23.10.2011

Die Löwen-U19 gewann hochverdient beim SV Waldhof mit 2:1. Lediglich der Zeitpunkt des Siegtreffers war glücklich. Nach der überraschenden Führung der Kurpfälzer durch Steffen Kochendörfer direkt nach der Pause (47.) spielten die Sechzger auf ein Tor. Liridon Vocaj erzielte per Foulelfmeter den Ausgleich (57.), ehe Matthias Strohmaier in der 3. Minute der Nachspielzeit zum längst überfällige Siegtor gegen eine in allen Belangen äußerst destruktive Waldhof-Mannschaft traf.
Es dauerte knapp eine Viertelstunde, bis die Junglöwen zu ihrer ersten Chance kamen. Nach einem Solo von Thomas Pledl kam dieser aus 17 Metern zum Abschluss, jedoch wurde sein Schuss zur Ecke abgeblockt (14.). In der 21. Minute versuchte es Liridon Vocaj mit einem Fernschuss aus 25 Metern, der etwas zu hoch angesetzt war und zudem knapp am Tor vorbei ging. Fünf Minuten später war es nach einem zu kurz abgewehrten Ball erneut Vocaj, der aus 21 Metern über den Querbalken zielte (26.). Kurz danach initiierten die Sechzger einen sehenswerten Angriff über die linke Seite. Das Leder kam zu Pledl im Zentrum, der halblinks auf Nico Karger durchsteckte. Der Stürmer lief alleine auf Torhüter Dennis Broll zu, uneigennützig legte er sieben Meter vor dem Tor in die Mitte auf Charly Kunze, der beim Schussversuch von hinten umgestoßen wurde, doch die Pfeife von Schiedsrichter Sven Binder blieb unverständlicherweise stumm (27.). Nach einer sehenswerten Einzelaktion schloss Karger in halblinker Position mit einem Schlenzer aus 13 Metern ab, doch der Aufsetzer landete genau bei Keeper Broll (31.). Die einzige nennenswerte Chance in der 1. Halbzeit besaßen die Waldhöfer in der 36. Minute. Timo Raab hatte nach einem Konter in halblinker Position fast von der Grundlinie den Ball in den Rücken der Löwen-Abwehr gechipt, Dennis Franzin nahm das schwierige Zuspiel aus zwölf Metern direkt, setzte es aber weit über den Löwen-Kasten. Nach einem Eckball durch Pledl von der linken Seite kam Tobias Killer halblinks aus 14 Metern zum Abschluss, der Schuss wurde aber zur Ecke abgefälscht (38.). Ebenfalls ein Eckball von der linken Seite führte zur nächsten elfmeterreifen Situation, und wieder pfiff Schiri Binder keinen Strafstoß für die Sechzger. Matthias Strohmaier am kurzen Pfosten hatte aus sechs Metern das Leder aufs Tor geköpft, ein Waldhofer Spieler klärte auf der Torlinie für seinen geschlagenen Schlussmann mit dem Arm, aber auch hier ließ der Unparteiische weiterspielen (40.). Kurz vor der Pause setzte sich Pledl auf der rechten Seite durch, flankte von der Grundlinie scharf in die Mitte, wo seine Kollegen aber nicht zum Abschluss kamen (44.). So blieb es beim für die Sechzger enttäuschenden 0:0 zur Pause.
Kurz nach Wiederanpiff erlebte das Team von Trainer Ivica Erceg eine kalte Dusche. Franzin hatte einen Eckball von links in die Mitte geschlagen, Fabian Lüders wehrte nach links ab, wo Franzin erneut ans Leder kam, den Ball scharf an den ersten Pfosten flankte. Steffen Kochendörfer war mit dem Kopf zur Stelle, verlängerte das Leder zum 1:0 für Mannheim ins lange Eck. Was danach folgte, grenzte teilweise an Unsportlichkeit. So waren am Sportgelände am Alsenweg nur zwei Spielbälle vorhanden, wobei der zweite gar nicht zum Einsatz kam. Zum Teil kam von der Bank der Mannheimer sogar die Anweisung an die Zuschauer, den Ball nicht zu holen beziehungsweise herauszurücken. Der überforderte Schiedsrichter ließ die Gastgeber gewähren, bestrafte auch deren überhartes Einsteigen nicht adäquat. Wenigstens pfiff er in der 56. Minute Elfmeter für die Löwen nach einem Foul an Pledl, wobei die vorhergehenden beiden Szenen viel eher einen Strafstoß gerechtfertigt hätten. Vocaj verwandelte sicher vom Punkt zum 1:1 (57.). Zwei Minuten später steckte Pledl im Zentrum auf Strohmaier durch, der mit der Innenseite aus 15 Metern aber genau in die Arme von Waldhofs Keeper Broll zielte (59.). Fünf Minuten später spielte Strohmaier mit einem Pass in die Tiefe Karger frei. Der Stürmer kam auf der rechten Seite bis zur Grundlinie, legte dann quer auf Pledl, der aber stark bedrängt das Leder aus sechs Metern neben das Tor setze (64.). Die Löwen waren zwar immer bemüht, doch gegen die mit zehn Mann im und vor dem eigenen Strafraum stehenden Kurpfälzern gab es nur selten ein Durchkommen. So versuchte es Karger in der 67., 72. und 86. Minute mit Distanzschüssen. Der erste aus 18 Metern landete neben dem Tor, der zweite aus 19 Metern in den Armen von Torhüter Broll und der dritte aus 22 Meter ging knapp über den Querbalken. So dauerte es bis zur 90. Minute, bis zur nächsten herausgespielten Chance. Doch die hatte es in sich. Peter Kurzweg ging auf der linken Seite mit viel Tempo bis an die Grundlinie, legte dann quer auf Killer, der am Torraum vollkommen frei mit zu viel Rücklage das Leder über das Tor semmelte (90.). Aber es sollte nicht die letzte Möglichkeit des Spiels gewesen sein. In der 3. Minute der Nachspielzeit gab es Eckball für die Löwen. Pledl hatte diesen von links an den kurzen Pfosten geflankt, Strohmaier lief ins Leder, verlängerte es mit dem Schopf aufs lange Eck. Zudem irritierte Jaronsa-Andri Hauck bei seinem misslungenen Klärungsversuch seinen Torhüter, sodass der Ball zum 2:1 im langen Eck landete. Der Jubel und die Genugtuung bei den Sechzigern war groß, weil dadurch die destruktive Spielweise der Kurpfälzer bestraft wurde. Diese entpuppten sich anschließend als schlechte Verlierer, versuchten die siegreichen Löwen zu provozieren.
Jürgen Jung, Leiter des 1860-Nachwuchsleitungszentrums, sprach von einem „glücklichen Erfolg" aufgrund des späten Zeitpunkts des Siegtreffers, ließ aber keinen Zweifel daran, dass die drei Punkte hochverdient waren. „Es war ein sehr schweres Spiel. Wir haben uns viele Chancen erarbeitet. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis das Siegtor fallen würde. Mannheim hat eine sehr harte Gangart an den Tag gelegt, versuchte mit allen Mitteln, unser Spiel zu zerstören und mindestens den einen Punkt über die Zeit zu retten." Seinem Team sprach der 35-jährige Jung ein Riesenkompliment aus. „Sie haben bis in die Nachspielzeit alles versucht, dieses Spiel zu gewinnen. Umso mehr freut es mich, dass sie dafür belohnt wurden."