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Löwen unterliegen Unterhaching mit 1:2

Motivbild
2.400 Zuschauer fanden den Weg in den Sportpark Unterhaching, darunter größtenteils Löwen-Fans.

Die Löwen kassierten bei der SpVgg Unterhaching ihre erste Testspielniederlage der Saison. Das Team von Reiner Maurer ging zwar gegen den sehr engagiert auftretenden Drittligisten durch Benny Lauth in Führung (31.), doch Florian Niederlechner glich noch vor der Pause aus (42.). Im zweiten Durchgang erzielte Maximilian Welzmüller per Fernschuss den 2:1-Siegtreffer für Haching (57.). Die Löwen machten zwar in der Schlussphase Druck, aber der Ausgleich wollte nicht fallen.

Mit Marius Willsch und Daniel Hofstetter liefen zwei Ex-Löwen beim Drittligisten auf. Auch das Trainergespann, Claus Schromm und Manuel Baum, besitzt eine blaue Vergangenheit. Schromm trainierte jahrelang die U19 der Sechzger, gewann 2007 sogar den DFB-Junioren-Vereinspokal, Baum war früher Torwarttrainer der U23.

Haching machte vom Anpfiff weg den agileren Eindruck, besaß durch Yasin Yilmaz auch die erste Chance. Der Mittelfeldspieler kam frei an der Strafraumgrenze zum Abschluss, doch das Leder rutschte ihm etwas über den Spann, so dass Vitus Eicher im Löwen-Tor nicht eingreifen musste (4.). Yilmaz war es auch, der in der 14. Minute erstmals Eicher ernsthaft prüfte. Nach einem kurz ausgeführten Freistoß zog er aus 20 Metern ab, der Löwen-Keeper musste sich strecken, um den halbhohen Schuss aufs linke Eck abzuwehren. Glück hatten die Löwen in der 27. Minute. Florian Niederlechner wurde mit einem Pass in die Schnittstelle der 1860-Abwehr auf die Reise geschickt, seinen 13-Meter-Schuss aus halblinker Position aufs kurze Eck wehrte Eicher mit einem Reflex nach vorne ab, ehe seine zurückgeeilten Vorderleute die Situation endgültig bereinigen konnten. Das Tor fiel dann - etwas überraschend - auf der anderen Seite. SpVgg-Torhüter Stefan Riederer hatte einen Schuss zu kurz nach vorne abgewehrt, Arne Feick kam halblinks an der Strafraumgrenze ans Leder, bediente mustergültig Benjamin Lauth am Torraum, der völlig freistehend per Seitfallzieher zum 1:0 ins rechte untere Eck traf (31.). Vier Minuten später verfehlte ein 20-Meter-Schuss von Lauth nur knapp das Ziel (35.). In der 38. Minute tauchte Maximilian Nicu über rechts alleine vor Torwart Riederer auf, der seinen Schrägschuss aus neun Metern aufs lange Eck jedoch parierte. Der nächste Treffer fiel dann aber für die Münchner Vorstädter, wieder war die Löwen-Verteidigung nicht im Bild. Erst durfte Luca Odak von der linken Seite unbedrängt den Ball annehmen, sein flaches Zuspiel mit rechts aus dem Halbfeld erreichte den gestarteten Niederlechner in der Mitte, der alleine vor Eicher auftauchte und dem Löwen-Schlussmann aus elf Metern keine Chance ließ (42.).

Im zweiten Durchgang ließ erstmals Marin Tomasov sein Können aufblitzen. Im Mittelfeld schnappte sich der Kroate das Leder, nahm Tempo auf, umspielte einen Hachinger und zog dann aus 25 Metern mit links ab. SpVgg-Keeper Riederer hatte Mühe, den gefährlichen Aufsetzer abzuwehren (51.). Sechs Minuten später fand auf der Gegenseite Maximilian Welzmüller keine Anspielstation, also versuchte er es mit einem strammen Linksschuss aus 25 Metern. Eicher streckte sich, doch der Ball schlug genau ins linke untere Eck zum 2:1 für Unterhaching ein (57.). In der 66. Minute konnte die Deckung der Gastgeber eine Direktabnahme von Tomasov aus halbrechter Position gerade noch blocken, indem sie sich zwei Abwehrspieler am Torraum in den Schuss warfen. In der 71. Minute legte Daniel Bierofka nach einer Rechtsflanke den Ball mit der Brust zurück auf Dominik Stahl, der nahm das Leder direkt von der Strafraumgrenze, zielte aber knapp am linken Pfosten vorbei. Vier Minuten später kam Tomasov am rechten Strafraumeck zum Abschluss, sein Schuss landete aber rechts neben dem Tor (75.). Doch der Kroate war eindeutig der Aktivposten im Offensivspiel der Löwen in der 2. Halbzeit. Nach einem von Tomasov auf Sebastian Maier zurückgelegten Eckball konnte Riederer den Schuss des 1860-Youngsters von der Strafraumgrenze nur mit viel Mühe über die Querlatte lenken (77.). Auf der Gegenseite kratzte Eicher einen 17-Meter-Freistoß von Stefan Haas aus dem linken Kreuzeck (81.). Zwar versuchten die Sechzger bis zum Schluss, wenigstens den Ausgleich zu erzielen. Doch nach den anstrengenden Trainingswochen fehlte einfach die Kraft und die Spritzigkeit gegen tapfer verteidigende Hachinger. So blieb es bei der 1:2-Niederlage.

