08.09.2012

Die Löwen-Reserve gewann das Derby beim FC Augsburg II mit 1:0. Den Goldenen Treffer im Rosenaustadion erzielte Sebastian Maier in der 72. Minute. Der Sieg war aufgrund der Großchancen für die Sechzger nach der Pause verdient, wenngleich das Team von Trainer Alexander Schmidt bis zum Schluss zittern musste. Damit hat die U21 aus den letzten sechs Spielen 13 Punkte geholt.
Bis auf die langzeitverletzten Denis Vatany (Teilabriss des Außenbands im Knie), Kodjovi Koussou (Innenbandriss im Knie) und Christopher Dinkelbach (Bänderriss am rechten Sprunggelenk) konnte das Trainerteam um Alexander Schmidt in Augsburg aus dem Vollen schöpfen. Überraschend der Schachzug mit Andreas Geipl. Der Mittelfeldspieler verteidigte erstmals neben Manuel Bühler im Abwehrzentrum.
Die Löwen waren von Beginn an gewillt, dort anzuknüpfen, wo sie beim 6:2 gegen Kickers Würzburg aufgehört hatten. Und so dominierten sie die erste halbe Stunde im Rosenaustadion. Bobby Wood erkämpfte sich in der 8. Minute im Mittelfeld den Ball, stürmt in den FCA-Strafraum, übersah aber den besser postierten Daniel Jais und scheiterte mit seinem Schuss an Augsburgs Keeper Christian Krieglmeier. Nach einer Viertelstunde spielte Sebastian Maier einen Traumpass auf Wood. Der hätte frei Bahn gehabt, brachte aber das Leder nicht unter Kontrolle (16.). Die größte Chance der 1. Halbzeit vergab aber Jais nach knapp einer halben Stunde. Markus Ziereis hatte in die Nahtstelle der Abwehr gepasst, Jais lief danach alleine auf Krieglmeier zu, setzte den Ball aber um Zentimeter neben den rechten Pfosten (29.). So blieb es bis zum Gang in die Kabine beim 0:0.
Die Löwen dominierten auch nach dem Seitenwechsel. Beinahe hätte eine verunglückte Flanke von Liridon Vocaj, die zum Torschuss wurde, FCA-Torhüter Krieglmeier überrascht (56.). Aber auch die Augsburger besaßen eine Großchance. Nach einer Flanke von links durch Thomas Steinherr kam Marco Thiede vollkommen frei an den Ball. Doch Löwen-Keeper Vitus Eicher baute sich vor ihm auf, verkürzte den Winkel und parierte den Schuss des Augsburgers (70.). Zwei Minuten später fiel das Tor auf der anderen Seite. Der eingewechselte Nico Karger passte auf Maier, der ließ seinen Gegenspieler stehen und zog anschließend von der Strafraumgrenze ab. Sein Schuss wurde von einem Abwehrspieler unhaltbar für Krieglmeier zum 1:0 für die Löwen abgefälscht (72.). Nach der Führung versäumten es die Sechzger, den Sack vorzeitig zu schließen. In der 82. Minute kam Karger nach einem Eckball von Stefan Wannenwetsch ans Leder. Sein Schuss aus spitzem Winkel ging zwar an Keeper Krieglmeier vorbei, aber Tim Rieder kratzte den Ball für seinen geschlagenen Torhüter von der Linie. Drei Minuten später dribbelte sich Chris Wolf durch die Abwehr, passte von der Grundlinie zurück auf den frei stehenden Ziereis. Doch dessen Elf-Meter-Schuss entschärfte Krieglmeier mit einem Reflex (85.). So mussten die Löwen bis zum Schlusspfiff von Schiedsrichter Benjamin Cortus zittern, ehe die drei Punkte unter Dach und Fach waren. Damit stoppten sie die kleine Serie der FCA-Reserve, die zuvor drei Spiele in Folge nicht verloren hatte.
1860-Trainer Alexander Schmidt sprach von einem engen Spiel. „Aufgrund der 2. Halbzeit, wo wir viele klare Chancen hatten, ist der Sieg verdient." Fußball-Ästheten seien dabei nicht auf ihre Kosten gekommen. „Es war von beiden Seiten her ein zerfahrenes Spiel, hart umkämpft, aber mit vielen technischen Fehlern. Wir haben uns vorne nicht so optimal bewegt, wie wir uns das vorgenommen hatten. Dazu ließen wir eine Reihe von Großchancen ungenutzt, sodass wir bis zum Ende bei jeder Flanke in den Strafraum zittern mussten. Das war unnötig gewesen." Für Innenverteidiger Andy Geipl hatte er ein Lob parat. „Er hat das gut gemacht mit seiner Zweikampfstärke." Trotzdem wird sein Einsatz auf dieser Position eher eine Ausnahme gewesen sein. „Chris Rech tut sich nach seiner Verletzung in der Vorbereitung nach wie vor schwer. Bei ihm fehlt immer noch etwas", sieht er mittelfristig eher den 19-Jährigen auf dieser Position. Für Geipl durfte seit Wochen erstmals wieder Liridon Vocaj von Beginn an im defensiven Mittelfeld ran. „Liridon hat zuletzt gut gespielt, Fortschritte gemacht. Deshalb habe ich mich für ihn entscheiden", begründete der 43-jährige Fußball-Lehrer dessen Einsatz. „Wichtig war für mich, dass wir mal wieder zu Null gespielt haben. 16 Gegentore in den zehn Spielen zuvor waren einfach zu viel."
FCA-Trainer Dieter Märkle, von 2009 bis 2011 selbst Coach der Löwen-Reserve, sprach von einer bitteren Niederlage. „Das Tor ist unglücklich entstanden. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Spiele: Wir haben gute Chancen, lassen aber einen konsequenten Abschluss vermissen. Andererseits darf man von den Spielern auch keine Wunder erwarten, schließlich haben sie vor kurzer Zeit noch in der Landesliga gespielt. Wir werden einfach konzentriert weiterarbeiten", so die Maxime des Schwaben.