02.10.2011

Im zehnten Heimspiel riss die Löwen-Serie, musste sich das Team von Reiner Maurer nach einer schwachen Leistung erstmals wieder seit Februar dieses Jahres zu Hause geschlagen geben. Dreimal traf Mickael Poté (13., 16. und 60.), einmal Romain Bregerie (59.) für Dresden. Die Löwen-Profis Kevin Volland und Daniel Bierofka konnten mit ihren Treffen zum 2:4-Endstand(65. und 90.) nur noch das Ergebnis beschönigen. Bereits in der 55. Minute hatte Stefan Buck wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen.
Personal: Löwen-Chefcoach Reiner Maurer musste auf den rotgesperrten Kai Bülow verzichten. Verletzungsbedingt fehlten Necat Aygün (Innenbandriss im Knie) und Benjamin Schwarz (Reha nach Knieverletzung). Collin Benjamin rückte wie in Fürth nach Bülows Platzverweis auf die Innenverteidigerposition. Sandro Kaiser spielte bei seinem Startelf-Debüt als linker Verteidiger. Dynamo verteidigte mit einer Fünferkette.
Spielverlauf: Die erste gefährliche Szene des Spiels gehörte den Sachsen. Christian Fiel hatte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld mit links vors Tor geflankt, Gabor Kiraly wurde im Torraum bedrängt, ließ den Ball fallen, der Pfiff von Schiedsrichter Tobias Christ blieb aus. Stefan Buck konnte das Leder für seinen Keeper klären (1.). Es dauerte bis zur 8. Minute, dann besaßen auch die Löwen ihre erste Chance. Antonio Rukavina hatte aus dem rechten Halbfeld geflankt, Benny Lauth stieg am höchsten, seinen Kopfballaufsetzer aus sieben Metern konnte Torhüter Wolfgang Hesl sicher klären. Nach einem in die Tiefe gespielten Ball kam Ex-Löwe Florian Jungwirth zehn Meter vor dem Strafraum gegen Lauth mit seiner Grätsche einen Tick zu spät, sah dafür Gelb (9.). Den fälligen Freistoß aus 26 Metern aus halbrechter Position führte Daniel Halfar aus. Sein Schuss wurde von der Mauer abgefälscht, das Leder lag kurz am Torraum, doch Dominik Stahl kam einen Schritt zu spät, sodass die Dresdener klären konnten (10.). Das Tor fiel drei Minuten später auf der Gegenseite. Einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld zirkelte Fiel mit links vors Tor, Mickael Poté lief in den Ball, konnte aus sechs Metern ungehindert köpfen. Kiraly war zwar mit der Hand noch dran, doch das Leder schlug neben den rechten Pfosten zum 1:0 für die Sachsen ein (13.). Drei Minuten später sogar das 0:2. Fiel hatte Filip Trojan am Elfmeterpunkt angespielt, der schirmte geschickt den Ball ab, passte zurück auf Poté. Die Nummer 10 der Dresdner zog kurz nach rechts und schoss aus 14 Metern. Buck fälschte den Ball entscheidend gegen den Lauf von Kiraly ab, sodass dem Löwen-Keeper keine Klärungschance blieb (16.). In der 19. Minute hatte Stefan Aigner halbrechts im Strafraum Kevin Volland angespielt, der umkurvte Martin Stoll, sein anschließender Zwölf-Meter-Schuss aufs kurze Eck war aber zu harmlos, um Hesl vor Probleme zu stellen. Die Löwen taten sich schwer gegen eine euphorisierte Dynamo-Mannschaft, die zudem lautstark von über 10.000 Fans unterstützt wurde. So waren die Sechzger meist nur nach Standards gefährlich. In der 27. Minute hatte Halfar aus dem rechten Halbfeld einen Freistoß vors Tor geflankt, Dominik Stahl legte den abgewehrten Ball mit dem Kopf von der Strafraumlinie hoch an den linken Pfosten, wo Aigner aus drei Metern zum Kopfball kam, den Hesl aber mit der Hand zur Ecke abwehrte (27.). Die Riesenchance zum Anschlusstreffer vergab Volland in der 35. Minute. Nach einem weiten Abschlag von Kiraly hatte Lauth den Ball gegen Jungwirth behauptet, spielte anschließend von rechts einen Diagonalpass auf Volland, der links in den Strafraum eindrang, dort noch Cheikh Gueye ausspielte, zentral mit rechts aus 14 Metern abzog. Doch David Solga fälschte den Schuss im letzten Augenblick noch leicht ab, sodass er knapp am linken Pfosten vorbeischrammte. Bis zur Pause passierte nicht mehr viel, auch weil die Sechzger mit der Fünferkette der Dresdner überhaupt nicht zu Recht kamen.
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Unverändert gingen die Sechzger in die 2. Halbzeit. Und sie taten sich weiterhin schwer, Druck aufzubauen. Die Zuspiele kamen meist zu ungenau. Zudem unterliefen ihnen schwerwiegende Fehler. In der 55. Minute schlug Buck knapp hinter der Mittellinie ein Luftloch, Poté kam ans Leder, hatte aber noch 45 Meter bis zum Tor. Trotzdem hielt ihn der Löwen-Innenverteidiger am Trikot fest, Schiedsrichter Christ reagierte sofort, pfiff und zeigte Buck die Rote Karte. Drei Minuten später fiel gar das 3:0. Fiels Eckball von rechts konnte Brégerie am zweiten Pfosten aus sechs Metern unbedrängt unter die Latte köpfen (59.). Aber es sollte noch schlimmer kommen. Rukavina wollte vom Strafraum zurück auf Kiraly passen, der stand aber bereits vor ihm, sodass es eine Steilvorlage für Poté wurde. Nachdem der Ball vom Pfosten zurückgeprallt war, traf der Dynamo-Stürmer aus der Drehung zum 4:0 am zurückeilenden Kiraly vorbei ins 1860-Tor (60.). Wenigstens gelang den Sechzgern in der 65. Minute noch der Ehrentreffer. Einen Freistoß aus halblinker Position hatte Bierofka mit rechts an den Torraum gedreht, Volland lief in den Ball, Hesl konzentrierte sich auf den Löwen-Stürmer, doch der Ball fand direkt den Weg ins lange Eck zum 1:4. Robert Koch hätte in der 77. Minute eigentlich den fünften Dresdener Treffer markieren müssen. Nachdem er Kiraly bereits ausgespielt hatte, zögerte er zu lange mit dem Abschluss, sodass Sandro Kaiser den Schuss abwehren konnte. In der Nachspielzeit traf Bierofka mit einem Schlenzer aus 18 Metern ins rechte obere Eck zum 1:4 (90.). Am Ende rissen an diesem Nachmittag zwei Serien: Nach vier Heimsiegen in dieser Saison verlor 1860 erstmals in der Allianz Arena und Dynamo Dresden gelang der erste Auswärtssieg seit der Rückkehr in die Zweite Liga.