14.09.2012

Trotz des 0:0 hatte Löwen-Cheftrainer Reiner Maurer „ein packendes und spannendes Spiel" gesehen. „Der VfL war in den ersten 20 Minuten sehr gut im Spiel, weil wir die Bälle nicht halten konnten und unsere Zuspiele zu ungenau waren." Erst danach sei sein Team besser ins Spiel gekommen. „In dieser Phase haben wir uns drei hundertprozentige Chancen erarbeitet. Mit etwas mehr Genauigkeit im Abschluss hätten wir in Führung gehen können."
Im zweiten Durchgang sah der 52-jährige Mauerer eine ausgeglichene Partie. „Bochum hatte zwar mehr Ballbesitz, wir aber die besseren Chancen. Deshalb ist der Punkt für uns nicht unverdient." Die Bilanz des Fußball-Lehrers fällt nach den ersten sechs Pflichtspielen, von denen die Löwen noch keins verloren und fünfmal zu Null spielten, positiv aus. „Wir sind auf einem guten Weg, wenn wir auch aktuell noch keine Spitzenmannschaft sind."
Da Maurers Team das „Mindestziel" in Bochum erreicht hat, kann am Samstag die große die Löwen-Party an der Grünwalder Straße 114 bei bester Stimmung steigen. Jedoch müssen die Fans beim Showtraining auf drei Spieler verzichten, die sich beim VfL Verletzungen zuzogen haben: Grzegorz Wjtkowiak zerrte sich die Bauchmuskulatur, Marin Tomasov zog sich eine Augenverletzung zu und Moritz Stoppelkamp verletzte sich am Knie. Autogramme können aber alle unterschreiben!
Bochums Trainer Andreas Bergmann analysierte das Spiel ähnlich wie Maurer, sprach von einer spannenden und intensiven Partie. „Wir sind gut ins Spiel gekommen. Ich hätte mir aber nur gewünscht, dass wir uns für die sehr gute Leistung auch belohnen. Auf der anderen Seite hat Sechzig immer wieder gezeigt, was für ein Potenzial in der Mannschaft steckt. Unterm Strich war es ein gutes 0:0." Der 53-Jährige gab aber offen zu, enttäuscht zu sein: „Nicht von der Leistung meines Teams, sondern wegen des Ergebnisses."
1860-Kapitän Benjamin Lauth war untröstlich wegen seiner vergebenen Kopfballchance. „Die muss ich eigentlich machen, aber der Ball rutscht mir über die Stirn." Seine Spielanalyse fiel dagegen durchwachsen aus. „Wir hatten gute Chancen, haben aber auch viele zugelassen. Aus unserer Sicht war der Spielverlauf nicht zufriedenstellend. Deshalb können und müssen wir mit dem Punkt leben." Nach fünf Spieltagen sieht der 31-Jährige sein Team im Soll: „Wir haben auswärts noch nicht verloren, die beiden Heimspiele gewonnen und halten Anschluss an die Spitze. Jetzt müssen wir natürlich zu Hause nachlegen."
Löwen-Mittelfeldspieler Kai Bülow, der ebenfalls zwei Großchancen besaß, sah Bochum „über weite Strecken" als spielbestimmendes Team. „Die ersten 15 Minuten sind wir nur hinterhergelaufen. Trotz alledem hatten wir gute Chancen. Wenn man den Spielverlauf betrachtet, können wir mit dem Punkt zufrieden sein - mit der Chancenverwertung dagegen nicht!" Auch die Zwischenbilanz des gebürtigen Rostockers fällt positiv aus: „Wir haben in fünf Spielen viermal zu Null gespielt und noch nicht verloren. Das passt!"
Verteidiger Moritz Volz bemängelte ebenfalls die Chancenverwertung. „Wir kreieren auswärts viele Möglichkeiten, konnten aber weder in Kaiserslautern, noch in Bochum eine nutzen." Jetzt sei es wichtig, zu Hause gegen Eintracht Braunschweig nachzulegen. „Da erwartet uns ein sehr schweres Spiel, zumal Braunschweig optimal in die Saison gestartet ist."