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DFB-Pokal-Vorschau, Achtelfinale: VfL Bochum - 1860 München

Benny Lauth
Willkommen zurück: Arne Feick (li.) mit dem in der Liga gesperrten Kapitän Benjamin Lauth.

Zum Abschluss des Spieljahres müssen die Löwen im Achtelfinale des DFB-Pokals am Mittwoch, 19. Januar, 19 Uhr, im rewirpowerSTADION beim VfL Bochum ran. Dabei hat Alexander Schmidt, der als 1860-Cheftrainer noch keine Partie verlor, nur einen Wunsch: „Weiterhin ungeschlagen bleiben und in die nächste Runde einziehen."


Gegen den Klub aus dem Ruhrgebiet haben die Löwen keine guten Erinnerungen - besonders nicht im Pokal. Zweimal traf man zu Hause auf den VfL, zweimal war Bochum Endstation. Positiv stimmt da die Sechzger schon eher die beiden letzten Auftritte im ehemaligen Ruhrstadion. Zweimal teilten sie sich in Bochum die Punkte. Doch zuletzt trumpfte das Team von Karsten Neitzel, der Ende Oktober Andreas Bergmann ablöste, groß auf. „Die letzten beiden Spiele hat der VfL souverän gewonnen, insgesamt sieben Tore geschossen und keins bekommen. Wir wissen also, dass es unheimlich schwer wird", so Schmidt.

Das Pokalspiel geht der 44-jährige Löwen-Coach optimistisch an, „auch wenn zuletzt die Ergebnisse nicht so waren, wie wir uns das gewünscht hätten. Wir müssen uns den positiven Spirit bewahren und weiter an unseren Schwächen arbeiten." Diese sieht Schmidt in den noch nicht greifenden Automatismen, dem Passspiel in die Spitze und den Laufwegen. „Das muss sich noch einschleifen, so etwas geht nicht von heute auf morgen."

Auch deshalb tendiert Schmidt eher nicht dazu, Marin Tomasov auf der linken Position in der Abwehr-Viererkette spielen zu lassen. Im Training übt er diese Variante bereits seit dem Kurztrainingslager in Italien. Zuletzt kam der Kroate gegen Dresden sogar auf der linken Defensivseite die letzte halbe Stunde zum Einsatz. „Aber da mussten wir Hopp oder Top spielen. Marin hat dafür die Qualität, aber wir müssen dafür besser eingespielt sein. Er ist eher eine Option fürs neue Jahr."

Unter den Spielern, die den Sprung in den 18er-Kader verpassten, befinden sich einige Härtefälle. „Maximilian Nicu war ganz nah dran. Nach seinem Muskelfaserriss fehlen aber im Sprint noch die letzten Prozent", begründete Schmidt dessen Nicht-Berücksichtigung. Ähnlich stellt sich die Situation bei Necat Aygün dar. „Er war drei Wochen verletzt, hat immer noch Trainingsrückstand. Wir sind in der Innenverteidigung gut besetzt, da geht es nur um Nuancen", so die Begründung des Cheftrainers. Bei Grigoris Makos habe er lange überlegt, erzählt Schmidt, sich dann aber für Dominik Stahl entschieden. „Ich weiß, was ich an ihm habe: Dominik ist zuverlässig und kopfballstark. Er hat im Training die bessere Leistung gebracht, deshalb wurde er als Sechser mitgenommen."

Ebenfalls eine Änderung zu den bisherigen Pokalspielen wird es im Tor geben. Durfte unter Trainer Reiner Maurer immer Ersatzkeeper Timo Ochs ran, steht diesmal Gabor Kiraly zwischen den Pfosten. „Diese Entscheidung spricht nicht gegen Timos Qualität. Aber ich habe mich für Gabor entschieden, weil er einfach Spielpraxis besitzt. Das ist für einen Torhüter wichtig. Mir erschien es einfach zu riskant, Timo in diesem Spiel zu bringen." Neben dem dritten Keeper Vitus Eicher bleibt Stürmer Ismael Blanco ebenfalls in München. Schmidt hatte schon nach dem Regensburg-Spiel, bei dem der Argentinier in der Startelf stand, betont, dass ihm 14 Ballkontakte in 90 Minuten für einen Stürmer einfach zu wenig seien.

Dafür kann Schmidt im Angriff auf Benjamin Lauth zurückgreifen. Während der Kapitän wegen seines Ellenbogenchecks in der Meisterschaft noch zwei Spiele gesperrt ist, darf er im Pokal ran. „Ich bin erleichtert", kommentierte der Coach diese Personalie. „Man konnte in den beiden letzten Spielen sehen, wie sehr er uns fehlt. Benny ist der entscheidende Mann, den ich nicht ersetzen kann." In diesem Zusammenhang erklärte Schmidt Spekulationen, Stefan Maierhofer könnte im Winter von Red Bull Salzburg zu den Löwen wechseln, eine klare Absage. „Er hat sicher seine Qualitäten, passt aber nicht zu unserem Spiel. Ich bevorzuge einen Stürmer, der vorne arbeitet, den Gegner unter Druck setzt."

Motivieren muss Schmidt seine Mannschaft nicht. „Die Jungs sind total heiß, wissen, dass sie Gas geben müssen." Das sei auch zuletzt nicht das Problem gewesen, betonte der gebürtige Augsburger. „Es ist sicher nicht an der Laufleistung gescheitert. Die war mit 120 Kilometer kein Pappenstil. Vielmehr haben wir uns zu wenig Chancen erspielt."

Gegen Bochum kann das Spiel auch nach 120 Minuten noch unentschieden stehen. Dann muss die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Im Trainingslager in Norditalien haben sie den Ernstfall zuletzt geprobt. „Hier sind zu viel Augen", begründete Schmidt den Verzicht von Übungseinheiten vom Punkt in München. Die Kandidaten habe er bereits im Kopf. „Letztlich entscheidet das Bauchgefühl, wer schießt."

Voraussichtliche Aufstellungen:

VfL: 31 Esser - 24 Rothenbach, 4 Maltritz, 26 Acquistapace, 2 Chaftar - 13 Rzatkowski, 6 Sinkiewicz, 5 Dabrowski, 18 Goretzka - 11 Dedic, 22 Aydin.
Ersatz: 29 Heerwagen (Tor) - 10 Iasvili, 13 Kramer, 14 Bertram, 15 Eyjolfsson, 17 Brügmann, 21 Scheidhauer.
Nicht dabei: 1 Luthe, 3 Fabian, 7 Freier (alle Aufbautraining), 8 Tasaka (Knochenmarködem), 9 Gelashvili (Fußprellung), 12 Ortega (Muskelverhärtung), 16 Delura (Knie-OP), 20 Toski (Schulterverletzung).

1860: 1 Kiraly - 3 Wojtkowiak, 4 Bülow, 5 Vallori, 26 Schindler - 20 Wannenwetsch, 7 Bierofka - 10 Stoppelkamp, 28 Halfar - 11 Lauth, 23 Wood.
Ersatz: 22 Ochs (Tor) - 2 Volz, 6 Stahl, 14 Tomasov, 19 Maier, 27 Feick, 29 Ziereis.
Nicht dabei: 8 Nicu, 13 Aygün, 18 Blanco, 21 Makos, 30 Eicher (nicht berücksichtigt).

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden); Assistenten: Matthias Anklam (Buchholz i. d. Nordheide), Rafael Foltyn (Mainz-Kastel); Vierter Offizieller: Markus Wingenbach (Diez).

Pokal Bochum - 1860

Das Achtelfinale im Überblick

Hinweise zum Pokalspiel beim VfL Bochum

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