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Klares 4:0 über Duisburg – Stoppelkamp trifft doppelt

Daniel Bierofka
War ein Aktivposten bei den Löwen in der 1. Halbzeit: Daniel Bierofka.

Die Löwen begeisterten in Mindelheim ihre Fans und besiegten vor 1.207 Zuschauern Ligakonkurrent MSV Duisburg mit 4:0. Maximilian Nicu (35.) und Moritz Stoppelkamp (38.) brachten die Sechzger im Unterallgäu vor der Pause innerhalb von drei Minuten in Führung . In der Schlussphase erhöhten per Doppelschlag Benjamin Lauth (78.) und erneut Stoppelkamp (80.) zum Endstand.


Löwen-Chefcoach Reiner Maurer musste beim Spiel in seiner Geburts- und Heimatstadt Mindelheim auf Kai Bülow (Rückenbeschwerden), Christopher Schindler (Nackenverletzung), Sebastian Maier (Innenbandanriss im rechten Knie) und Grigoris Makos, der noch bis Sonntag in Griechenland weilt, verzichten. Gabor Kiraly hatte die Reise ins Unterallgäu nicht angetreten. Etwas besser aus den Startlöchern kamen die Duisburger. In der 10. Minute hatte Sören Brandy, Neuzugang aus Paderborn, Daniel Brosinski in den Lauf gespielt, doch Moritz Volz konnte den Ball im Strafraum geschickt abschirmen. Eine Minute später passte Brandy auf Andre Hoffmann, doch Vitus Eicher im Löwen-Tor hatte aufgepasst, klärte vor dem MSV-Spieler an der Strafraumgrenze (11.). Es dauerte fast eine Viertelstunde, bevor die Sechzger erstmals gefährlich vors Tor der Zebras kamen. Dominik Stahl hatte das Leder im Mittelkreis erobert, er spielte Daniel Bierofka im Zentrum an. Der Routinier passte nach rechts auf Marin Tomasov, der noch ein paar Schritte lief, dann aus 18 Metern abzog, aber rechts am Pfosten vorbeizielte (14.). Einen Freistoß von Daniel Bierofka aus dem Mittelkreis verpasste in der 23. Minute zunächst Necat Aygün im Strafraum mit dem Kopf. Der Ball fiel Moritz Stoppelkamp vor die Füße, doch der Stürmer kam nicht zum Abschluss. Nach einer gelungenen Kombination von Maximilian Nicu und Stoppelkamp schoss Letztgenannter vom linken Strafraumeck, jedoch konnte MSV-Keeper Felix Wiedwald zur Ecke abwehren (25.). Im Gegenzug flankte Grzegorz Wojtkowiak von rechts in die Mitte auf Benjamin Lauth, der in aussichtsreicher Position das Leder aber nicht unter Kontrolle brachte (26.). Der Kapitän war in der 35. Minute aber Ausgangspunkt des Führungstreffers. Er hatte Tomasov auf der rechten Seite freigespielt, sein Schuss im Strafraum konnte Wiedwald nur abklatschen, Nicu war zur Stelle, schob aus fünf Metern zum 1:0 ins linke Eck ein. Die Löwen waren in dieser Phase klar das dominierende Team. Eine kurz ausgeführte Ecke von Tomasov auf Bierofka flankte der 33-Jährige in die Mitte, wo Necat Aygün nur knapp über die Querlatte des MSV-Gehäuses köpfte (37.). Besser machte es eine Minute später Stoppelkamp. Bierofkas Zuspiel nahm der Neuzugang aus Hannover im vollen Lauf mit, ließ aus acht Metern Wiedwald keine Chance, erhöhte auf 2:0 (38.). In der 41. Minute besaßen die Löwen sogar eine Konterchance zum 3:0. Tomasov schaltete nach Ballgewinn schnell um, schickte Lauth steil, doch der Schlussmann der Zebras war vor ihm am Leder. Im Gegenzug verschätzte sich Eicher beim Herauslaufen, Brandy hatte freie Bahn, doch sein Schuss wehrte Guillermo Vallori auf der Linie ab (42.). Nach einem Foul am linken Strafraumeck gegen Stoppelkamp kamen die Löwen noch zu einer guten Freistoßchance, doch die Flanke von Bierofka in die Mitte fand keinen Abnehmer (45.). Direkt danach pfiff Schiedsrichter Lothar Ostheimer zur Pause.

