26.11.2011

Die Löwen sorgten am 16.Spieltag für die erste Saisonniederlage von Spitzenreiter Eintracht Frankfurt. Damit bewahrten sie sich die Minimalchance, nochmals in den Aufstiegskampf eingreifen zu können. Djordje Rakic hatte sein Team nach zwölf Sekunden in Führung gebracht, die Kevin Volland direkt in eine Drangphase der Hessen hinein auf 2:0 ausbaute (67.). In der Schlussphase gelang Theofanis Gekas lediglich der Anschlusstreffer zum 1:2-Endstand.
Personal: Löwen-Chefcoach Reiner Maurer musste im Spiel gegen den Tabellenführer auf Daniel Bierofka (Gelbsperre), Bobby Wood (Meniskus-OP), Benjamin Schwarz (Aufbautraining nach Knieverletzung) und Daniel Halfar (Schambeinreizung) verzichten. Kapitän Benjamin Lauth hatte nach dem Abschlusstraining am Freitag zwar Quartier im Mannschaftshotel Sheraton München Westpark bezogen, musste nach einer Blockade im Bereich der Halswirbelsäule jedoch passen. Daniel Jais, Jonatan Kotzke, Daniel Hofstetter und Philipp Steinhart waren tags zuvor in der U23 gegen die SpVgg Greuther Fürth II (0:0) im Einsatz. Erstmals fungierte Kai Bülow als Kapitän.
Spielverlauf: Was für ein Auftakt für die Löwen. Direkt nach dem Anstoß hatte Georgios Tzavellas den Ball an Stefan Aigner verloren, der sprintete ihm auf der rechten Seite davon, drang in den Strafraum ein, legte fast von der Grundlinie quer. Djordje Rakic war bedrängt von zwei Frankfurter Verteidigern im Torraum als erster am Ball, stocherte das Leder aus drei Metern zum 1:0 über die Linie. Zu diesem Zeitpunkt waren exakt 12,4 Sekunden gespielt. Erstmals gefährlich vors Löwen-Tor kamen die Hessen in der 3. Minute. Ein von Pirmin Schwegler getretener Eckball von der rechten Seite segelte an den zweiten Pfosten, Georgios Tzavellas kam halblinks aus neun Metern zum Schuss, doch 1860-Torhüter Gabor Kiraly fischte das Leder aus dem kurzen Eck (3.). In der 13. Minute eine ähnliche Szene wie vorm 1:0. Diesmal war es Sandro Kaiser, der mit dem Ball von rechts in den Strafraum lief, aber viel zu früh und überhastet flankte, sodass Rakic gegen zwei Eintracht-Verteidiger keine Chance hatte. Auf der Gegenseite legte Alexander Meier mit dem Kopf halbrechts vorm Strafraum ein hohes Zuspiel auf Sebastian Rode ab, der nahm den Ball aus 19 Metern per Drop-Kick, schoss aber übers Löwen-Tor (22.). In der 26. Minute verletzte sich Arne Feick bei einem Zweikampf so schwer, dass wenig später Stefan Buck übernehmen musste. Kurz danach hatte Schwegler auf der rechten Strafraumseite eine gute Chance, setzte das Leder aber aus 15 Metern über den Querbalken (29.). Ein 30-Meter-Schuss von Kaiser in der 35. Minute verfehlte sein Ziel um etwa zwei Meter. Nur knapp verpasste Kevin Volland nach einem wunderschönen Spielzug den Ball. Antonio Rukavina hatte steil auf die rechte Strafraumseite gespielt, Rakic lief in den Ball, flankte an den zweiten Pfosten, doch Volland war mit seinem Flugkopfball etwas zu spät dran (38.). In der 40. Minute mussten auch die Frankfurter erstmals wechseln. Torhüter Oka Nikolov, der sich am linken Oberschenkel gezerrt hatte, musste für Thomas Kessler Platz machen. Zwei Minuten später verhinderte Necat Aygün Schlimmeres. Maier hatte sich auf der rechten Strafraumseite durchgesetzt, seine Hereingabe auf Theofanis Gekas konnte der Löwen-Innenverteidiger im letzten Moment per Grätschte über die Tor-Auslinie befördern (42.). In der Nachspielzeit der 1. Halbzeit waren die Löwen im Glück. Matthias Lehmann hatte Gekas im Strafraum hoch angespielt, der passte mit dem Kopf zurück auf ihn, doch der Ex-Löwe geriet frei vor Kiraly ins Stolpern, sodass der 1860-Keeper den Ball aufnehmen konnte (45.). So nahmen die Hausherren die Führung mit in die Kabine. Nicht unverdient, denn durch ihr frühes Pressing und kompaktes Auftreten im Mittelfeld stellten sie den Spitzenreiter im Spielaufbau immer wieder vor Probleme.
