11.12.2011

Die Rehabilitation für die 0:7-Heimniederlage im Hinspiel ist der Löwen-U23 bei der TSG 1899 Hoffenheim II gelungen. Zwar mussten die Mannen von Trainer Klaus Koschlick nach der Führung durch Manuel Schäffler (27.) mit dem Pausenpfiff den Ausgleich durch Nicolai Groß hinnehmen (45.). Am Ende nahmen sie beim 1:1 einen überraschenden, aber verdienten Punkt aus dem Kraichgau mit nach München und beschlossen das Punktspieljahr 2011 mit einem versöhnlichen Erfolg.
Personal: Löwen-Coach Klaus Koschlick musste bei 1899 Hoffenheim II nur auf Daniel Hofstetter (Adduktorenprobleme) verzichten. Erstmals seit Wochen saßen Stefan Wannenwetsch (Faserriss) und Benjamin Penzkofer (Innenbandverletzung) wieder auf der Bank. Von den Löwen-Profis wirkte Manuel Schäffler mit.
Spielverlauf: Vom Anpfiff weg zeigte sich die Löwen-Reserve bissig, wenngleich die Gastgeber etwas mehr Spielanteile besaßen. In der 12. Minute kam Robin Szarka aus 23 Metern zum Abschluss, sein Flachschuss ging aber knapp am Tor von Vitus Eicher vorbei. Auf der anderen Seite flankte Quendrim Beqiri einen Freistoß an den zweiten Pfosten, Florian Bühler kam aus sechs Metern mit dem Hinterkopf ans Leder, konnte es aber nicht aufs Tor platzieren (16.). Nach einer Rechtsflanke von Philipp Klingmann legte Marco Schäfer im Zentrum den Ball nach hinten auf Szarka ab, der nahm das Leder aus 14 Metern direkt, zielte aber weit übers Löwen-Tor (20.). In der 27. Minute fiel dann die überraschende Führung der Sechzger. Nach einem doppelten Doppelpass zwischen Kodjovi Koussou und Chris Wolf auf der rechten Seite legte Koussou von der Grundlinie das Leder quer in die Mitte. Manuel Schäffler am Torraum behielt die Übersicht, nahm das Zuspiel an und schoss platziert zum 1:0 für die Weiß-Blauen ein. Auch die nächste Chance gehörte den Münchenern. Beqiri hatte einen Freistoß von halblinks an den zweiten Pfosten geflankt, Kotzke nahm den Ball mit der Innenseite direkt aus der Luft, traf aber nur seinen am Boden liegenden Mannschaftskollegen Bühler (32.). Eine gute Freistoßchance hatten die Kraichgauer in der 37. Minute. Kai Herdling zirkelte den Ball aus 21 Metern zwar gut über die Mauer, doch genau auf Torhüter Eicher, der mit dem Schuss keine Probleme hatte. Mit der letzten Aktion vor dem Pausenpfiff glückte den Gastgebern dann doch noch der Ausgleich. In Unterzahl konnte Herdling einen Einwurf auf Dominik Kaiser weiterleiten, der kam fast von der rechten Grundlinie zum Flanken, Nicolai Groß am Torraum nahm die Hereingabe an, traf zum 1:1 halbhoch ins linke Eck (45.). Schiedsrichter Patrik Meisberger pfiff gar nicht mehr an, bat die Mannschaften gleich zur Pause in die Kabine.
Trotz dieses Rückschlags starteten die Sechzger selbstbewusst und dominant in den zweiten Durchgang. Nach einem Angriff über die rechte Seite spielte Koussou auf Wolf, der ihn hinterlaufen hatte, der flankte scharf von der Grundlinie in den Rückraum, wo Gökhan Gümüssu das Leder am Elfmeterpunkt direkt nahm, es aber nicht voll erwischte und es nicht aufs Hoffenheimer Gehäuse brachte (47.). Zwei Minuten später fiel Groß im Zweikampf mit Wolf im Löwen-Strafraum, doch Schiri Meisberger winkte ab, ließ weiterspielen (49.). In der 66. Minute bediente Szarka Groß, der halblinks am Strafraum frei zum Schuss kam, doch sein Schlenzer landete genau in den Armen von Eicher. Vier Minuten später lupfte Kaiser den Ball auf der rechten Seite zu Szarka, der sofort in die Mitte flankte, wo Ex-Löwe Tobias Strobl aus acht Metern ans Leder kam, seinen Kopfball aber neben das Gehäuse von Eicher setzte (70.). In der 72. Minute drückte der Unparteiische alle Augen zu, als Tabe Nyenty, der bereits mit Gelb vorbelastet war, nach einer Kontersituation Koussou kurz vorm Strafraum von den Beinen holte. Wesentlich schneller reagierte Hoffenheims Coach Frank Kramer auf diese Szene. Er nahm seinen Spieler sofort vom Feld. Sechs Minuten später spielte der eingewechselte Björn Recktenwald auf Kaiser, der das Leder sofort in die Spitze auf Groß weiterleitete. Der Stürmer lief auf Eicher zu, scheiterte aus zwölf Metern am herausstürzenden Löwen-Keeper (78.). Kurz danach stand Eicher erneut im Mittelpunkt. Joseph-Claude Gyau setzte sich rechts durch, bediente Recktenwald in der Mitte, der mit seinem Schuss aus elf Metern an Eicher scheiterte. Erneut kam das Leder zu Recktenwald, und wieder reagierte der Löwen-Schlussmann glänzend, bewahrte sein Team vor einem Rückstand. Die letzte Möglichkeit des Spiels besaßen die Sechzger. Einen Eckball durch Beqiri von der linken Seite wehrte die Hoffenheimer Hintermannschaft zu kurz ab, Bühler kam im Fallen zum Abschluss, sein Schuss aus acht Metern konnte jedoch Torhüter Koen Casteels parieren (86.). So blieb es bei der Punkteteilung.
Jürgen Jung, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Löwen, sprach von einem leitungsgerechten Unentschieden. „Hoffenheim hatte vor der Pause mehr Ballbesitz, unsere Führung fiel etwas überraschend. Unglücklicherweise mussten wir mit dem Halbzeitpfiff das 1:1 hinnehmen. Das war sehr bitter." Doch die Mannschaft hätte im zweiten Durchgang Moral gezeigt. „Direkt nach der Pause haben wir 25 Minuten richtig gut Fußball gespielt, ohne uns klare Chancen zu erspielen. Hoffenheim besaß dann zwei dicke Möglichkeiten, die Vitus Eicher glänzend pariert hat. Unter dem Strich war es für uns ein verdienter Punkt."