11.09.2012

„Gemeinsam gegen Leukämie!" heißt ein Aufruf in Burgheim (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen), wo der kürzlich verstorbene Ex-Löwen-Torhüter Bernd Meier wohnte. „Bernd hatte sofort seine Unterstützung zugesagt als er von der Leukämie-Erkrankung des 22-jährigen Florian erfahren hatte", sagt der 1. Bürgermeister von Burgheim, Albin Kaufmann. „Jetzt fehlt er leider als wichtigstes Bindeglied zu den Jungen und Sportbegeisterten in unserer Umgebung".
Spontan erklärte sich Löwen-Keeper Timo Ochs dazu bereit, für Bernd Meier einzuspringen. Selbst ist der 30-Jährige bereits typisiert. „Ich wäre sofort zu einer Knochenmarkspende bereit, wenn ich damit ein Leben retten könnte. Deshalb möchte ich alle aufrufen, zur Typisierungsaktion nach Burgheim zu kommen." Diese findet am Sonntag, 16. September 2012, von 11 bis 16 Uhr, in der örtlichen Turnhalle statt. Ebenfalls vor Ort wird 1860-Vizepräsident Wolfgang Hauner sein.
„Sofern kein Training ist, werde ich am Sonntagmittag für eine Stunde in Burgheim vorbeischauen", sagt Ochs. „Ich würde mich sehr freuen, dann möglichst viele junge Sportler und Löwen-Fans zu sehen. Leider hilft man oft erst, wenn man direkt betroffen ist, z.B. durch eine Krankheit in der Familie oder bei Freunden."
Glücklicherweise wurde für Florian (Bild re.) in der Zwischenzeit ein passender Spender gefunden. Seine Familie und die Gemeinde Burgheim möchte die geplante Typisierungsaktion „jetzt erst recht" durchführen.
2,7 Millionen registrierte Spender bedeuten für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zwar die weltweit größte Stammzellenspenderdatei. Trotzdem ist dies immer noch zu wenig. Zu oft kann an Leukämie Erkrankten nicht oder nicht rechtzeitig geholfen werden, weil der geeignete Spender fehlt. In den letzten 21 Jahren hat die DKMS 30.079 Stammzellentransplantationen ermöglicht.
Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch neu an Leukämie, darunter viele Kinder und Jugendliche. Bei der Leukämie handelt es sich um eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems. Der normale Reifeprozess der weißen Blutkörperchen ist gestört, wodurch es zu einer explosionsartigen Vermehrung der „unreifen" Zellen kommt. Das Blut kann seine Aufgaben wie Sauerstofftransport, Infektabwehr und Blutgerinnung nicht mehr zufriedenstellend erfüllen. Ohne medizinische Behandlung führt Leukämie immer zum Tode.
Zur Registrierung in der Spenderdatei ist anfangs nur eine 5-ml-Blutprobe (aus der Armvene) und eine schriftliche Einverständniserklärung erforderlich. Potenzielle Spender müssen mindesten 50 Kilogramm wiegen und in guter gesundheitlicher Verfassung sein. Grundsätzlich kann sich jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren registrieren und typisieren lassen. Im Labor werden die Gewerbemerkmale von Spendern bestimmt (typisiert). Die Laborwerte und Daten werden anonymisiert im Zentralen Knochenmarkspenderegister in Ulm gespeichert und stehen damit allen betroffenen Patienten weltweit zur Verfügung. Erst wenn Daten von Spendern und Empfängern übereinstimmen, wird der Spender von der DKMS angeschrieben, der dann entscheiden kann, ob er Stammzellen spenden möchte.
„Wer selbst nicht typisiert werden möchte, kann sich überlegen, die Aktion finanziell zu unterstützen", so Ochs. Denn jede Bestimmung kostet 50,- Euro. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht. Deshalb sind Spenden willkommen. „Jeder einzelne Euro trägt dazu bei, Menschenleben zu retten."
DKMS-Spendenkonto für die Aktion Florian: Spendenkonto 1516000 bei der Raiffeisen-Volksbank Neuburg, BLZ 721 697 56.
Weitere Infos unter www.dkms.de