05.10.2012

Die Löwen verschenkten beim 1:1 in Memmingen zwei Punkte. In einer Partie, die sie über weite Strecken dominierten, mussten sie ab der 61. Minute einem Rückstand durch Burak Tastan hinterherlaufen. Markus Ziereis gelang eine Viertelstunde vor Abpfiff mit seinem 8. Saisontreffer der Ausgleich (76.). Mehr als ein Lattentreffer Ziereis sprang in der Schlussphase nicht mehr heraus.
In Memmingen musste Löwen-Trainer Alexander Schmitt auf Denis Vatany (Teilabriss des Außenbands im Knie) und Christopher Dinkelbach (Trainingsrückstand) verzichten. Kodjovi Koussou stand nach seinem Innenbandriss im Knie erstmals wieder im Kader. Dazu saß von der U19 Janis Danner auf der Bank.
Im Gegensatz zum Heimspiel gegen Illertissen gelang es den Löwen in Memmingen nicht, die Gastgeber durch frühes Pressing von Beginn an unter Druck zu setzen. So entwickelte sich zunächst ein ausgeglichenes Spiel. Etwa nach einer halben Stunde bekamen die Sechzger Memmingen in den Griff, besaß in der 33. Minute durch Bobby Wood die erste herausgespielte Chance. Nach einem Traumpass von Stefan Wannenwetsch lief der Hawaiianer auf Keeper Tobias Kirchenmaier zu, Verteidiger Matthias Bader setzte nach, verhinderte Woods Abschluss im letzten Moment. Ein Schuss von Andreas Geipl von der Strafraumgrenze aus halbrechter Position entschärfte Torhüter Kirchenmaier mit einem Reflex (42.). Noch besser die Chance der Löwen in der letzten Spielminute vor der Pause. Korbinian Vollmann setzte sich auf der rechten Seite durch, seine Flanke an den Elfmeterpunkt nahm Wood freistehend per Direktabnahme, doch erneut blieb Kirchenmaier im Memminger Tor Sieger (45.). So blieb es beim für die Gastgeber schmeichelhaften 0:0 zur Pause.
Vom Anpfiff weg übernahmen die Sechzger im zweiten Durchgang die Initiative, wurden aber in der 61. Minute eiskalt erwischt. Ein Pass in die Gasse von Daniel Böck erreichte Burak Tastan im Zentrum. Freistehend ließ er 1860-Keeper Vitus Eicher keine Chance, traf zum 1:0 ins rechte untere Eck. Die Löwen zeigten sich von diesem Tor keineswegs geschockt, sondern drückten auf den Ausgleich. Der fiel eine Viertelstunde später. Phillipp Steinhart setzte sich auf dem linken Flügel durch, seine Hereingabe fiel Markus Ziereis vor die Füße, der aus sechs Metern zum 1:1 vollendete (76.). Doch damit wollte sich das Team von Trainer Alexander Schmidt nicht zufrieden geben. Zwei Minuten später lag der Ball erneut im Memminger Tor. Nach einem Wannenwetsch-Pass traf Daniel Jais, doch der Schiedsrichter entschied auf Abseits (78.). In der 80. Minute hatten die Löwen bereits den Torschrei auf den Lippen. Der Chipp des agilen Wannenwetsch landete bei Jais, der passte zurück auf Ziereis. Dessen Schuss aus 15 Metern knallte an die Unterkante der Latte, sprang auf der Linie auf und anschließend zurück ins Feld (80.). Im Gegenzug kamen die Memminger gegen die entblößte Löwen-Deckung zu einer Großchance, als Steffen Friedrich nach einer Böck-Flanke ungehindert an den Ball kam, aber übers 1860-Tor köpfte (81.). In der hektischen Schlussphase traf Jais noch das Außennetz (88.), Geipl scheiterte mit seinem Schuss an Torhüter Kirchenmaier. Somit blieb es bei der Punkteteilung.
„Wir verballern die größten Chancen", hatte Löwen-Coach Alexander Schmidt für die Chancenverwertung seines Teams nur Kopfschütteln parat. Sein Rezept dagegen: „Wir werden noch mehr Torschusstraining ansetzen." Trotz aller Enttäuschung wollte der 43-Jährige seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. „Sie hat gekämpft, alles versucht, war fußballerisch Memmingen in allen Belangen überlegen und zeigte Spielfreude." Schmidt mahnt aber bei seinem Team den nächsten Schritt an. „Wir müssen unsere Überlegenheit, unsere vielen Chancen auch in Tore ummünzen. Das muss die Mannschaft noch lernen. Heute haben wir zwei Punkte liegen gelassen. Memmingens Torwart Tobias Kirchenmaier hat überragend gehalten."
Esad Kahric, Trainer des FC Memmingen gratulierte seiner Mannschaft zur gezeigten Leistung. „ Sie hat sich heute läuferisch und kämpferisch den Punkt verdient. 1860 hatte mehr Ballkontrolle und war der erwartet spielerisch starke Gegner. Der Ausgleichstreffer für die Löwen geht in Ordnung."