22.10.2011

Tabellenführer SG Sonnenhof Großaspach kam bei der Löwen-Reserve zu schmeichelhaften drei Punkten. Beim Siegtreffer in der 22. Minute hatte Stürmer Sebastian Sizmayer gegen Jonatan Kotzke das Bein viel zu hoch, traf den 1860-Verteidiger bei dieser Aktion sogar am Kopf. Schiedsrichter Alexander Sather erkannte das Tor trotz Protesten an, brachte die Sechziger damit um den verdienten Lohn in einem beherzten Spiel.
Personal: Löwen-Coach Klaus Koschlick musste weiterhin auf Marcel Kappelmaier (Aufbautraining nach Sehnenriss in der Hand) und Benjamin Penzkofer (Innenbandverletzung) verzichten. Von den Profis standen Manuel Schäffler, Sebastian Maier, Jonatan Kotzke und Bobby Wood im Kader, Schäffler und Wood kamen sogar tags zuvor bei den Profis gegen den SC Paderborn (1:1) zu Kurzeinsätzen.
Spielverlauf: Die Löwen-Reserve begann forsch gegen den Tabellenführer, hatte mit Gökhan Gümüssu und Manuel Schäffler sogar zwei Spitzen aufgeboten. Die erste Chance besaßen aber trotzdem die Gäste. Nach einer abgewehrten Ecke kam der Ball wieder zurück auf die linke Seite zu Miechele-Claudio Rizzi, der in die Mitte flankte, wo sich der baumlange Innenverteidiger Ebewa-Yam Mimbala im Kopfballduell durchsetzen konnte, das Leder aus fünf Metern aber übers 1860-Tor setzte (9.). Noch knapper strich der Ball in der 15. Minute am rechten Pfosten des Löwen-Tors vorbei, nachdem Stefan Wannenwetsch bei seinem Klärungsversuch im eigenen Strafraum den nachsetzenden Manuel Wengert angeschossen hatte. Im Gegenzug schickte Wannenwetsch Manuel Schäffler in halbrechter Position steil. Der Stürmer zielte aber an der Strafraumgrenze frei vor Torhüter Christopher Knett am langen Eck vorbei (16.). Elfmeter reklamierten die Großaspacher in der 19. Minute. Jonatan Kotzke hatte im Strafraum den Körper eingesetzt, Mazzola hob theatralisch ab, doch Schiedsrichter Alexander Sather fiel darauf nicht rein. Dagegen erkannte er wenig später einen irregulären Treffer der Großaspacher an. Rizzi hatte einen Freistoß aus dem linken Halbfeld halbhoch an den Strafraum gespielt, Mazzola verlängerte mit dem Fuß, Sebastian Sizmayer war mit dem hohem Bein vor dem köpfenden Kotzke am Leder, hob es über Vitus Eicher hinweg ins Tor (22.). Kotzke wurde dabei vom Torschützen klar am Kopf getroffen. Trotz Protesten - Eicher sah die Gelbe Karte - gab der Unparteiische den Treffer. In der 28. Minute setzte Schäffler nach einem Freistoß von Sebastian Maier aus acht Metern per Kopf das Leder neben das Tor. Im Gegenzug gab es die nächste fragwürdige Entscheidung gegen die Löwen. Der mit Standproblemen kämpfende Mazzola fiel im Strafraum nach einem Zweikampf mit Manuel Bühler, Schiedsrichter Sather pfiff Elfmeter (29.). Mazzola lief selbst an, setzte das Leder aber an den linken Pfosten (30.). Danach machten die Löwen Druck, zeigten einige gelungene Spielzüge, doch die Gäste standen sicher in der Defensive. In der Nachspielzeit der 1. Halbzeit kam Wannenwetsch auf der linken Strafraumseite frei zum Abschluss, setzte aber seinen Schuss aus elf Metern neben den kurzen Pfosten. So blieb es zur Pause beim schmeichelhaften 1:0 für den Tabellenführer.
Absprachegemäß kam nach der Pause Bobby Wood für Schäffler, Manuel Bühler musste nach dem bösen Foul von Julian Grupp im Mittelkreis (sah dafür nur Gelb) direkt vorm Pausenpfiff ebenfalls in der Kabine bleiben. Bereits in der 54. Minute musste Löwen-Coach Koschlick verletzungsbedingt zum dritten Mal wechseln. Für Innenverteidiger Daniel Hofstetter kam Ulrich Taffertshofer. Ansonsten passierte wenig in den ersten 20 Minuten des zweiten Durchgangs. Die Löwen waren zwar ständig in Ballbesitz, konnten daraus aber nur selten Kapital schlagen. In der 67. Minute forderten die Sechzger Elfmeter, nachdem Gümüssu im Strafraum zu Fall gekommen war, doch hier zeigte sich Sather nicht so großzügig wie auf der Gegenseite. Nach einer Flanke von Linksverteidiger David Kienast kam Grupp am Torraum bedrängt von Taffertshofer ans Leder, setzte den Ball aber aus kurzer Distanz neben das Tor (75.). Auch in der Schlussviertelstunde passierte nicht mehr viel, zwar wurde Großaspach wieder aktiver, konnte sich keine klaren Chancen erspielen. Wäre die Szene in der 22. Minute nicht gewesen, hätte es ein klassisches 0:0 gegeben, das auch dem Spielverlauf entsprochen hätte.
Löwen-Coach Klaus Koschlick war mit der Leistung seines Teams zufrieden. „Ich glaube, dass wir dem Spitzenreiter alles abverlangt haben. Die Einstellung hat gepasst, es war ein sehr intensives Spiel. Wir waren zu wenig druckvoll, konnten uns in der 2. Halbzeit keine richtige Chance herausspielen." Seiner Meinung nach hatten die zündenden Ideen gefehlt, um „geile Spielzüge zu entwickeln". Den Gegentreffer bezeichnete der 61-Jährige Koschlick als irregulär. „Erst wird Wannenwetsch gefoult, wo es schon einen Freistoß für uns geben muss, dann ist das Bein beim Tor viel zu hoch."
Großaspachs Trainer Alexander Zorninger sprach von einem „nicht unverdienten Sieg", betonte aber, dass es „ein hartes Stück Arbeit" war. „Das Spiel hat gezeigt, dass die Tabelle nicht viel Wert ist, die Löwen haben zuletzt stark gespielt." Ein besonderes Lob hatte Zorninger für seine Defensive parat. „Sie hat die meisten Angriffe sicher abgefangen. Wir waren das eine Tor besser. Beide Bänke waren sehr emotional dabei", kommentierte er die vielen strittigen Szenen im Spiel. „Wir haben keinen Druck, genießen jetzt weiter unsere Tabellenführung."