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Moritz Volz im Interview: London, Hamburg, München

Moritz Volz kommt vom FC St. Pauli, unterschrieb einen Dreijahresvertrag bei den Löwen. Der 29-Jährige wurde in Siegen geboren, wechselte aber bereits mit 16 Jahren in den Nachwuchs des Premiere-League-Klubs FC Arsenal. Seine beste Zeit als Fußballer auf der Insel erlebte er beim FC Fulham. Für die „Cottagers" absolvierte er zwischen 2004 und 2009 108 Partien, erzielte zwei Treffer, darunter das 15.000. Tor seit Einführung der Premiere League 1992. Sein kürzlich im Rowohlt-Verlag erschienenes Buch „Unser Mann in London" stand sieben Wochen lang unter den Top 50 der Spiegel-Bestsellerliste.

tsv1860.de hat sich mit Moritz Volz unterhalten.

Im zweiten Teil des Interviews spricht der Abwehrspieler über sein Buch-Projekt und seine neue Heimat München.

tsv1860.de Sie haben kürzlich ein Buch über ihre Zeit in England veröffentlicht. Ehrlich gesagt: Haben Sie mit dem großen Interesse daran und dem Erfolg gerechnet?

Moritz Volz: Ich konnte mir schon vorstellen, dass das einige Leute interessieren wird. Aber die Resonanz, seit das Buch Anfang März auf den Markt gekommen ist, war durchweg positiv. Die Kritiken sind sehr gut. Und viele Freunde und Bekannte, die es gelesen haben, hatten eine Menge Spaß daran. Viele alte Weggefährten aus dem Fußball können sich in Teilen des Buches oder an bestimmten Punkten ihrer eigenen Karriere selbst wiederfinden. Zumindest haben sie mir das erzählt.

Moritz Volz im Kopfball-Duell mit Necat Aygün
Zuletzt noch Gegner, jetzt Teamkollegen: Moritz Volz (Mitte, li.) im Kopfball-Duell mit Necat Aygün.


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Ist das Schreiben für Sie eine Alternative zum Profifußball?

Volz: Nein, letzten Endes ist es eine Nebentätigkeit, ein Projekt, das ich vor allem während meiner letzten Verletzung etwas mehr forcieren konnte. Es macht mir riesigen Spaß und ist für mich ein Geschenk, zehn Jahre meines Lebens nochmals reflektieren und aufschreiben zu können. Das es so gut ankommt, ist natürlich ein erfreulicher Nebeneffekt.

tsv1860.de Sie haben die Verletzung gerade angesprochen. In ihren zwei Jahren beim FC St. Pauli hatten Sie nur 23 Einsätze. Was war genau die Ursache?
Volz: Zuletzt war es ein Schienbeinbruch, den ich mir im Training bei einem Zweikampf mit Gerald Asamoah im März 2011 zugezogen hatte. Es war aber nicht so, dass ich dadurch mehr Zeit für das Buch-Projekt hatte. Denn die Reha-Phase ist eigentlich immer aufwendiger als der aktive Training- und Spielbetrieb. Aber vom Kopf her hatte ich eine größere Kapazität, mich auf das Schreiben zu fokussieren. Das wäre im Spielbetrieb mit dem Druck der Öffentlichkeit, mit dem Druck innerhalb der Mannschaft schwierig gewesen. Während der Verletzung steht man nicht ständig unter Beobachtung, deshalb konnte ich mich mental auf etwas anderes konzentrieren.

tsv1860.de Haben Sie das Buch wirklich selbst geschrieben oder hatten Sie einen Ghostwriter?
Volz: Ich habe das gemeinsam mit einem befreundeten Autor geschrieben, der mir dabei geholfen hat. Die Arbeit hat viel Spaß gemacht - das Hin- und Herschicken des Manuskripts, das ständige Feilen an den Worten und Sätzen. In dem Jahr des Projektes habe ich einen guten Einblick in die Autorentätigkeit bekommen.

tsv1860.de Wer hatte die Idee zu dem Buchprojekt?
Volz: Das Angebot vom Verlag kam bereits 2007, aber erst mit dem Wechsel von England weg wurde es konkreter. Es sind ja Geschichten und Anekdoten aus meiner Zeit auf der Insel. Nicht nur als Fußballspieler, sondern auch privat. Es ist aber keine klassische Autobiographie. Im Gegenteil: Ich wehre mich dagegen, dass ich mit 29 Jahren mein Leben auf den Markt werfe. Überhaupt nicht! Ich habe gemerkt, dass ich oft gefragt wurde: Wie ist es in England, wie sind die Engländer? Deshalb habe ich das Angebot angenommen, diese Fragen in einem Buch zu klären. Ich merke auch, dass es nicht nur von Menschen gekauft wird, die Interesse am Fußball haben, sondern auch von vielen Kulturbegeisterten, die London gerne mögen. Gleichzeitig ist es ein schönes Thema, um mit anderen ins Gespräch zu kommen.

tsv1860.de London, Hamburg, jetzt München - zieht es Sie in Großstädte?
Volz: Das hat sich so ergeben. Es sind aber alles Städte, die ich mag. Nach London bin ich sehr früh gegangen, da hatte ich vorher kein wirkliches Bild von. In Hamburg kannte ich mich schon aus, bevor ich zu St. Pauli wechselte. Ein- bis zweimal pro Jahr besuchte ich zuvor Hamburg für ein Wochenende als Tourist. In München war ich auch schon häufiger, um mich mit Bekannten zu treffen, mir die Stadt anzusehen oder um den Arzt aufzusuchen. Es ist eine Stadt, die mir schon immer gefallen hat. Im Vergleich zu London oder Hamburg ist München noch mal etwas anderes, weil sie ein südlicheres Flair besitzt. Ich freue mich darauf, werde jetzt gleich loslegen, um mir ein ausführliches Bild von der Stadt und den Menschen zu machen.

tsv1860.de Es gibt von Ihnen die berühmten Bilder mit dem Klappfahrrad in London. Suchen Sie in München auch eine Wohnung, von der Sie mit dem Drahtessel zum Training fahren können?
Volz: Das wäre ideal! In Hamburg war es sehr bequem, da bin ich gerne mit dem Rad gefahren. Nur leider hat es oft das Wetter nicht zugelassen. Ich erhoffe mir von München auf alle Fälle mehr Sonnentage. Generell ist es so, dass ich gerne in der Nähe des Trainingsgeländes wohne, auch wenn es nicht das Hauptkriterium sein wird, dass ich mit dem Fahrrad zum Training kommen kann. Aber, wenn es möglich ist: Sehr gerne!

Teil 1 des Interviews lesen.

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