Löwen-U23 besiegt im Derby FC Bayern II mit 2:1

Bobby Wood

Bobby Wood (Mitte) nutzte im Derby die erste Löwen-Chance in der 3. Minute zum 1:0.

Die Löwen-U23 besiegte im Derby den FC Bayern II mit 2:1. Bobby Wood hatte die Sechziger mit dem ersten gefährlichen Angriff in Führung gebracht (3.). Doch Saer Sene glich in der 36. Minute per Foulelfmeter aus. Den Siegtreffer markierte Marius Willsch nach schöner Vorarbeit von Maximilian Knuth im zweiten Durchgang (64.). Damit feierte das Team von Trainer Klaus Koschlick seinen zweiten Sieg in Folge.

Personal: Bis auf Marcel Kappelmaier (Sehnenriss in der Hand) konnte Trainer Klaus Koschlick auf den kompletten Kader zurückgreifen. Von den Profis spielten Bobby Wood und Dennis Malura.

Spielverlauf: Nach 30 Sekunden initiierten die Bayern den ersten gefährlichen Angriff. Dale Jennings war halblinks aus 14 Metern zum Abschluss gekommen. Der abgefälschte Ball bereitet Vitus Eicher aber keine Probleme. Besser machten es die Löwen auf der Gegenseite. Stefan Wannenwetsch hatte aus dem Zentrum den Ball halbrechts auf Bobby Wood durchgesteckt. Der war im richtigen Augenblick gestartet und zog im Strafraum aus 14 Metern ab. Unhaltbar schlug der Ball genau neben dem rechten Pfosten halbhoch im kurzen Eck zum 1:0 für Sechzig ein (3.). In der 13. Minute zielte Saer Sene mit einem zentralen Freistoß aus 28 Metern halbhoch aufs rechte Eck, aber Eicher hechtete nach dem Schuss, lenkte das Leder um den Pfosten. Zwei Minuten später tanzte Jennings auf der linken Seite Malura an der Grundlinie aus, zog nach hinten in die Mitte, um zu schießen, aber Daniel Hofstetter hatte aufgepasst, blockte den Ball zur Ecke (15.). Niklas Horner kam in der 21. Minute halbrechts an der Strafraumgrenze zum Schuss, zielte aber genau Keeper Eicher in die Arme. Richtig gefährlich war der Angriff der Bayern in der 29. Minute,. Einen weiten Ball in den Löwen-Strafraum legte Sene mit dem Kopf zurück auf Horn, der nahm das Leder volley aus 18 Metern, doch Jonatan Kotzke blockte den gefährlichen Schuss. In dieser Phase waren die Löwen vielleicht etwas zu passiv. Das sollte sich in der 35. Minute rächen. Horn entwischte Malura an der Grundlinie, seine scharfe Hereingabe auf Takashi Usami versuchte Kotzke zu klären, traf dabei den Bayern-Spieler am Fuß. Schiedsrichter Martin Bärmann zögerte keinen Augenblick, entschied sofort auf Elfmeter. Sene lief an, verlud Eicher und traf zum 1:1 in die Mitte des Tores (36.). Kurz vor der Pause hatten die Sechzger noch eine halbe Chance nach einem gelungenen Konter. Marius Willsch flankte scharf von rechts in die Mitte, aber Gökhan Gümüssu am Torraum kam gegen Torhüter Rouven Sattelmaier einen Schritt zu spät (43.).