Stimmen zum Spiel

Löwen-Cheftrainer Reiner Maurer sprach von einem „Einstandsgeschenk" für Manni Schwabl, der am Abend zuvor zum Präsidenten der SpVgg Unterhaching gewählt worden war. „Wir haben heute zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen", analysierte der 52-Jährige. „Vor der Pause zeigten wir keine Laufbereitschaft. Im offensiven Zentrum hat das Zusammenspiel überhaupt nicht geklappt. Trotzdem führen wir plötzlich mit 1:0." Das 1:1 zur Pause, so Maurer, sei schmeichelhaft gewesen. „In der 2. Halbzeit waren wir dann die bessere Mannschaft, bekommen dann aber durch einen schönen Schuss, bei dem wir nicht konsequent genug stören, das 1:2. „ Danach habe sein Team, besonders durch Marin Tomasov, noch die „ein oder andere Chance gehabt. Man hat aber gesehen, dass es bei manchen Spielern noch fehlt. Aber das ist in dieser Phase der Vorbereitung normal. An den Defiziten werden wir arbeiten." Gefallen hat Maurer, dass in der 2. Halbzeit Tomasov und Moritz Stoppelkamp viel Druck über die rechte Seite erzeugten.

Hachings-Trainer Manuel Baum stimmte Maurers Analyse zu. „Ich habe es auch so gesehen, dass wir in der 1. Halbzeit die bessere Mannschaft waren, durch Florian Niederlechner noch eine Großchance besaßen. In der 2. Halbzeit waren wir dann platt." Trotzdem sah Baum „viele gute Ansätze".

Sein gleichberechtigter Trainerpartner Claus Schromm sprach von einer besseren Ausgangslage für sein Team. „Wir hatten gegen Sechzig nichts zu verlieren, haben phasenweise ganz gut Fußball gespielt - natürlich nicht über 90 Minuten. Für den Moment sind wir zufrieden, ab morgen arbeiten wir weiter daran, uns Schritt für Schritt zu verbessern."

Neu-Präsident Manni Schwabl bedankte sich in der Kabine für den Sieg bei seiner Mannschaft. „Wichtiger war für mich aber, dass wir trotz der Abgänge gesehen haben, dass das junge Team auch gegen starke Gegner mithalten kann."

SpVgg Unterhaching - TSV 1860 München 2:1 (1:1)

SpVgg: 1 Riederer - 23 Schwabl, 14 Drum, 5 Hofstetter, 37 Odak - 8 Yilmaz, 19 Welzmüller - 7 Thee, 10 Bigalke, 25 Willsch - 11 Niederlechner.
Ersatz: 22 Müller (Tor) - 15 Haas, 18 Rohracker, 21 Moll, 24 Kalus, 35 Hingerl, 39 Haberer.

1860: 30 Eicher - 2 Volz, 13 Aygün, 5 Vallori, 27 Feick - 4 Bülow, 6 Stahl - 10 Stoppelkamp, 8 Nicu - 11 Lauth, 14 Tomasov.
Ersatz: 22 Ochs (Tor) - 7 Bierofka, 17 Vocaj, 19 Maier 26 Schindler, 29 Ziereis, 32 Bühler, 33 Vollmann, 36 Steinhart.

Wechsel: Kalus für Odak (46.), Rohracker für Willsch (62.), Moll für Welzmüller (62.), Haberer für Niederlechner (62.), Haas für Yilmaz (62.), Hingerl für Thee (73.) - Bierofka für Bülow (46.), Schindler für Aygün (46.), Maier für Nicu (63.), Ziereis für Lauth (75.).

Tore: 0:1 Lauth (31.), 1:1 Niederlechner (42.), 2:1 Welzmüller (57.).
Zuschauer: 2.400 im Sportpark Unterhaching.
Schiedsrichter: Eduard Beitinger (Regensburg); Assistenten: Ben-Erik Salb (München), Matthias Schepp (Schwabhausen).

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