Makos

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