02.12.2011

Eigentlich war das Ziel 21 Punkte erst für das letzte Spiel vor der Winterpause anvisiert. Doch durch den 1:0-Erfolg über den FC Memmingen hat die Löwen-U23 dieses Ziel schon frühzeitig erreicht, kletterte damit auf den 12. Tabellenplatz. Das „Tor des Tages" erzielte Gökhan Gümüssu per Foulelfmeter in der 67. Minute.
Personal: Löwen-Coach Klaus Koschlick musste gegen den FC Memmingen auf Daniel Hofstetter (Adduktorenprobleme), Stefan Wannenwetsch (Faserriss) und Benjamin Penzkofer (Innenbandverletzung) verzichten. Marcel Kappelmaier stand erstmals nach seiner Adduktorenverletzung wieder im Kader.
Spielverlauf: Die Löwen besaßen in der 3. Minute die erste Chance des Spiels. Einen weiten Ball nahm Markus Ziereis halblinks am Strafraum mit der Brust an, zog dann sofort mit einem Drehschuss aus 14 Metern ab, den gefährlichen Aufsetzer konnte FCM-Torhüter Tobias Kirchenmaier aber aus dem langen Eck kratzen. Sechs Minuten später wechselte Gökhan Gümüssu von halbrechts mit einem Diagonalpass auf Maximilian Knuth die Flanke, der zog aus 18 Metern ab, traf aber gegen seine Ex-Kollegen nur das Außennetz (9.). Glück hatten die Löwen in der 17. Minute. Dominik Bobinger schlug weit in der eigenen Hälfte das Leder einfach nach vorne, die Innenverteidigung der Sechzger übersah Mario Schmidt an der Strafraumgrenze, doch der konnte im Zentrum den Ball nicht stoppen, sodass Vitus Eicher zur Stelle war und ihn problemlos aufnahm. Memmingen war eigentlich nur nach Standards gefährlich. Eine Freistoßflanke aus dem linken Halbfeld hatte Schmidt an den Torraum geflankt, Manuel Bühler verlängerte den Ball per Kopf über das eigene Gehäuse (32.). Erneut war es in der 41. Minute Rechtsverteidiger Bobinger, der den Ball hoch und weit Richtung linken Pfosten geflankt hatte, Ejnar Kahric verlängerte das Leder mit dem Rücken zum Tor per Kopf knapp über den Querbalken. Zwei Minuten später wurde Marius Willsch zentral an der Strafraumgrenze angespielt, sofort leitete er das Leder weiter auf die rechte Seite, wo der durchgestartete Gümüssu aus vollem Lauf abzog, aber aus neun Metern nur das Außennetz traf. Auch, weil ein Memminger Abwehrspieler den Schuss noch zur Ecke abgefälscht hatte (43.). Die letzte Aktion vor der Pause brachte für die Löwen die beste Möglichkeit im ersten Durchgang. Gümüssu kam auf der rechten Seite zum Flanken, Markus Ziereis lief bedrängt von seinem Gegenspieler in den Ball, köpfte aus sechs Metern aufs Tor, traf aber nur den rechten Außenpfosten des FCM-Gehäuses (45.). So gingen beide Teams mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Kabine.
Jonatan Kotzke blieb verabredungsgemäß in der Kabine, weil er mit den Profis zum Auswärtsspiel nach Aachen fährt. Seine Position in der Innenverteidigung übernahm Christoph Dinkelbach. Dieser führte sich gleich mit einem Querschläger im eigenen Strafraum ein. Zum Glück landete das Leder aber auf dem Tornetz (51.). Den anschließenden Eckball von der rechten Seite flankte Dennis Vatany an den ersten Pfosten, Andreas Hindelang stieg am höchsten, sein Kopfball aus sechs Metern wehrte Eicher mit einem Riesenreflex auf der Linie ab (52.). Auf der anderen Seite versuchte es Andreas Geipl mit einem Rückraumschuss, traf aber das Leder aus 20 Metern nicht voll, sodass Kirchenmaier den Ball abfangen konnte (53.). In der 66. Minute stand Schiedsrichter Marcel Göpferich im Mittelpunkt. Nach einer Flanke versuchte Gümüssu in zentraler Position im Strafraum den Ball direkt zu nehmen, Kahric bedrängte ihn dabei, der Löwen-Spieler verlor das Gleichgewicht und fiel. Sehr zur Freude der Sechzger entschied der Unparteiische sofort auf Strafstoß (66.). Der Gefoulte lief selbst an, wartete bis der Torhüter fiel und schob souverän das Leder zum 1:0 ins linke untere Eck (67.). In der Schlussphase rückte der großgewachsene Memminger Innenverteidiger Matthias Bader immer wieder mit nach vorne. In der 84. Minute wäre er beinahe erfolgreich gewesen. Der kurz zuvor eingewechselte Daniel Böck hatte von rechts geflankt, Bader setzte sich am Torraum im Kopfballduell durch, setzte das Leder aber knapp über den Querbalken. Immer wieder versuchten es die Allgäuer mit hohen Bällen in den Strafraum, doch die Löwen-Defensive stand gut, rettete den knappen Vorsprung souverän über die Zeit. Der Lohn: 21 Punkte und den 12. Tabellenplatz.
„Kompliment an meine ganz junge Mannschaft", mit diesen Worten begann Löwen-Coach Klaus Koschlick die Pressekonferenz nach dem Spiel. „Wir haben 21 Punkte geholt und noch ein Spiel in diesem Jahr. Letzte Saison hatten wir mit einer wesentlich reiferen Mannschaft gerade mal drei Punkte mehr auf dem Konto", unterstrich Koschlick die fantastische Entwicklung des Teams. „Das war heute ein Kampfspiel gegen einen unangenehmen Gegner, ein Arbeitssieg. Die Defensivleistung hat gepasst, obwohl wir erneut umstellen mussten. Eigentlich haben wir nur zwei Chancen zugelassen." Der 61-jährige Coach musste aber auch zugeben, offensiv schon wesentlich bessere Leistungen seines Teams gesehen zu haben. „Aber einige dieser Spielen haben wir verloren. Unterm Strich waren wie die bessere Mannschaft, deswegen geht der Sieg in Ordnung."
Memmingens Coach Esad Kahric hatte in der 1. Halbzeit „ein Spiel ohne Höhepunkte" gesehen. „Beide Mannschaften haben sich neutralisiert, viel mit langen Bällen operiert. Dabei hatten wir große Probleme mit Gökhan Gümüssu, der fast alle Bälle bekommen hat." Kahric bedauerte besonders, dass Mario Schmidt in der 17. Minute bei der besten Möglichkeit seines Teams den Ball nicht kontrollieren konnte. „Sechzig hat in der zweiten Hälfte angefangen, Fußball zu spielen. Wir haben sie dazu eingeladen, weil wir zu weit vom Gegenspieler wegstanden." Zu der Szene, die zum Elfmeter führte, wollte sich der Coach der Allgäuer nicht äußern. „Das mache ich nicht, das sollen andere beurteilen", lautete sein Kommentar. „Nach dem 0:1 haben wir alles nach vorne geworfen, ohne uns aber richtige Chancen zu erspielen. Das war heute sicher kein gutes Spiel von uns."