22.07.2012

Die Löwen beendeten das Trainingslager im österreichischen Neusiedl am See mit einem 1:0-Erfolg über den ungarischen Erstligisten Haladas Szombathely. Das „goldene Tor" gegen die Magyaren erzielte Kapitän Benjamin Lauth mit einem sehenswerten 22-Meter-Schuss in der 34. Minute.
Gegen den Heimatverein von Gabor Kiraly verzichtete Löwen-Chefcoach Reiner Maurer auf Daniel Halfar, der aus persönlichen Gründen bereits einen Tag früher zurück nach München reiste. Guillermo Vallori und Necat Aygün fehlten wegen muskulärer Probleme, Sebastian Maier befindet sich noch im Aufbautraining. Nicht zum Einsatz kamen Ersatzkeeper Timo Ochs und die beiden A-Jugendlichen Felix Weber und Sebastian Wiesböck.
Das Spiel bei Haladas Szombathely war als „Gabor-Kiraly-Gala" angekündigt. Entsprechend stand der berühmteste Fußballer des Klubs bei seiner Rückkehr im Mittelpunkt. Auf der Videowall lief ein Werbetrailer für seine DVD, beim Einlaufen wurde sein Lieblingssong „It's My Life" von Bon Jovi gespielt, Papa Kiraly führte den Anstoß im Mittelkreis aus. Die Löwen taten zunächst alles, dass das Spiel für ihren Torwart ein Fest wird. Das Einzige, was nicht dazu passte, war der unglückliche Zusammenprall von Daniel Bierofka mit seinem Gegenspieler, bei dem er sich Kopf und Nacken verletzte. Der 33-Jährige biss aber die Zähne aufeinander, spielte zunächst weiter. In der 3. Minute steckte Benny Lauth den Ball auf Moritz Stoppelkamp durch, der diesmal auf der rechten Mittelfeldseite spielte. Seine Flanke konnte jedoch Haladas-Keeper Daniel Rozsa herunterpflücken. Drei Minuten später eroberte Ismael Blanco in zentraler Position das Leder, spielte auf die rechte Seite zu Stoppelkamp, dessen Flanke köpfte Maximilian Nicu jedoch über das Tor (6.). Aber auch die Ungarn hatten Möglichkeiten. Richard Guzmics kam gefährlich zum Abschluss, doch Kai Bülow blockte den Schuss, Guzmics Nachschuss wurde sichere Beute von Löwen-Keeper Kiraly. Christopher Schindler köpfte in der 16. Minute eine Freistoßflanke von Bierofka über das Gehäuse von Haladas. Auf der Gegenseite setzte sich Daniel Nagy auf der rechten Seite durch, sein Schuss von der Strafraumgrenze konnte Kiraly zur Ecke abwehren (23.). Kurz danach war für Bierofka Schluss. Der Routinier konnte aufgrund seiner Kopfverletzung aus der Anfangsphase nicht mehr weiterspielen. Für ihn kam Dominik Stahl, der sich gleich gut einfügte. Sein Distanzschuss in der 29. Minute aus 28 Metern verfehlte das Tor der Gastgeber nur knapp. Vier Minuten später führte Bülow einen Freistoß im Mittelfeld schnell aus, das Leder kam zu Blanco, der sofort abzog, Rozsa hatte Mühe, den Schuss über den Querbalken zu lenken (33.). Aus dem anschließenden Eckball von der linken Seite, den Stoppelkamp ausführte, resultierte die Löwen-Führung. Die Flanke wurde zunächst abgewehrt, das Leder kam zu Lauth, der mit einem satten 22-Meter-Schuss ins linke obere Eck zum 1:0 traf (34.). Danach passierte bis zum Pausenpfiff nicht mehr viel.
Nach Wiederbeginn verlor die Partie an Klasse. Die Ungarn waren nun dominant, ohne dass sie sich klare Chancen erspielen konnten. Ein Freistoß von Peter Halmosi verursachte Unordnung in der Löwen-Defensive, Bülow und Schindler wehrten zwar mit dem Kopf jeweils den Ball ab, doch irgendwie kam das Leder aus dem Getümmel aufs Tor, wo aber Kiraly sicher stand (52.). Nach einem abgewehrten Schuss von Stahl konterte Szombathely, Gabor Nagy spielte von der rechten Seite auf den mitgelaufenen Andras Rado, der vor Kiraly auftauchte, doch der ungarische Keeper der Löwen wehrte den Schuss mit dem Fuß ab (57.). Zur Abwechslung kamen auch mal wieder die Sechzger gefährlich vors Tor der Gastgeber. Blanco hatte auf Stoppelkamp gepasst, der legte auf Marin Tomasov ab. Der Kroate zielte aber von halbrechts an der Strafraumgrenze knapp übers Gehäuse der Ungarn (65.). Zwei Minuten später hatten die Gastgeber nochmals eine Kopfball-Chance durch Rado, doch Kiraly war zur Stelle, klärte den Ball zur Ecke (67.). Danach tat sich nicht mehr viel vor den Toren, sodass die Löwen das 1:0 über die Zeit brachten.
In der anschließenden Pressekonferenz, in der neben den beiden Trainern auch Haladas-Kapitän Peter Halmosi und Gabor Kiraly waren, sprach Reiner Maurer von einer ordentlichen 1. Halbzeit. „Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben in den ersten 45 Minuten eine gute Leistung gezeigt. Nach der Pause haben wir den Faden verloren, dadurch gab es einige Chancen für Szombathely. Natürlich war es für uns ein Nachteil, dass wir schon früh Daniel Bierofka ersetzen mussten." Der Gegner sei sehr motiviert gewesen. „Das war von der Atmosphäre fast wie ein Punktspiel." Ein besonderes Lob hatte der 52-jährige Fußballlehrer für seine Defensivabteilung parat. „Eshat mich gefreut, dass wir kein Gegentor bekommen haben. Da macht sich langsam die Erfahrung unserer Neuzugänge Grigoris Makos und Grzegorz Wojtkowiak bemerkbar."
„Für mich war das ein großes Erlebnis", sagteein gerührter Gabor Kiraly. „Heute bin ich erstmals nach 15 Jahren als Gegner zu meinem Heimatverein zurückgekehrt." Es sei für ihn sehr emotional gewesen, „aber ich habe versucht, mich in erster Linie aufs Spiel zu konzentrieren. Für uns war es wichtig, dass wir in dieser Phase der Vorbereitung gewinnen konnten. Ich denke, dass es für beide Seiten ein guter Test war."
Haladas: 66 Rózsa (46., 30 Gőcze, 69., 91 Mursits,) - 23 Schimmer (75., 37 Kalász), 22 Guzmics, 15 Tóth (71., 33 Farkas), 13 Halmosi (79., 12 Devecseri) - 7 Horváth (46., 2 Búrány), 10 Kulcsár (46., Fehér) - 21 D. Nagy (64., 14 Ugrai), 8 G. Nagy (64., 6 Szakály), 32 Radó - 20 Kenesei (46., 9 Andorka, 4).
1860: 1 Kiraly - 3 Wojtkowiak, 26 Schindler, 4 Bülow, 2 Volz (46., 27 Feick) - 21 Makos, 7 Bierofka (28., 6 Stahl) - 10 Stoppelkamp (75., 32 Glatzel), 8 Nicu - 18 Blanco (79., 33 Ott), 11 Lauth (63., 14 Tomasov).
Tor: 0:1 Lauth (34.)
Zuschauer: 3.000 in Szombathely/Ungarn.
Schiedsrichter: Tamas Bognar (Ungarn).