Standards führten zur 0:2-Niederlage in Rostock

Motiv

Daniel Bierofka (li.) und Djordje Rakic (re.) konnten sich in dieser Szene behaupten.

Einmal mehr betätigten sich die Löwen als Aufbaugegner. Das bisher sieglose Hansa Rostock gewann mit 2:0. Sowohl der erste Treffer durch Dominic Peitz (40.) als auch das zweite Tor durch Matthias Holst (73.) fiel im Anschluss an einen von Mohammed Lartey getretenen Standard. Für die Sechziger war es die dritte Niederlage in Folge.

Personal: Löwen-Chefcoach Reiner Maurer musste in Rostock auf die rotgesperrten Kai Bülow und Stefan Buck verzichten. Verletzungsbedingt fehlten Necat Aygün (Innenbandriss im Knie) und Benjamin Schwarz (Reha nach Knieverletzung). Kurzfristig musste auch Stefan Aigner wegen eines Hexenschusses passen. Für ihn kam Djordje Rakic zum Einsatz. „Das ist sicher nicht seine Idealposition, aber wir sind sehr klein aufgestellt", begründete der Coach seine Wahl. Links in der Vierer-Abwehrkette durfte Arne Feick wieder verteidigen.

Spielverlauf: Beide Teams begannen abwartend. Sicherheit stand nach den vielen Umstellungen auf beiden Seiten zunächst im Vordergrund. So dauerte es fast zehn Minuten bis zur ersten halbwegs gefährlichen Szene des Spiels. Mohammed Lartey hatte einen Eckball von links an den ersten Pfosten geflankt, Marcel Schied verlängerte jedoch das Leder mit dem Kopf aus sieben Metern über das Löwen-Tor (10.). In der 17. Minute flankte Kevin Pannewitz aus dem rechten Halbfeld vors Tor, Schied rutschte am Torraum in den Ball, doch Christopher Schindler hatte aufgepasst, blockte das Leder zur Ecke. Diese flankte Lartey von rechts hoch ans kurze Eck, Schied war wieder zur Stelle, köpfte vom Torraum auf den Löwen-Kasten, aber Gabor Kiraly konnte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte lenken (18.). Zwei Minuten später konnte Daniel Halfar im Liegen das Leder auf Benjamin Lauth passen, der lief von halblinks alleine auf Torhüter Kevin Müller zu, der blieb lange stehen, konnte den 15-Meter-Schuss des Löwen-Kapitäns zur Seite abwehren. Kevin Volland kam zwar noch ans Leder, der Winkel war jedoch zu spitz, um kontrolliert abzuschließen (20.). In der 26. Minute war die Hintermannschaft der Löwen nicht im Bilde. Schied passte von der rechten Strafraumseite scharf nach innen, Lartey kam im Torraum ans Leder, grätschte es aber knapp neben den rechten Pfosten. Drei Minuten später scheiterte Lauth erneut nur knapp. Daniel Bierofka hatte schnell das Mittelfeld überbrückt, anschließend dem 30-Jährigen den Ball schön in den Lauf gespielt. Lauth schloss an der Strafraumgrenze leicht nach rechts versetzt ab, sein Flachschuss schrammte um Millimeter am linken Pfosten vorbei (29.). Glück hatten die Löwen, als Pannewitz in der 32. Minute nach einer Rechtsflanke vollkommen frei aus acht Metern zum Kopfball kam, aber das Leder deutlich rechts neben das Tor setzte. Eine Minute später prüfte Pannewitz Kiraly mit einem Flatterball aus 24 Metern, den der Ungarn erst im Nachfassen entschärfen konnte (33.). Knapp am Rückstand schrammten die Sechzger in 39. Minute vorbei. Lartey ließ Schindler vorm Strafraum aussteigen, zog aus 13 Metern ab, doch Collin Benjamin konnte den Ball noch leicht abfälschen, sodass er am linken Pfosten vorbei im Aus landete. Doch der anschließende Eckball brachte für Hansa die Führung. Lartey hatte von rechts geflankt, Djordje Rakic ließ Dominic Peitz ungehindert hochsteigen, Kiraly kam zu spät aus seinem Tor heraus und der Rostocker traf aus sieben Metern zum 1:0 (40.). Kurz danach war für den Torschützen Schluss. Schon vor dem Treffer war er wegen einer Schulterverletzung behandelt worden. Die Hanseaten nahmen die Führung mit in die Pause, auch weil die Löwen die beiden besten Chancen der 1. Halbzeit durch Lauth nicht nutzen konnten.

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Auch im zweiten Durchgang besaßen die Gastgeber die erste Chance. Lartey hatte einen Freistoß zentral aus dem Halbfeld in den Strafraum geflankt, Tobias Jänicke kam aus zwölf Metern mit dem Kopf ans Leder, setzte es aber neben das Löwen-Tor (53.). Drei Minuten später dribbelte sich der eingewechselte Tom Weilandt durch die 1860-Abwehr, sein Schuss von der Strafraumgrenze streifte knapp über die Querlatte (56.). Dann verletzte sich bei einem Foul an der Mittellinie Stahl so schwer, dass er mit einer starken Knieprellung ausgewechselt werden musste (62.). Kurz danach kam Pannewitz nach erneutem Durcheinander in der Löwen-Defensive im Torraum zum Kopfball, war aber selbst so überrascht, dass er das Leder genau in die Arme von Kiraly köpfte (65.). In der 69. Minute hatte Halfar von links an den Elfmeterpunkt geflankt, der eingewechselte Manuel Schäffler kam zum Kopfball, setzte das Leder aber genau auf Torhüter Müller, der es sicher auffing. Und wieder führte ein Standard zu einem Rostocker Treffer. Lartey hatte 30 Meter vor dem Tor aus halbrechter Position in den Strafraum geflankt, Innenverteidiger Matthias Holst stieg hoch, verlängerte das Leder aus sieben Metern mit dem Hinterkopf zum 2:0 ins lange Eck (73.). Kurz vor Schluss verhinderte Kiraly sogar das 0:3. Der eingewechselte Ex-Löwe Björn Ziegenbein hatte halblinks auf Weilandt durchgesteckt, bei dessen Schuss aus 14 Metern verkürzte der 1860-Keeper geschickt den Winkel (86.). Unterm Strich verloren die Löwen nicht unverdient, weil sie es gerade in der 2. Halbzeit nicht schafften, die Rostocker unter Druck zu setzen. Damit kassierte das Team von Trainer Reiner Maurer die dritte Niederlage in Folge, hat vorerst den Anschluss ans obere Mittelfeld verpasst.

Steno

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