16.09.2011

Mit dem 0:0 gegen den FC Ingolstadt ist die Löwen-Reserve seit drei Spielen ungeschlagen. Trotzdem reichte es erneut nicht zum ersten Saisonsieg, auch weil Maximilian Knuth in der 56. Minute freistehend vor FCI-Torhüter Aaron Siegl die größte Chance des Spiels vergab.
Personal: Löwen-Chefcoach Klaus Koschlick konnte bis auf Marcel Kappelmaier (Sehnenriss in der rechten Hand) aus dem Vollen schöpfen. Von den Profis spielten Sebastian Maier und Bobby Wood.
Spielverlauf: Beide Teams begannen sehr verhalten, standen sehr kompakt. So blieben Chancen Mangelware. In der 9. Minute versuchte es Maximilian Knuth mit einem 18-Meter-Schuss aus halblinker Position, zielte aber weit über das von Ex-Löwe Aaron Siegl gehütete Tor. Auf der Gegenseite war es zwei Minuten später Karl-Heinz Lappe, der einen Freistoß von Ralf Keidel aus halbrechter Position etwa zwei Meter übers 1860-Tor köpfte (11.). Richtig gefährlich wurde es in der 20. Minute. Nach einer abgewehrten Ecke bekam Keidel am rechten Flügel erneut den Ball, seine Flanke ins Zentrum verlängerte Jonatan Kotzke unfreiwillig an den zweiten Pfosten, wo Thomas Berger das Leder direkt aus spitzem Winkel nahm, aber aus sieben Metern nur das Außennetz traf. Bis zur Pause passierte nicht mehr viel, weil meistens der letzte Pass nicht kam oder Schüsse in aussichtsreicher Position geblockt wurden. So ging es mit 0:0 nach einer an Höhepunkten armen Partie in die Pause.
Lange passierte in der 2. Halbzeit nichts, dann überschlugen sich in der 56. Minute die Ereignisse. Keidel hatte von rechts geflankt, Marcel Hagmann stieg am höchsten, köpfte aber aus sieben Metern knapp über den Querbalken. Vitus Eicher führte den Abstoß schnell aus, so dass die Löwen kontern konnten, dem FCI fehlte Innenverteidiger Hagmann hinten. Knuth bekam vorne den Ball, ließ am Strafraum noch einen Ingolstädter aussteigen, brachte dann aber das Kunststück fertig, völlig freistehend aus zwölf Metern das Leder links neben das Tor zu setzen. Zwei Minuten später die nächste Großchance für die Löwen. Gökhan Gümüssu kam an der Strafraumgrenze leicht nach links versetzt zum Abschluss, doch sein Schuss aufs lange Eck wurde von Mitspieler Jonatan Kotzke geblockt, ging so am linken Pfosten vorbei (58.). In der 76. Minute spielte Sebastian Maier einen weiten Ball an die Strafraumgrenze, Bobby Wood nahm das Leder mit dem zweiten Kontakt, setzte es aber aus 15 Metern neben das FCI-Tor. Danach war für die einzige Löwen-Sturmspitze Schluss. Für ihn kam Daniel Jais in der letzten Viertelstunde. In der Schlußpahse kamen die Sechziger noch zu einigen Möglichkeiten. Nach einem kurz ausgeführten Freistoß auf der linken Seite zog Maier in die Mitte, schoss dann aus 18 Metern mit rechts flach aufs linke untere Eck, doch Siegl machte sich lang, kam mit der Hand gerade noch dran (83.). Drei Minuten später war es der eingewechselte Marius Willsch, der links bis zur Grundlinie kam, seine scharfe Hereingabe auf Jais konnte Luka Odak gerade noch im Fallen vor dem Löwen-Stürmer zur Ecke klären (86.). Glück hatten die Sechziger in der Schlussminute. Maier klärte eine Flanke im eigenen Strafraum per Kopf zu kurz, Keidel nahm halbrechts den Ball volley, der leicht abgefälscht am rechten Außennetz landete. Im Gegenzug fiel Gümüssu im Ingolstädter Strafraum, doch Schiedsrichter Timo Gerach ließ trotz Protesten der Löwen-Fans weiterspielen. So blieb es beim torlosen Remis, womit die Sechzig-Reserve seit drei Spielen ungeschlagen ist.
„Das war das dritte Unentschieden im dritten Spiel hintereinander - die Richtung stimmt", so das Resümee von Löwen-Coach Klaus Koschlick, der aber keinen Hehl daraus machte, dass er mit dem Punkt nicht zufrieden ist. „Die Mannschaft hat erneut sehr viel Aufwand betrieben, hat sich dafür aber nicht belohnt, obwohl wir endlich mal zu Null gespielt haben." Besonders nach der Pause sah Koschlick sein Team klar im Vorteil: „Nach vorne hat sich mein Team kolossal gesteigert. Trotz einiger schlampiger Fehlpässe haben wir uns eine handvoll Chancen kreiert, sind aber fahrlässig damit umgegangen. Wir waren in der 2. Halbzeit die klar bessere Mannschaft, uns hat aber vor dem Tor die Gier gefehlt."
FCI-Trainer Josef Albersinger hatte ein „gutes Regionalligaspiel" gesehen. „Die 1. Halbzeit war sehr ausgeglichen mit der klareren Chance für uns. Wir waren in einigen Situationen zu hektisch, sonst hätten wir mit 1:0 in Führung gehen können. Nach der Pause hatten wir dann nicht mehr die Räume. Sechzig hat gelauert, sich zwei klare Chancen erspielt." Allenfalls durch Standards, so Albersinger, hätte sein Team in der Endphase die Partie zu seinen Gunsten entscheiden können. „Es war ein sehr enges Spiel. Unterm Strich können wir mit dem Punkt leben, denn wir hätten auch verlieren können. Sechzig hat gerade in der 2. Halbzeit gut gegen den Ball gearbeitet."