U19: Zweites Spiel, zweite Niederlage

Christoph Rech

Kapitän Christoph Rech und den Junglöwen fehlt es derzeit an den spielerischen Mitteln, um in der A-Junioren Bundesliga bestehen zu können.

Bereits nach dem 2. Spieltag und zwei Niederlagen ist für die U19 der Löwen klar: Das wird ein sehr schwieriges Jahr. Sowohl in der Defensive als auch in der Offensive mangelt es derzeit an der Bundesligareife. So setzte es gegen Aufsteiger 1. FC Saarbrücken eine 0:2-Heimniederlage. Beide Treffer erzielte Sebastian Jacob (25. und 61.).

Die erste Chance des Spiels besaßen die Junglöwen. Ivan Knezevic hatte den Ball am Strafraum behauptet, passte halblinks zum freistehenden Nico Karger, der aber erst mit dem zweiten Ballkontakt abschloss, so dass ein Saarbrückener Abwehrspieler seinen Schuss aus acht Metern noch abblocken konnte (3.). Eine hundertprozentige Möglichkeit der Gäste vereitelte in der 12. Minute Torhüter Marco Aulbach. Jaron Schäfer setzte sich auf der linken Seite durch, legte scharf quer in die Mitte, wo Maximilian Recktenwald aus sechs Metern frei zum Abschluss kam, doch mit einem Reflex lenkte Aulbach das Leder gegen den Pfosten. Im Gegenzug zielte Thomas Pledl mit seinem 18-Meter-Schuss genau auf FCS-Torhüter Dennis Lißmann (12.). Karger war es in der 20. Minute, der von der linken Seite in die Mitte dribbelte, dann aber mit seinem Schuss aus 28 Metern etwa einen Meter über die Querlatte zielte. Zwei Minuten später trat erstmals Saarbrückens Sebastian Jacob in Erscheinung. Seinen gefährlichen Aufsetzer aus 20 Metern konnte Aulbach nur nach vorne abprallen lassen, Recktenwald war zur Stelle, staubte aus kurzer Distanz ab, doch Schiedsrichter Carl Höfer entschied sofort auf Abseits (22.). Drei Minuten später war es dann doch passiert. Ein Ball in die Gasse auf der linken Seite erlief Schäfer, von der Grundlinie passte er zurück auf Jacob, der vom Elfmeterpunkt die Lücke fand und zum 1:0 für die Saarländer einnetzte (25.). In der 34. Minute zirkelte Pledl einen Freistoß aus 20 Metern über die Mauer, Torhüter Lißmann wehrte das Leder ab, doch Knezevic kam einen Schritt zu spät, um den Abpraller verwerten zu können. Die letzte Möglichkeit vor der Pause besaßen ebenfalls die Junglöwen. Janis Danner kam über halbrechts, passte in die Mitte auf den mitgelaufenen Tobias Killer am zweiten Pfosten, doch ein zurückgeeilter Abwehrspieler grätschte das Leder in höchster Not noch vor dem einschussbereiten Killer über das eigene Tor (40.).

Nach der Pause jubelten zunächst die Junglöwen. Pledl hatte auf Karger durchgesteckt, der aus elf Metern in halbrechter Position einschob, aber auch diesmal hatte der Unparteiische eine Abseitsstellung gesehen. So blieb es bis zur 61. Minute beim 0:1. Dann machten die Saarländer aus der eigenen Hälfte einen Befreiungsschlag gegen die aufgerückten Sechzger, Matthias Strohmaier hob das Abseits auf, kam dann zunächst nicht dem davongeeilten Jacob hinterher, der den Ball an dem aus seinem Tor heraus stürmenden Keeper Aulbach vorbeispitzelte, anschließend im Strafraum noch Strohmaier aussteigen ließ und aus fünf Metern zum 2:0 ins leere Tor einschob. In der verbleibenden halben Stunde hatten die Junglöwen gegen die defensiv gut organisierten Gäste nur noch eine halbe Chance. In der 84. Minute hatte Robert Zeus weit eingeworfen, Leopold Baumgartner verlängerte mit dem Kopf, Charly Kunze kam aus elf Metern zum Abschluss, doch bei seinem Linksschuss traf er den Ball nicht voll, so dass Torhüter Lißmann erneut problemlos abwehren konnte. So blieb es bei der ernüchternden 0:2-Niederlage.

„Das war gar nichts", lautete das Fazit von Jürgen Jung, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Löwen, „eine absolut enttäuschende Vorstellung, unverständlich, dass man so eine Leistung abliefert. Wir müssen uns jetzt schleunigst steigern, um in der Liga mitzuhalten", lautete sein Resümee aus der gezeigten Leistung. „Derzeit ist die Mannschaft nicht bundesligatauglich, weder defensiv noch offensiv. Zudem fehlt mir die entsprechende Leidenschaft bei den Spielern. Das war gegen Saarbrücken erneut eine erschreckende Vorstellung, gegen einen Gegner, der höchstwahrscheinlich gegen den Abstieg kämpfen wird."

Trainer Ivica Erceg sah zwar ein anderes Spiel als die Woche zuvor bei der 0:4-Niederlage gegen den FC Bayern. „Gegen die Bayern hatten wir kaum Ballbesitz. Gegen Saarbrücken etwa 70 Prozent. Trotzdem konnten wir aus unserer optischen Überlegenheit keine Chancen herausspielen. Uns fehlen momentan die spielerischen Mittel, um Tempo in unser Spiel zu bringen und Druckphasen zu erzeugen." Der Gegner sei so mit einfachen Mitteln zum Erfolg gekommen. „Saarbrücken hat sich weit zurückgezogen, Mittelfeldpressing mit zwei Viererketten gespielt. Wir haben es einfach nicht geschafft, vorne reinzukommen. Aus dem Ballbesitz hätten wir vielmehr machen müssen", so der 35-Jährige, Die Gründe dafür sieht Erceg zum einen in den „Jungjahrgangsspieler", die sich erst noch an das Tempo in der U19-Bundesliga gewönnen müssten, zum anderen darin, dass viele Spieler des 93er-Jahrgangs das letzte Jahr kaum Spielpraxis hatten. „Wir sind weit von dem entfernt, was die A-Junioren in der letzten Saison an Aggressivität, Zweikampfverhalten und Kreativität geboten haben. Wir müssen uns jetzt schleunigst zusammenraufen und schauen, wie wir eine Strategie finden, um mit dem vorhandenen Material in Zukunft in der A-Junioren-Bundesliga bestehen zu können."

Das Stenogramm

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