30.09.2012

Ausgerechnet bei den Stuttgarter Kickers kassierte die bis dahin in sechs Spielen siegreiche Löwen-U19 ihre erste Niederlage. Mark-Alen Sauer hatte die Schwaben in der 17. Minute in Führung gebracht. Als das Team von Ivica Erceg in der Schlussphase alles auf eine Karte setzte, erhöhte der fünf Minuten zuvor eingewechselte Andreas Ivan auf 2:0 (84.).
Die Junglöwen strahlten von der ersten Minute an Dominanz aus, schafften es aber nicht, sich gegen die kompakt stehende Kickers-Defensive bis vors Tor durchzuspielen. So gelang den Gastgebern mit der ersten halbwegs gefährlichen Szene die Führung. Nach einem vermeidbaren Foul gab es für die Stuttgarter 35 Meter vorm Löwen-Tor einen Freistoß. Das Leder wurde vom zweiten Pfosten quer geköpft, den ersten Schuss aus acht Metern konnte Michel Netolitzky noch parieren, beim zweiten von Mark-Alen Sauer aus fünf Metern war er machtlos (17.). Dieses 1:0 spielte den auf Konter lauernden Kickers in die Karten. Die Junglöwen kontrollierten zwar die Partie, klare Torchancen blieben Mangelware. Außerdem wurden sie immer wieder aus dem Rhythmus gebracht. Da nur ein Spielball vorhanden war, ließen sich die Kickers und ihr Torwart Tobias Trautner viel Zeit, um das Leder zurück ins Spiel zu bringen, wenn es irgendwo im weiten Rund des Waldau-Stadions lag. Die beste Möglichkeit vor der Pause besaßen die Junglöwen in der 35. Minute. Ein vom Rücken des Stuttgarter Tobias Fausel abgeprallter Schuss von Julian Weigl landete genau vor den Füßen von Marius Wolf. Dieser brachte jedoch das Kunststück fertig und schob den Ball aus sieben Metern etwa einen halben Meter am Pfosten vorbei.
Nach der Pause kam das Team von Trainer Ivica Erceg gut aus der Kabine, hatte erneut durch Wolf in der 49. Minute die Chance zum Ausgleich. Sein Schuss aus zehn Metern kam aber zu zentral auf den Keeper, so dass Trautner parieren konnte. Die nächste Möglichkeit leitete Wolf ein. 18 Meter vor dem Tor deutete er einen Schuss an, legte dann mit rechts den Ball an seinem Gegenspieler vorbei, versäumte es dann aber mit links abzuschließen. Stattdessen spielte er auf Mike Ott, der aus sechs Metern aus dem Stand zum Abschluss kam, doch freistehend das leder nicht mehr am Torhüter vorbeibrachte (65.). Ein klassischer Konter führte zum 2:0 für die Kickers. Nach einem langen Ball über die rechte Seite verlor Korbinian Burger zunächst das Laufduell, die anschließende Flanke in die Mitte wollte Felix Weber mit der Brust zu Torwart Netolitzky klären. Doch diese Aktion misslang, wurde zur Vorlage für Andreas Ivan. Der Stuttgarter zog ab, Weber versuchte noch zu blocken, fälschte dadurch den Ball als Bogenlampe über Netolitzky hinweg ins eigene Tor ab (84.). Bis zum Schluss versuchten die Junglöwen nochmals alles, um heranzukommen, aber mehr als ein Lattentreffer durch Emanuel Taffertshofer sprang dabei nicht mehr heraus (86.).
„Es ist bitter, wenn du so ein Spiel verlierst", meinte Löwen-Trainer Ivica Erceg, der nach sechs Siegen in Folge wieder eine Niederlage kassierte. „Wir hatten gefühlte 70 bis 80 Prozent Ballbesitz. Es war ein Spiel auf ein Tor." Eine Unkonzentriertheit bei einem Standard hätte sein Team in Rückstand gebracht. „Die Jungs haben ordentlich gespielt, den Ball laufen lassen. Aber vorm Tor fehlte die Entschlossenheit, der absolute Wille", machte der 36-Jährige als Ursache für die Niederlage aus. „Wir werden nun das Spiel in Ruhe analysieren. Uns bleiben jetzt drei Wochen Zeit, die Fehler abzustellen, um dann mit der nötigen Aggressivität und Entschlossenheit in das Derby gegen den FC Augsburg zu gehen." Fast trotzig schickte Erceg hinterher. „Wir wollen gegen Augsburg eine neue Serie starten!"