15.08.2012

Die Löwen-U21 setzte den zuletzt angedeuteten Aufwärtstrend in Aschaffenburg fort, gewann mit 3:1 bei der Viktoria nach zuletzt fünf sieglosen Spielen. Daniel Jais hatte die Sechzger mit der ersten 1860-Chance in Führung gebracht (27.), kurz nach der Pause erhöhte Markus Ziereis auf 2:0 (50.). Nach einem verwandelten Handelfmeter von Patrick Amrhein in der 81. Minute wurde es noch einmal eng, ehe Nico Karger die Löwen mit einem Kontertor in der Nachspielzeit erlöste.
Löwen-Trainer Alexander Schmidt musste in Aschaffenburg auf Denis Vatany (Teilabriss des Außenbands im Knie), Kodjovi Koussou (Innenbandriss im Knie) und Korbinian Vollmann (muskuläre Probleme) verzichten.
Zunächst dominierten die Unterfranken die partie, besaßen auch in der 21. Minute eine gute Möglichkeit zur Führung. Matthias Fries hatte sich durch die Löwen-Abwehr durchgespielt, lief anschließend alleine auf Vitus Eicher im 1860-Tor zu, doch dieser reagierte im Eins-gegen-Eins glänzend, wehrte den Schuss ab (21.). Effektiver zeigten sich die Weiß-Blauen. Gleich mit der ersten Chance des Spiels erzielten sie das 1:0. Nach einem Pass von Markus Ziereis in den Lauf ging Daniel Jais auf und davon, spielte auch noch Verteidiger Joseph Mensah aus und traf an Torhüter Ricardo Döbert vorbei ins lange Eck (27.). Die Viktoria zeigte sich von dem Gegentor geschockt, während die Löwen nun selbstbewusster auftraten, das Spiel kontrollieren. Ein Weitschuss von Stefan Wannenwetsch in der 43. Minute ging nur knapp über den Querbalken. Kurz danach pfiff Schiedsrichter Patrick Hanslbauer zur Pause.
Im zweiten Durchgang machten die Löwen von Beginn an Druck, hatten in der 48. Minute eine Riesenchance zum 2:0. Chris Wolf setzte sich am rechten Flügel durch, spielte auf Ziereis, doch dessen Schuss landete knapp neben dem linken Pfosten. Zwei Minuten später war es dann doch passiert. Ziereis lief nach einem Zuspiel von Andreas Geipl mit dem Ball am Fuß Richtung Tor, hielt aus 18 Metern einfach drauf, Viktoria-Keeper Döbert streckte sich, hatte aber keine Chance, den wuchtigen Schuss zu erreichen (50.). Nach einer Stunde forderten die Aschaffenburger Handelfmeter, als Christoph Rech aus kurzer Distanz im Löwen-Strafraum angeschossen wurde (60.). Der Unparteiische ließ aber zu Recht weiterlaufen. In der 64. Minute scheiterte Geipl mit seinem Schuss aus zwölf Metern an Döbert, der Abpraller kam zu Ivan Knezevic, doch dessen Nachschussversuch wurde von der vielbeinigen Aschaffenburger Abwehr geblockt. Diese war vier Minuten später nur Stafette für Bobby Wood. Der Hawaiianer tankte sich an fünf Viktoria-Spielern vorbei, lief alleine auf Keeper Döbert zu, der aber das 0:3 gerade noch mit einer Fußabwehr verhindern konnte (68.). Ebenfalls Sieger blieb der Viktoria-Keeper bei einem gefährlichen Schuss von Nico Karger aus neun Metern (74.). Bis zur 80. Minute hatten die Löwen das Spiel fest im Griff, dann unterlief Phillipp Steinhart im eigenen Strafraum ein dummes Handspiel, das Schiedsrichter Hanslbauer sofort ahndete. Patrick Amrhein lief an, ließ Eicher nicht den Hauch einer Chance, traf zum 1:2 ins rechte untere Eck (81.). Unterstützt von den Zuschauern setzten die Unterfranken nun alles auf eine Karte. In der 87. Minute musste sich Eicher nach einem Schuss des eingewechselten Adnan Murtic vom rechten Strafraumeck gehörig strecken, um den Ball abzuwehren. Doch mit Glück und Geschick brachte die junge Löwen-Mannschaft die 2:1-Führung nicht nur über die Zeit, sondern erzielten gegen die entblößte Defensive der Aschaffenburger in der Nachspielzeit das erlösende 3:1. Wood hatte in einer Kontersituation auf Nico Karger gepasst, der traf zum Enstand ins Tor der Unterfranken. Damit feierte die Löwen-U21 nach fünf sieglosen Spielen wieder einen Erfolg und verließ damit die Abstiegsplätze.
Löwen-Chefcoach Alexander Schmidt sprach von einem verdienten Sieg seiner Mannschaft. „Vor der Pause waren wir noch etwas verhalten, in der 2. Halbzeit sind wir dann richtig gut in die Zweikämpfe gekommen, haben das Spiel dominiert. Nach dem 2:0 hatten wir noch vier, fünf gute Chancen, machen den Sack nicht zu und müssen dann nach einem unnötigen Handspiel nochmals zittern", ärgerte sich der 43-Jährige über die vergebenen Möglichkeiten. Trotzdem war Schmidt zufrieden. „Die kämpferische Einstellung und die Anpassung an die Liga ist bei meinen Jungs mittlerweile erkennbar", lobte er. „In brenzligen Situationen wird nicht mehr versucht, das Ganze spielerisch zu klären. Vor allem mit der 2. Halbzeit war ich heute sehr zufrieden." Besonders strich Schmidt aus einem guten Kollektiv Torhüter Vitus Eicher und Andreas Geipl heraus. „Vitus war sehr stark, Andy hat eine herausragende kämpferische Leistung abgeliefert."
Das nächste Ziel ist nun am Samstag, 18. August, 14 Uhr, im Heimspiel in Ismaning gegen den TSV Rain/Lech den ersten Heimsieg einzufahren. „Wir wollen unbedingt nachlegen. Das ist uns nach dem Auftaktsieg in Buchbach nicht gelungen. Gegen Rain müssen wir da weitermachen, wo wir in Aschaffenburg aufgehört haben", hofft Schmidt auf eine erneut konzentrierte Leistung seines Teams.
Aschaffenburgs Trainer Antonio Abbruzzese war etwas sprachlos ob des Spielverlaufs: „Was soll ich sagen: Die drei Punkte gehen an 1860. In der 1. Halbzeit haben wir es versäumt, ein Tor zu machen. Nach der Pause fanden wir zu spät Zugriff aufs Spiel. Die letzten zehn Minuten spielten wir ein Powerplay, aber es hat nicht mehr gereicht!"