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Während die Duisburger im zweiten Durchgang einen komplett frischen Angriff brachten, verzichtete Maurer zunächst auf Wechsel. Die beiden Neuen machten auch gleich mächtig Dampf. In der 53. Minute legte Kevin Wolze auf Maurice Exslager quer, Eicher hatte aufgepasst, erreichte das Leder vor dem MSV-Stürmer. Ungehindert konnte Wolze eine Minute später durchs Mittelfeld spazieren, kam auch zum Abschluss, schoss aber aus 30 Metern Eicher genau in die Arme (54.). Über Wojtkowiak lief der nächste Löwen-Angriff. Der Pole spielte in die Spitze auf Stoppelkamp, der zurück auf Tomasov passte, dessen Schuss aus 14 Metern landete aber über der Querlatte (55.). Zwei Minuten später klärte Vallori erneut für seinen geschlagenen Keeper auf der Linie. Nach einem Einwurf von der linken Seite verpasste Wojtkowiak das Leder, Eicher konnte zunächst gegen Exslager abwehren, doch beim Nachschuss benötigte er die Hilfe des Spaniers (57.). In der 62. Minute gewann Wolze auf der linken Seite einen Zweikampf gegen Wojtkowiak, der legte auf Exslager ab, dessen Schuss aus 16 Metern aber genau in den Armen von Eicher landete. Ab Mitte der 2. Halbzeit übernahmen die Löwen wieder das Zepter. Lauth hatte auf den eingewechselten Daniel Halfar gepasst, der besaß viel Platz, flankte mit Übersicht in die Mitte, wo aber Nicu und Stoppelkamp verpassten (72.). Zwei Minuten später hatte Halfar Kollege Tomasov auf der rechten Seite freigespielt, der aus 18 Metern freistehend abschloss, doch Wiedwald konnte mit den Fingerspitzen den Schuss gerade noch zur Ecke klären (74.). Bei der nächsten Offensivaktion der Sechzger war er aber machtlos. Eine Linksflanke pflückte Lauth mit seiner ganzen Klasse aus der Luft, chipte das Leder über den MSV-Torwart. Der Ball prallte jedoch vom rechten Pfosten zurück ins Feld, aber erneut schaltete der 1860-Kapitän am schnellsten, drückte das Leder zum 3:0 über die Linie (78.). Es war seine letzte Aktion, denn bereits zuvor wartete Markus Ziereis auf seine Einwechslung für Lauth. Zwei Minuten später gar das 4:0. Ziereis hatte sich den Ball im Zentrum erobert, anschließend spielte er Tomasov auf der rechten Seite an, der in die Mitte auf Stoppelkamp flankte. Aus zehn Metern traf der 24-Jährige ins rechte Eck (80.). In der 85. Minute passte Ziereis auf Nicu, der auf Tomasov ablegte. Dessen Schuss im Strafraum ging knapp links am Tor vorbei. Beinahe wäre sogar der mitgelaufene Ziereis noch drangekommen. Das war die letzte erwähnenswerte Aktion des Spiels.

Im Anschluss fand der Hacker-Pschorr-Fantalk direkt auf dem Platz in Mindelheim statt. Dabei interviewte Stefan Schneider Doppeltorschütze Moritz Stoppelkamp, der in der Jugend für die Meidericher gespielt hatte. „Das 4:0 sollte man nicht überbewerten", warnte „Stoppel" vor allzu großer Euphorie. „Die Jungs vom MSV haben eine harte Vorbereitungswoche hinter sich. Wir müssen weiter Gas geben, damit wir topfit in die Saison gehen", sagte er und ließ keine Zweifel an seinen Zielen mit den Löwen. „Ich bin hierhergekommen, um vorne anzugreifen."

Ähnlich sah es auch 1860-Chefcoach Reiner Maurer: „Das Ergebnis ist im Vergleich zum Spielverlauf etwas zu hoch ausgefallen. Wir haben sehr schöne Tore erzielt und eine ordentliche 1. Halbzeit geboten. Danach sind wir aber in ein kleines Tief gefallen. Unterm Strich war es ein sehr guter Test für uns." Normalerweise, so Maurer, sei er kein großer Freund von Tests gegen Ligakonkurrenten. „Das hat Vor- und Nachteile. Aber das Spiel heute war auf einem sehr guten Niveau. Dabei konnte man gut sehen, wo unsere Stärken liegen und wo wir noch Schwächen haben." Der 52-Jährige sprach von einer „guten Bestandsaufnahme vor dem zweiten Trainingslager".

Als Belohnung für den 4:0-Sieg gab sich Maurer selbst frei, blieb bei seiner Familie in Mindelheim. „Ich habe mir das Heimspiel verdient. Eine kurze Abreise ist zur Abwechslung auch mal ganz schön."

TSV 1860 München - MSV Duisburg 4:0 (2:0)

1860: 30 Eicher - 3 Wojtkowiak, 13 Aygün, 5 Vallori, 2 Volz - 7 Bierofka, 6 Stahl - 14 Tomasov, 8 Nicu - 10 Stoppelkamp, 11 Lauth.
Ersatz: 22 Ochs (Tor) - 17 Vocaj, 28 Halfar, 27 Feick, 29 Ziereis, 32 Bühler, 33 Vollmann, 36 Steinhart.

MSV: 18 Wiedwald - 4 Berberovic, 25 Lachheb, 5 Bajic, 24 Perthel - 33 Pamic, 21 Hoffmann - 7 Brosinski, 17 Wolze - 14 Brandy, 11 Baljak.
Ersatz: 1 Müller, 30 Lenz (Tor) - 6 Kern, 8 Exslager, 9 Domovchiyski, 16 Hennen, 26 Öztürk, 27 Jula, 28 Jevtic.

Wechsel: Halfar für Bierofka (60.), Feick für Aygün (68.), Ziereis für Lauth (79.), Bühler für Volz (83.), Vocaj für Stoppelkamp (83.), Steinhart für Tomasov (87.), Vollmann für Nicu (87.) - Exslager für Brandy (46.), Domovchiyski für Baljak (46.), Hennen für Pertherl (65.), Öztürk für Hoffmann (76.).

Tore: 1:0 Nicu (35.), 2:0 Stoppelkamp (38.), 3:0 Lauth (78.), 4:0 Stoppelkamp (80.).
Zuschauer: 1.207 im Julius-Strohmayer-Stadion in Mindelheim.
Schiedsrichter: Lothar Ostheimer (Sulzberg); Assistenten: Michael Wander (Helmstadt), Johannes Huber (Bogen).

Die bisherigen Testspiele der Löwen

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