30.10.2011

Die Löwen haben ihre Negativserie beim MSV Duisburg gestoppt und nach fünf sieglosen Spielen wieder gewonnen. Bereits in der 4. Minute hatte Daniel Bierofka die Sechzger in Führung gebracht. Eine Druckphase der Zebras beendete Sandro Kaiser mit seinem Treffer zum 2:0 (67.). Den Schlusspunkt setzte Kevin Volland mit seinem 8. Saisontreffer in der 82. Minute.
Personal: Löwen-Chefcoach Reiner Maurer musste im Revier auf Necat Aygün (Aufbautraining nach Innenbandriss im Knie), Benjamin Schwarz (Reha nach Knieverletzung) und Daniel Halfar (Schambeinreizung) verzichten. Auf der linken Verteidigerposition gab er Stefan Buck den Vorrang vor Arne Feick, Sandro Kaiser vertrat Halfar auf der linken Offensivseite im Mittelfeld. Beim Gegner saß als Interimstrainer Oliver Reck auf der Bank, nachdem am Freitagmittag Milan Sasic als MSV-Coach entlassen worden war.
Spielverlauf: Die Löwen hatten gleich mit dem ersten Angriff auch die erste Chance der Partie. Nach einer von Benjamin Lauth getretenen Ecke kam Collin Benjamin an den abgewehrten Ball. Sein Drehschuss aus zehn Metern ging aber deutlich rechts am Tor vorbei (1.). Drei Minuten später lag der Ball im MSV-Gehäuse. Stefan Aigner auf der rechten Seite wartete zunächst, bis Antonio Rukavina ihn an der Außenlinie hinterlaufen hatte. Er passte dann aber nicht auf den Serben, sondern auf den in der Mitte ungedeckten Daniel Bierofka. Der zog aus 20 Metern mit rechts ab, MSV-Verteidiger André Hoffmann warf sich in den Schuss, fälschte den Ball unhaltbar für Torhüter Florian Fromlowitz ins andere Eck zum 1:0 für die Sechzger ab (4.). In der 7. Minute hatten die Duisburger eine ähnliche Szene wie zuvor die Löwen. Jürgen Gjasula hatte mit Dzemal Berberovic Doppelpass gespielt, der kam halbrechts aus 18 Meter zum Abschluss, Stefan Buck grätschte in den Schuss, fälschte ihn leicht ab. Das Leder senkte sich zwar gefährlich über Gabor Kiraly hinweg, aber auch knapp über die Querlatte (7.). Mit einem Distanzschuss aus 26 Metern prüfte Buck MSV-Keeper Fromlowitz, der den Flatterball mit den Fäusten zur Ecke abwehren konnte (15.). Einen klaren Elfmeter und einen Platzverweis verweigerte Marcel Unger den Löwen eine Minute später. Buck hatte einen weiten Ball von halblinks auf halbrechts gespielt, Aigner war als erster am Ball, überlupfte den herausstürmenden Fromlowitz, der den Löwen-Angreifer mit einem Kung-Fu-Tritt zu Fall brachte. Anschließend klärte ein Duisburger Verteidiger den Ball per Kopf zur Ecke (16.). Zum Leidwesen der Sechzger wollte der Unparteiische in dieser Szene kein Foulspiel des Torhüters gesehen haben. Ein Freistoß von Lauth aus dem Halbfeld segelte in der 28. Minute ans linke Torraumeck. Buck kam gegen Emil Jula zwar zum Kopfball, schaffte es aber nicht ihn aufs Tor lenken. Drei Minuten später war es auf der Gegenseite Jula, der den Ball im Löwen-Strafraum behaupten konnte und ihn zurück auf Jiayi Shao legte. Der Ex-Löwe kam zwar an der Strafraumgrenze in zentraler Position frei zum Schuss, doch Christopher Schindler blockte den Ball (31.). Vier Minuten später die beste MSV-Chance: Kevin Wolze legte auf der linken Seite fast von der Grundlinie zurück auf Gjasula, der aus 15 Metern aus halblinker Position abzog. Kiraly, der am Pfosten stand, begrub das Leder unter sich (35.). Im Gegenzug kam Aigner auf der rechten Strafraumseite zum Abschluss. Sein Schuss aus extrem spitzem Winkel ging aber am langen Eck vorbei (36.). In der 42. Minute hatte Kevin Volland Bierofka halblinks mit einem Pass in die Tiefe bedient, doch Fromlowitz hatte aufgepasst, kam aus seinem Kasten und konnte den Ball im Strafraum aufnehmen. Kurz danach war Pause.
Drei Minuten nach der Halbzeit lag der Ball zwar erneut im MSV-Netz, doch Volland stand beim Pass von Buck knapp im Abseits (48.). Im Gegenzug hatten die Löwen Glück, nicht den Ausgleich zu kassieren. Nach einer Kontersituation legte der eingewechselte Valeri Domovchiyski auf halbrechts zum mitgelaufenen Gjasula ab, der aus 18 Metern zum Schuss kam, den Ball knapp neben den linken Pfosten setzte (49.). Der MSV erhöhte in dieser Phase den Druck. Vier Minuten später spielte Domovchiyski im Löwen-Strafraum Brosinski an. Der Mittelfeldspieler brachte den schwer zu nehmenden Ball aus zwölf Meter aber nicht platziert aufs Tor der Gäste, sodass Kiraly keine große Mühe hatte (53.). Danach musste Löwen-Kapitän Lauth wegen Wadenproblemen ausgewechselt werden. Für ihn kam Djordje Rakic (54.). In der nächsten Szene rettete Kiraly mit einem super Reflex die Führung. Nach einer Rechtsflanke von Goran Sukalo kam Domovchiyski am Torraum ungehindert zum Kopfball. Wie ein Handball-Torwart parierte der Ungar das Leder auf der Linie (55.). Einen Distanzschuss aus 22 Metern nach einem Entlastungsangriff setzte Kai Bülow in der 61. Minute über die Querstange des Dusiburger Gehäuses. Zwei Minuten später setzte sich Brosinski an der rechten Außenlinie durch, passte zurück auf Domovchiyski, der aus elf Metern aber nur einen harmlosen Roller aufs 1860-Tor zustande brachte (63.). Auf der anderen Seite hatte Djordje Rakic von der linken Seite an den zweiten Pfosten geflankt, Volland kam zwar mit dem Kopf an den etwas zu hoch angesetzten Ball, konnte ihn aber aus sechs Metern nicht mehr entscheidend aufs Tor drücken (64.). Drei Minuten später fiel dann das erlösende 2:0 für die 1860-Profis. Bierofka hatte an der rechten Außenlinie mit der Hacke den Ball auf Rukaiva weitergeleitet. Der Serbe flankte fast von der Tor-Auslinie zurück in den Strafraum, wo Kaiser aus zehn Metern halblinks ungehindert zum Kopfball kam und ins linke untere Eck traf (67.). Nach einer Gjasula-Ecke von der linken Seite verlängerte Sukalo die Flanke mit dem Kopf, jedoch am rechten Pfosten vorbei (75.). Ein schönes Solo von Rakic brachte das 3:0. Der Serbe war rechts Berberovic davongelaufen, passte von der Grundlinie in den linken Rückraum, wo Volland aus zwölf Metern seinen 8. Saisontreffer erzielte (82.). Nach vier sieglosen Punktspielen feierten die Löwen wieder einen Dreier und sprangen damit - zumindest bis Montag - auf Platz sechs in der Tabelle.