Beinahe wäre den Löwen im zweiten Durchgang wieder ein frühes Tor gelungen. In der 48. Minute hatte Aigner von der rechten Strafraumseite an den Torraum gepasst, der mitgeeilte Buck kam mit einer Grätsche im Zentrum an den Ball, doch Torhüter Kessler legte sich quer, konnte den Schuss aus fünf Metern abwehren. Sechs Minuten später kamen auch die Hessen zu einer Großchance. Nach Zuspiel von Rode kam Maier halblinks im Strafraum zum Abschluss. Sein Flachschuss aus 15 Metern holte die Nummer Eins der Löwen aus dem langen Eck (54.). 60 Sekunden später die nächste Großchance. Benjamin Köhler kam zentral aus neun Metern zum Schuss. Doch der Ball landete nur auf der Brust von Aygün. Im zweiten Versuch hob Köhler den Ball auf Gekas, der aus sechs Metern nicht voll traf, sodass ihn Kiraly aus dem rechten Eck kratzen konnte (57.). Wiederum eine Minute später schoss Gekas halblinks aus acht Metern, setzte das Leder aber ans Außennetz (58.). In der 63. Minute chipte Köhler einen 28-Meter-Freistoß an den linken Pfosten, Tzavellas kam zwar ran, seine Kopfballverlängerung aus sechs Metern aufs kurze Eck wurde jedoch sichere Beute von Kiraly. Nach einer Jung-Flanke kam Meier zum Schuss, doch sein Versuch aus fünf Metern wurde von Schindler zur Ecke geblockt (65.). Der Eckball von Köhler kam zu Gekas, der mit dem Rücken zum Tor das Leder aus sechs Metern blind mit der Hacke spielte. Rukavina, am rechten Pfosten lauernd, klärte für seinen geschlagenen Keeper Kiraly gerade noch auf der Linie (66.). In diese Drangphase der Eintracht hinein konterten die Sechziger. der 1860-Torwart hatte weit abgeschlagen, fand Volland, der den Ball mit der Brust annahm, Gordon Schildenfeld stehen ließ und halbrechts alleine auf Kessler zusteuerte. Mit seinem Schuss aus 14 Metern traf er zum wichtigen 2:0 ins lange Eck (67.). Es war bereits der 9. Saisontreffer des 19-Jährigen. In der 72. Minute brannte es nach einer Köhler-Ecke erneut vorm Löwen-Tor. Gekas kam aus kurzer Distanz zum Abschluss, aber Kiraly rettete erneut mit einem klasse Reflex auf der Linie. Vier Minuten später hätte Dominik Stahl alles klar machen können. Rakic spielte ihn mit einem Hackentrick im Strafraum frei. Der Mittelfeldspieler schlenzte aus zwölf Metern Richtung rechtes Kreuzeck, traf aber nur die Oberkante der Latte (76.). In der 81. Minute kam Köhler auf der gegenseite erneut frei zum Abschluss, jagte das Leder aber aus 15 Metern über die Querlatte. Die größte Chance des Spiels versiebte zwei Minuten später Maier für die Eintracht. Er war halblinks aus zwölf Metern frei zum Schuss gekommen, traf aber nur die Oberkante der Latte (83.). Für die Eintracht reichte es drei Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit lediglich zum Anschlusstreffer. Erwin Hoffer hatte Karim Matmour freigespielt, der quer zu Gekas legte. Der Grieche brauchte nur noch ins leere Tor zum 1:2 einzuschieben. Danach passierte nicht mehr viel. Die Löwen retteten ihren Ein-Tore-Vorsprung souverän über die Zeit.