Direkt nach Wiederanpfiff ergriffen die Löwen die Initiative. In der 49. Minute setzte sich Marius Willsch auf der rechten Seite im Strafraum durch, versuchte von der Grundlinie zurück auf Gökhan Gümüssu zu passen, doch der wurde bei seinem Schussversuch aus sechs Metern entscheidend gestört. Auf der Gegenseite kam der Japaner Usami halblinks aus 16 Metern zum Abschluss. Sein Schuss aufs lange Eck wehrte Eicher jedoch auf die Seite ab. Nach einem Eckball von links durch Willsch schraubte sich Kotzke am Torraum hoch, konnte den Ball aber nicht mehr entscheidend drücken, köpfte knapp übers Tor (52.). In der 64. Minute gelang den Löwen die erneute Führung. Maximilian Knuth hatte sich nach einem Sololauf über die linke Seite durchgesetzt, sein Diagonalpass von der Grundlinie durch den Torraum kam zu Willsch am zweiten Pfosten, der aus sieben Metern flach ins lange Eck traf. In der Folge versuchten die Bayern Druck zu erzeugen. Vor allem der Japaner Usami, den Philipp Steinhart in den ersten 45 Minuten fast vollkommen ausgeschaltet hatte, wurde aktiver. Doch die 1860-Defensive stand, ließ dem FCB am Strafraum kaum Platz. In der 86. Minute konnte sich Sene links im Strafraum durchsetzten, sein Rückpass kam zu Dennis Chessa, der aber aus neun Metern genau auf Eicher zielte (86.). Zwei Minuten später besaßen die Löwen die Riesenchance, das Spiel endgültig zu entscheiden. Eine weite Flanke von der rechten Seite nahm der 18-jährige Daniel Jais freistehend am zweiten Pfosten direkt. Sein Schuss aus sechs Metern ging aber um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (88.). Oft rächen sich solche Nachlässigkeiten. Doch diesmal hatten die Löwen das Glück des Tüchtigen. In der Nachspielzeit kam Pascal Reinhardt am zweiten Pfosten zum Kopfball, zielte aus kurzer Distanz aber genau in die Arme von Torhüter Eicher. Kurz danach war Schluss. Die Löwen, neun Spieltage sieglos, feierten nun ihren zweiten Sieg in Folge und ihren ersten auswärts!

Trainerstimmen zum Spiel

Löwen-Chefcoach Klaus Koschlick sprach von einem „spannenden, packenden Derby vor einer großartigen Kulisse". Seinem Team sei es gelungen, den Schwung aus dem Nürnberg-Spiel mitzunehmen. „Wir waren gut organisiert, haben wenig Chancen zugelassen. Lediglich bei hohen Bällen hatten wir einige Probleme. Insgesamt haben wir eine Handvoll Chancen kreiert und herausgespielt." Den Schlüssel zum Erfolg sah der 61-Jährige im Engagement seines Teams. „Die Mannschaft spielt seit Wochen mit purer Leidenschaft. Aber genau das erwarte ich auch. Die Bayern hatten vielleicht mehr Spielanteile, aber wir sind gut in die Räume reingestoßen, hatten die besseren Möglichkeiten. Der Sieg war nicht unverdient."

Dagegen beklagte sich FCB-Coach Andries Jonker über die Unkonzentriertheiten seiner Mannschaft. „Wir haben wieder die bekannten Fehler gemacht, sind früh in Rückstand geraten und mussten dann der Führung hinterherlaufen. Das irritiert mich einfach, dass wir schon fünf- oder sechsmal in den ersten Minuten ein Gegentor bekommen haben. Das Spiel beginnt nicht, wenn der Ball das erste Mal im Tor liegt, sondern wenn der Schiedsrichter anpfeift. Das muss die Mannschaft endlich lernen." Ansonsten zeigte sich auch der Niederländer begeistert von der Kulisse. „Die vielen Zuschauer machten den Unterschied zu unseren sonstigen Heimspielen. Das ist gut für die Entwicklung meiner Spieler." Ansonsten hatte Jonker eine Partie auf hohem Niveau gesehen. „Das war kein Spiel zweier Mannschaften, die in der Liga unten stehen", sagte er. Auch das zweite Gegentor brachte den FCB-Trainer auf die Palme. „Da ist nichts los, dann spielen wir ohne Not einen Fehlpass, was die Löwen gleich abgestraft haben. Danach konnten wir uns keine klaren Chancen mehr erspielen. Wir haben einfach zu wenig Torchancen aus unserem Ballbesitz kreiert."

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