U19: Nur 1:1 in Lautern – Bitterer Ausgleich mit der letzten Aktion

Spielszene

Trotz deutlicher Dominanz über 75 Minuten gelang den Junglöwen am Betzenberg nur ein Treffer.

Zwar blieb das Team von Ivica Erceg auch im 8. Spiel in Folge ungeschlagen, trotzdem gab es nach dem 1:1 beim 1. FC Kaiserslautern lange Gesichter. Der eingewechselte Fabian Lüders hatte die Junglöwen in der 76. Minute in Führung gebracht, die Jan-Lukas Dorow mit der letzten Aktion des Spiels ausglich (90.). Für die Weiß-Blauen, die 75 Minuten des Spiels dominierten, es aber versäumten, rechtzeitig alles klar zu machen, waren es zwei verlorene Punkte.

Die Junglöwen machten vom Anpfiff weg viel Druck, spielten auf die Führung und kamen in der Anfangsviertelstunde zu vier guten Möglichkeiten. Einen zu kurz abgewehrten Ball nahm Ivan Knezevic aus 18 Metern direkt, sein Schuss landete aber genau in den Armen von Torhüter Marius Müller (6.). Nach einer schönen Kombination über die rechte Seite flankte Knezevic scharf in die Mitte, doch kein Mitspieler war da, um aus dem Pass Kapital zu schlagen (7.). Eine gelungene Einzelaktion von Thomas Pledl brachte in der 15. Minute Gefahr fürs FCK-Tor. Der Neu-Nationalspieler ließ drei Rote Teufel aussteigen, schoss dann halbrechts aus 16 Metern aufs kurze Eck, aber Müller wehrte den Ball reaktionsschnell zur Ecke ab. Diese führten die Löwen kurz aus. Über mehrere Stationen kam das Leder zu Jannis Danner, der aber aus 22 Meter knapp über das Gehäuse zielte (16.). Erstmals gefährlich vors Tor von Marco Aulbach kamen die Pfälzer in der 24. Minute. Nils Rattke hatte am Strafraum quer auf Dominik Compagnucci Almeida gepasst, der zog halbhoch aus 14 Metern ab. Löwen-Keeper Aulbach wehrte den Schuss nach vorne ab, ehe ihn seine Kollegen aus der Gefahrenzone befördern konnten. Danach waren die Sechzger wieder am Drücker. Pledl hatte einen Eckball von der rechten Seite getreten, Vocaj war vor dem herausstürzenden Keeper Müller am Ball, beförderte das Spielgerät mit dem Kopf aber knapp übers leere Tor (28.). Sechs Minuten später eroberte Vocaj im Mittelfeld das Leder, schaltete sofort in den Vorwärtsgang, spielte Christian Köppel auf der linken Seite an, der aus spitzem Winkel aus 16 Metern am kurzen Eck vorbeizielte (34.). Vielleicht wäre ein Pass in die Mitte in dieser Szene die bessere Option gewesen. Dann gab es für die Roten Teufel auf der Seite einen Freistoß. Während die Sechzger eine Flanke erwarteten, zielte Marcell Oehler direkt aufs Tor, doch Aulbach lenkte das Leder mit den Fingerspitzen über die Latte (35.).

Auch im zweiten Durchgang setzte sich die Dominanz der Junglöwen fort, wenngleich die erste Chance den Pfälzern gehörte. Compagnucci Almeida hatte einen Eckball von der rechten Seite an den ersten Pfosten geflankt, Niko Veeck verlängerte aufs lange Eck, wo aber Knezevic am linken Pfosten klären konnte (50.). Zwei Minuten später kombinierten die Weiß-Blauen über die rechte Seite, Knezevic passte anschließend scharf in die Mitte, wo Pledl heran spritzte, aber aus acht Metern den Ball neben den rechten Pfosten setzte (52.). Kaum war Fabian Lüders für Danner eingewechselt, hatte er auch schon die Riesenchance zur Führung. Knezevic hatte hoch an den zweiten Pfosten geflankt, Köppel verlängerte per Kopf nach innen, wo Lüders per Drehschuss am Torraum zum Abschluss kam, aber genau einen Verteidiger der Pfälzer auf der Linie anschoss (63.). Fünf Minuten später kam Michael Denz nach einem Eckball von Pledl zum Kopfball, setzte das Leder aus acht Metern jedoch übers Tor (68.). In der 76. Minute gelang den Löwen dann endlich die längst verdiente Führung. Auf der linken Seite hatte Peter Kurzweg Köppel angespielt, der leitete den Ball die Linie entlang auf Pledl weiter. Der Stürmer ging anschließend mit viel Tempo bis zur Grundlinie, legte dann mit viel Übersicht quer auf den mitgelaufenen Lüders, der aus fünf Metern mit der Innenseite nur noch zum 1:0 ins lange Eck einschieben brauchte. Doch unverständlicherweise gab der Führungstreffer den Junglöwen keine Sicherheit. Im Gegenteil: In der Folge standen sie zu weit von ihren Gegenspielern weg, verloren viel zu schnell die Bälle im Aufbau, wodurch die Gastgeber plötzlich das Spiel dominierten und ihrerseits zu Chancen kamen. Nach einer Flanke von Veeck über die Innenverteidigung hinweg kam der eingewechselte Jan-Lukas Dorow auf der rechten Seite ans Leder, sein Pass ins Zentrum fand aber keinen Abnehmer (83.). Eine Minute später schoss Samuel Geiler einen 30-Meter-Freistoss aus unmöglicher Position direkt aufs Tor. Glück für die Löwen, dass der Ball nur an die Oberkante der Latte knallte (84.). Die reguläre Spielzeit war bereits abgelaufen, da gab es für die Hausherren noch einen Eckball. Diesen flankte Compagnucci Almeida von der rechten Seite hoch an den ersten Pfosten, Dorow lief in die Flanke, streifte das Leder mit dem Kopf und verlängerte es so zum 1:1 ins lange Eck. Direkt nach dem Anstoß pfiff der Unparteiische die Partie ab.

Nicht nur Team und Trainer waren über den verspäteten Ausgleich enttäuscht. Auch Jürgen Jung, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Löwen machte keinen Hehl daraus, dass es „ein bitteres Unentschieden" war. „Über 75 Minuten waren wie die dominante Mannschaft, haben das Spiel beherrscht", analysierte der 35-Jährige. „Folgerichtig sind wir verdient in Führung gegangen. Danach haben wir aber die Bälle zu schnell verloren, sind hektisch geworden und haben mit der letzten Aktion des Spiels das 1:1 kassiert." Als Grund für den Ausgleich führte Jung fehlende Cleverness seines Teams an. „Von der Spielweise ist der Mannschaft nichts vorzuwerfen. Sie hat über weite Strecken Geduld gezeigt und Fußball gespielt." Trotzdem sei das Remis beim Tabellenvorletzten symptomatisch für die bisherige Saison gewesen. Gegen Saarbrücken, Unterhaching und Kaiserslautern, die derzeit auf den letzten drei Plätzen rangieren, gab es lediglich zwei Punkte. „Das reicht halt nicht, um ganz vorne mitzuspielen", so das Fazit des Nachwuchschefs.

Steno

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