05.08.2011

Einen denkbar schlechten Saisonstart erwischten die Löwen. Gegen die U23 von Eintracht Frankfurt unterlagen sie mit 0:1. Den goldenen Treffer für die Hessen erzielte Sascha Wolfert bereits in der 6. Minute.
Personal: Verletzungsbedingt musste Trainer Bernhard Winkler auf Gökhan Gümüssu verzichten. Unter der Woche wurde zudem Tobias Schilk an Drittligist 1. FC Heidenheim ausgeliehen. Im Sturmzentrum erhielt Daniel Jais den Vorzug vor Dimitry Imbongo Boele. Die Eintracht war nur mit insgesamt zwölf Feldspielern nach München angereist.
Spielverlauf: Gleich mit der ersten Chance des Spiels gingen die Gäste in Führung. Björn Schnitzer hatte halbhoch aus dem Zentrum an den Strafraum gepasst, wo Sascha Wolfert den Ball aus dem Rücken kommend per Drehschuss direkt aus der Luft nahm und am verdutzten Vitus Eicher vorbei aus 16 Metern zum 1:0 einnetzte (6.). Mühe hatte in der 9. Minute Frankfurts-Torhüter Erman Muratagic mit einem 22-Meter-Schuss aus dem Rückraum von Marcel Kappelmaier aufs lange Eck. Er ewehrte ihn nur nach vorne ab, bevor seine Kollegen die Situation endgültig bereinigten. Daniel Hofstetter konnte bei seinem Kopfball in aussichtsreicher Position nach einer Ecke von Benjamin Penzkofer gerade noch am Torraum von Anthony Jung gestört werden (17.). In der 22. Minute reklamierten die Löwen Elfmeter. Qendrim Beqiri hatte auf die rechte Strafraumseite gepasst, wo Daniel Jais gestartet war, der flankte sofort in die Mitte, wo Maximilian Knuth beim Kopfballversuch am Torraum von zwei Frankfurtern zu Fall gebracht wurde, doch Schiedsrichter Manuel Beck ließ sehr zum Leidwesen der Sechzger weiterspielen. Strecken musste sich Eicher in der 36. Minute bei einem Schuss von Di Gregorio von der Strafraumgrenze, den er aber auf die rechte Seite wegfausten konnte. Kurz vor der Pause hatten die Löwen nochmals die Ausgleichsmöglichkeit. Kappelmaier hatte fast an der linken Außenlinie an den zweiten Pfosten geflankt, Marius Willsch nahm den Ball an der Grundlinie an. Zog nach innen und zielte aus spitzem Winkel aufs lange Eck. Sein Schuss aus acht Metern ging knapp am linken Pfosten vorbei (44.). Damit blieb es bei der knappen Pausenführung für die Eintracht, die aus einer Chance ein Tor machte.
Glück hatten die Löwen direkt nach Wiederanpfiff. Patrick Schaaf kam am rechten Torraumeck ans Leder, seine Hereingabe auf den in der Mitte lauernden Wolfert konnte Eicher jedoch gerade noch abwehren (49.). In der 59. Minute war Wolfert gedankenschneller als Hofstetter, sein Schuss aus spitzem Winkel in halbrechter Position konnte Eicher jedoch in die Mitte abwehren, wo Christoph Dinkelbach endgültig klärte. Einen weiten Einwurf von der rechten Seite durch Manuel Bühler verlängerte Marius Willsch über den Frankfurter Torhüter hinweg, doch die Abwehr der Hessen verhinderte schlimmeres, schlug den Ball vor dem nachsetzenden Dimitry Imbongo Boele aus der Gefahrenzone (67.). Erneut dem reaktionsschnellen Eicher hatten es die Löwen in der 72. Minute zu verdanken, dass es beim Ein-Tore-Rückstand blieb. Einen 23-Meter-Freistoß aus halbrechter Position hatte Björn Schnitzer mit viel Schnitt vors Tor geflankt, zwei Eintracht-Spieler setzten nach, doch Eicher war zur Stelle, wehrte ab. In der Nachspielzeit wurde es nochmals spannend. Drei Ecken hatten die Sechzger in Folge, die beste Chance dabei hatte Markus Ziereis, dessen Kopfball auf fünf Metern Keeper Muratagic mit einem Reflex über die Querlatte lenken konnte. Unterm Strich war der Sieg für die Hessen verdient, weil sie die reifere Spielanlage präsentierten, während die junge Löwen-Mannschaft nie eine klare Struktur in ihr Spiel brachte. Auf Löwen-Trainer Bernhard Winkler und Klaus Koschlick wartet noch viel Arbeit.
Löwen-Coach Bernhard Winkler sprach von einem verdienten Sieg für die Eintracht. „Die harte Vorbereitung war für viele in meinem Team Neuland. Aber darauf darf ich keine Rücksicht nehmen, es zählt die gesamte Saison", resümierte der 45-Jährige. „Frankfurt war spritziger, geistig frischer. Gerade im Mittelfeld waren wir zu langsam, sind kaum in Ballbesitz gekommen. Da hat die Abstimmung nicht gepasst. Wir waren viel zu weit auseinander gezogen." Der Siegtreffer, so Winkler, sei einem „super Angriff" entsprungen. „In einem Spiel kann man nicht alles verhindern. Aber nach dem frühen Rückstand hat man gemerkt, dass es jetzt schwer wird. Die Spieler hat das Tor geschockt. Bis zur Pause ging überhaupt nichts mehr." Obwohl sein Team die 2. Halbzeit ausgeglichen gestalten konnte, war Winkler auch mit dieser nicht zufrieden. „Wir haben es nicht geschafft, spielerisch Chancen zu kreieren. Ich bin aber überzeugt, dass die Mannschaft das in den nächsten Spielen besser umsetzen kann. Wir haben ein Heimspiel verloren, das wurmt mich natürlich."
Oscar Corrochano, Coach der Frankfurter, war mit der Leistung und dem Ergebnis seiner Mannschaft zufrieden. „Nach der Vorbereitung weiß man nie, wo man steht. Ich muss meinem Team ein Kompliment machen, dass sie das so gut umgesetzt hat, was wir einstudiert haben. Uns hat das frühe Tor Sicherheit gegeben und Flügel verliehen, vielleicht hätten wir das zweite vor der Pause nachlegen müssen. Zum Schluss hat Sechzig gedrückt, aber wir haben gut dagegen gehalten."