26.08.2012

Löwen-Chefcoach Reiner Maurer zeigte sich zufrieden mit dem Punktgewinn am Betzenberg. „Kaiserslautern hat in der 2. Halbzeit viel Druck gemacht. Wir waren vor der Pause die bessere Mannschaft mit den klareren Chancen. Von dieser Seite her bin ich zufrieden, dass wir bei einem der Topfavoriten für den Aufstieg in die Erste Liga 0:0 gespielt haben."
Trotz des torlosen Remis hatte der 52-Jährige ein „packendes und spannendes Spiel" gesehen. Dabei haderte Reiner Maurer auch nicht damit, dass seine Mannschaft das Konzept der 1. Halbzeit nach dem Seitenwechsel nicht mehr durchsetzen konnte, den Gastgebern die Initiative überließ. „Spielern wie Benny Lauth, Daniel Bierofka oder Daniel Halfar, die in der 1. Halbzeit viel gelaufen sind, hat einfach nach der Pause die nötige Frische gefehlt. Gleichzeitig wurde der Druck von Kaiserslautern größer, so dass wir schauen mussten, wenigstens den einen Punkt zu retten. In dieser Phase haben wir zudem viele leichte Fehler gemacht, die Konterchancen nicht konsequent genutzt."
Maurer bemängelte jedoch die Chancenausbeute seines Teams im ersten Durchgang. „Auch wenn ich mit der Leistung zufrieden war, mit dem Ergebnis konnte ich es nicht sein. Kompliment aber an die Mannschaft, die die Vorgaben gut umgesetzt hat. Man konnte sehen, dass eine Entwicklung stattgefunden hat."
Besonders lobte Maurer die Leistung von Daniel Halfar, der erstmals in dieser Saison in der Startelf stand. „Wenn er absolut fit ist, dann ist Daniel für die Zweite Liga eminent wichtig, hat aber auch das Format für die Erste Liga. Von daher wissen wir, was wir an ihm haben. Trotzdem müssen wir vorsichtig sein, weil Daniel lange verletzt war."
Den Saisonauftakt mit fünf Punkten aus drei Spielen wertete der Löwen-Coach positiv. „Ich denke, damit können wir zufrieden sein, zumal wie zweimal auswärts antreten mussten. Allerdings müssen wir uns Woche für Woche neu beweisen, dürfen uns nicht zurücklehnen. Gegen den MSV Duisburg erwartet uns am Freitagabend das nächste schwere Spiel."
Kaiserslautern Chefcoach Franco Foda sah sein Team etwas überraschend in den ersten 45 Minuten gleichwertig. „Die 1. Halbzeit war ausgeglichen. Leider kam bei uns der letzte Pass nicht an. Sechzig stand gut in der Defensive. Nach der Pause haben wir dann zahlreiche Torchancen kreiert, die wir allerdings nicht nutzen konnten, sonst hätten wir den Platz als Sieger verlassen." Auch wenn es erneut nichts mit dem ersten Heimsieg wurde: „Ich habe viele positive Aspekte gesehen", bilanzierte der FCK-Coach, „einer war, das wir kein Gegentor bekommen haben."
„Ich denke, der Punkt war heute okay", so das Fazit von 1860-Routinier Daniel Bierofka. „In der 1. Halbzeit haben wir es super geschafft, uns nach vorne durch zu kombinieren. Leider konnten wir keine Tore erzielen. Nach der Pause ist uns das nicht mehr gelungen." Daran müsse die Mannschaft in Zukunft arbeiten. „Wir haben nicht mehr Fußball gespielt, zu wenig kombiniert, nur noch lange Bälle geschlagen: So funktioniert das nicht", kritisierte Bierofka.
Daniel Halfar, der in der Jugend des 1. FC Kaiserslautern groß wurde, über zehn Jahre bei den Roten Teufeln spielte, war „definitiv zufrieden" mit dem Remis. „In der 1. Halbzeit hätten sich die Lauterer nicht beschweren können, wenn wir in Führung gehen. In der 2. Halbzeit hat uns dann der FCK mit seiner Schlussoffensive unter Druck gesetzt. Insofern war das 0:0 ein gerechtes Ergebnis." Bei der Frage, ob sich die Löwen mit dieser Leistung in den Kreis der Aufstiegsfavoriten eingereiht hätten, gab sich der 24-Jährige bedeckt. „Dazu ist es noch zu früh in der Saison. Wir haben aber gezeigt, dass wir die Qualität dazu haben, vorne mitzuspielen. Heute haben wir gegen einen Topfavoriten gut mitgespielt. Aber ein einziges Spiel ist nicht so wichtig. Wichtiger ist die Erkenntnis, dass wir ein gutes Team zusammen haben, mit dem wir langfristig erfolgreich spielen können. Jetzt ist es wichtig, dass wir gegen Duisburg nachlegen." Für Halfar, der in der Mixedzone mit seinem ehemaligen Mitspieler Tobias Sippel scherzte, war es ein sehr emotionales Spiel. „Für mich war es einfach schön, hierher zurückzukommen. Viele Leute, die ich schon lange kenne, haben mich persönlich begrüßt. Deswegen hat es mich gefreut, dass ich hier von Anfang an spielen durfte. Ich denke, mit meiner eigenen Leistung kann ich zufrieden sein."