05.10.2012

Gleich zwei Serien endeten für die Löwen bei der 0:3-Niederlage im Berliner Olympiastadion: Erstmals verließen die Sechzger in dieser Saison den Platz als Verlierer, außerdem gelang der Hertha in der Zweiten Liga der erste Erfolg gegen den TSV 1860 im siebten Spiel. Ein Doppelschlag zwischen der 55. und 57. Minute von Adrian Ramos und Änis Ben-Hatira innerhalb von 82 Sekunden brachte die Entscheidung. Den Schlusspunkt setzte Ben-Hatiri in der 77. Minute mit seinem zweiten Treffer.
Personal: Lediglich auf Grigoris Makos, der nach seiner Syndesmoseband-Verletzung noch Trainingsrückstand aufweist, musste Löwen-Chefcoach Reiner Maurer bei Hertha BSC verzichten. Liridon Vocaj, Vitus Eicher, Korbinian Vollmann und Philipp Steinhart sammelten am gleichen Abend beim Derby in Memmingen Spielpraxis im Regionalliga-Team. Zum dritten Mal in Folge begannen die Sechzger in der gleichen Startaufstellung.
Spielverlauf: In der 2. Minute kamen die Berliner über die linke Seite erstmals gefährlich vors Löwen-Tor. Fabian Holland hatte geflankt, Adrian Ramos setzte sich im Luftkampf gegen Necat Aygün durch, sein Kopfball aus sieben Metern ging aber zwei Meter über die Querlatte. Glück hatten die Sechzger, als nach einem abgewehrten Angriff Holland den Ball aus der eigenen Hälfte nach vorne schlug, Sami Allagui frei vor Gabor Kiraly auftauchte, aber das Leder auf dem rutschigen Rasen nicht unter Kontrolle brachte (7.). Allagui stand auch zwei Minuten später im Mittelpunkt. Nach einem Eckball kam Peer Kluge an der Strafraumgrenze ans Leder, Kai Bülow wollte klären, grätschte ungewollt den Ball zu Peter Niemeyer. Dieser bediente mustergültig den Tunesier in halbrechter Position, freistehend setzte er das Leder aus acht Metern ans Außennetz (9.). Ein Konter der Berliner nach einem abgewehrten Eckstoß der Löwen brachte die nächste brenzlige Szene for dem 1860-Tor. Änis Ben-Hatira hatte auf Ramos durchgesteckt, der lief alleine auf Kiraly zu. Der 1860-Keeper machte sich breit, blieb lange stehen. Ramos kam zwar aus 14 Metern zum Abschluss, schob das Leder aber rechts am Tor vorbei (12.). Nicht entschlossen genug zeigte sich Kiraly nach einem Freistoß von Marcel Ndjeng von der rechten Seite. Erst kam er zögerlich aus seinem Tor, dann ließ er den Ball fallen, doch mit Glück und Geschick konnten seine Vorderleute die Szene endgültig klären (17.). In der 22. Minute konterten die Löwen. Moritz Stoppelkamp passte in die Tiefe, Daniel Halfar erlief sich den Ball, kam halblinks aus 20 Metern mit links zum Abschluss, Hertha-Torhüter Thomas Kraft erreichte mit den Fingerspitzen noch den Schuss, lenkte ihn an den Pfosten. Im direkten Gegenangriff erreichte Ramos eine Flanke am Elfmeterpunkt ungehindert mit dem Kopf, setzte das Leder aber links neben den Pfosten (23.). Dann passierte eine Zeitlang vor den Toren nichts, ehe Daniel Bierofka in der 36. Minute mit einem 20-Meter-Schuss nur knapp am linken Pfosten vorbeizielte. Auf der anderen Seite zirkelte Ndjeng einen Freistoß aus 19 Metern über die Mauer aufs lange Eck, doch Kiraly tauchte ab, hielt den Ball sogar fest (40.). In der 43. Minute hatten die Sechzger eine Riesenkonterchance. Moritz Volz übersah den rechts vollkommen freistehenden Stoppelkamp, steckte stattdessen auf Benjamin Lauth durch, der Löwen-Torjäger kam zwar im Strafraum ans Leder, rutschte dann aber auf dem glitschigen Rasen weg. Kurz danach pfiff Schiedsrichter Markus Schmidt zur Pause. Aufgrund der ersten halben Stunde war es ein glückliches Remis für die Löwen, die erst danach die Räume besser nutzten und folgerichtig zu Konterchancen kamen.
Auch im zweiten Durchgang hatten die Gastgeber die erste Chance. Einen Freistoß direkt an der rechten Strafraumseite legte Ben-Hatira überraschend quer auf Allagui, Halfar hatte aufgepasst, hinderte den Tunesier zehn Meter vorm Tor entscheidend am Torschuss (48.). In der 54. Minute kam Allagui rechts bis zur Grundlinie, seinen Rückpass klärte Dominik Stahl vor die Füße von Kluge, der holte am Elfmeterpunkt zum Schuss aus, Kai Bülow grätschte mit viel Risiko im letzten Moment den Ball weg. Eine Minute später war es dann passiert. Die Löwen brachten den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Halfar köpfte das Leder in die Füße von Ndjeng. Dieser flankte von halbrechts vors Tor, Ramos setzte sich im Kopfballduell gegen Aygün durch, traf unhaltbar für Kiraly zum 1:0 (55.). 82 Sekunden später sogar das 2:0 für die Berliner. Ramos steckte das Leder durch die Schnittstelle der Innenverteidigung, Allagui, der passiv im Abseits stand, griff nicht ein, von hinten kam Ben-Hatira, lief alleine auf Kiraly zu, traf aus 13 Metern ins lange Eck (57.). Nach dem Doppelschlag der Berliner nahm Maurer mit Stahl einen Sechser vom Feld, brachte mit Ismael Blanco einen zweiten Stürmer (62.). Chancen blieben trotzdem Fehlanzeige. Im Gegenteil: Ein klassischer Konter brachte das 3:0 für die Hertha. Kluges Pass in die Tiefe auf die linke Seite erlief sich Ben-Hatira, Kiraly lief ihm entgegen, baute sich am Strafraumeck vor ihm auf. Sein gefühlvoller Lupfer erreichte der Ungar zwar mit den Fingerspitzen, der Ball senkte sich trotzdem aufs Tor, Volz versuchte auf der Linie zu klären, kam dabei aber einen Tick zu spät (77.). Einen Freistoß des eingewechselten Ronny aus 22 Metern lenkte Kiraly um den Pfosten zur Ecke (80.). Lediglich in der Schlussminute prüfte Halfar nochmals Kraft mit einem gefährlichen Aufsetzer aus 20 Metern. Somit blieb es beim 3:0 für die Berliner, die den Löwen in einem Spiel genauso viele Tore einschenkten, wie zuvor die anderen Teams in acht Spielen.