U23 gelingt beim 3:1 über Alzenau Befreiungsschlag

Goekhan Guemuessu

Erzielte in den ersten zehn Minuten einen Doppelpack für die Löwen: Gökhan Gümüssu.

Nach drei 0:1-Niederlagen in Folge gelang der Löwen-U23 beim 3:1 über den FC Bayern Alzenau ein Befreiungsschlag. Gökhan Gümüssu hatte die Sechzger mit einem Doppelschlag in Führung gebracht (5. und 9.). Ab der 59. Minute mussten die Unterfranken nach der Gelb-Roten Karte gegen Joseph Mensah mit zehn Mann auskommen. Trotzdem mussten die Löwen nach dem 3:0 durch Maximilian Knuth (64.) nochmals zittern, nachdem Tim Franz auf 1:3 verkürzte (67.) und selbst beste Konterchancen ungenutzt ließen.

Personal: Löwen-Coach Klaus Koschlick musste gegen Alzenau auf Stefan Wannenwetsch (Faserriss) und Benjamin Penzkofer (Innenbandverletzung) verzichten. Dafür stand erstmals wieder Marcel Kappelmaier nach seinem Sehnenriss in der Hand im Kader. Aber noch überraschender das Comeback auf der Bank für Maximilian Knauer. Der Deutsche B-Jugendmeister von 2006 stand erstmals seit fast zwei Jahren wieder im Aufgebot der U23.

Spielverlauf: Die erste gefährliche Szene des Spiels führte zu einem Foulelfmeter für die Löwen. Markus Ziereis hatte mit viel Gefühl den Ball in den Strafraum gehoben, Joseph Mensah brachte Marius Willsch zu Fall, doch zunächst ließ Schiedsrichterin Christine Baitinger weiterspielen, doch Linienrichter Johannes Steck hatte sofort die Fahne gehoben (4.). Den fälligen Strafstoß verwandelte Gökhan Gümüssu sicher zum 1:0 (5.). Vier Minuten später konterten die Sechziger. Willsch drang rechts in den Strafraum ein, legte uneigennützig vor Bayern-Keeper Arturo Gonzalez Garcia in die Mitte auf den mitgelaufenen Gümüssu, der aus zehn Metern nur noch zum 2:0 ins leere Tor einschieben brauchte (9.). Zwei Minuten später fast das 3:0. Maximilian Knuth hatte von der linken Seite die Innenverteidigung überflankt, Quendrim Beqiri am rechten Torraumeck legte den Ball direkt in die Mitte auf Markus Ziereis, dessen Schuss aus 14 Metern konnte Gonzalez Garcia mit einer Glanzparade jedoch entschärfen (11.). Erstmals eingreifen musste 1860-Keeper Vitus Eicher in der 16. Minute. Einen Freistoß von Sebastian Popp aus 25 Metern wehrte er zur Ecke ab. Daraus entwickelte sich die nächste Chance für die Unterfranken. Jochen Seitz hatte von links geflankt, Mensah stieg am höchsten, köpfte aus sechs Metern aufs linke Eck, doch Beqiri auf der Linie lenkte den Ball um den Pfosten (17.). In der 21. Minute kam eine abgewehrte Flanke zu Manuel Bühler, der aus 20 Metern aus halblinker Position freie Schussbahn hatte, aber den Vollspannstoß über den Querbalken setzte. Danach gab es viele Ruppigkeiten, wodurch der Spielfluss der Anfangsphase bei den Sechzger etwas verloren ging. Ein Drehschuss von Ziereis in der 35. Minute aus 14 Metern fehlte die Härte, um Alzenaus Torhüter Gonzalez Garcia vor Probleme zu stellen. So plätscherte das Spiel ohne Höhepunkte bis zur Pause dahin.

Die erste Chance im zweiten Durchgang gehörte ebenfalls den Löwen. Beqiri hatte einen Eckball von der rechten Seite an den ersten Pfosten geflankt, Gümüssu kam zum Kopfball, setzte das Leder aber bedrängt aus sechs Metern über den Querbalken (49.). Die letzte halbe Stunde mussten die Gäste mit einem Mann weniger auskommen. Mensah, der schon beim Elfmeter die Gelbe Karte gesehen hatte, brachte Knuth in einer Kontersituation an der Außenlinie zu Fall. Die logische Folge war Gelb-Rot (59.). Fünf Minuten später das 3:0. Ziereis hatte Knuth rechts im Strafraum steil angespielt, der zögerte mit dem Schuss, stoppte ab, drehte sich dann am Torraum nach innen und traf aus sieben Metern ins Alzenauer Netz (64.). Völlig unnötig kamen die Unterfranken drei Minuten später zum 1:3. Den Schuss von Peter Sprung aus acht Metern konnte Eicher mit einer Hand noch abwehren. Hofstetter schlug den Ball anschließend hektisch in die Mitte weg, genau Tim Franz vor die Füße, der aus 14 Metern ins linke Eck traf (67.). Nach einer 4:3-Überzahlsituation hatte Ziereis auf Kotzke durchgesteckt, doch der kam am Elfmeterpunkt einen Schritt zu spät, sodass Alzenaus Torhüter klären konnte (77.). Ohnehin fehlte in dieser Phase bei den Kontern die Genauigkeit und die Schnelligkeit. Ein ums andere Mal liefen die Stürmer ins Abseits. Beinahe hätte David Lange mit seinem Heber aus 19 Metern Eicher überrascht, der gerade noch die Fingerspitzen ans Leder brachte, es so über die Querstange lenken konnte (80.). In der 83. Minute musste Kotzke auf der Line nach einem Sprung-Schuss aus elf Metern klären. Im Gegenzug traf Gümüssu mit einem 18-Meter-Schuss nur die Oberkante der Latte (85.). In der Nachspielzeit sah auch noch der in der 85. Minute eingewechselte Dusan Jevtic Gelb-Rot. Erst hatte er gefoult, anschließend wegen Meckerns die zweite Gelbe Karte gesehen. Trtotzdem blieb es beim verdienten, aber am Ende keineswegs souverän erspielten 3:1-Erfolg für die Löwen. Damit konnten sie Alzenau in der Tabelle überholen.

Die Trainerstimmen

„Kompliment an meine Mannschaft. Sie wollte das Spiel unbedingt gewinnen", analysierte Löwen-Coach Klaus Koschlick. Die Devise sei „laufen, grätschen und ein bisschen Fußball spielen" gewesen. „Das ist uns auch gelungen. Wir haben eine gute 1. Halbzeit gespielt, waren gut organisiert und haben nach vorne schönen Kombinationsfußball gezeigt. Zur Pause hätten wir auch 3:0 oder 4:0 führen können." In der 2. Halbzeit, so Koschlick, konnte man seinem jungen Team die fehlende Cleverness anmerken. „Die Überzahl haben wir nicht gut umgesetzt. Kompliment an Alzenau, das sich zu zehnt gut gewehrt hat. Wir wussten ja, dass sie ein unbequemer Gegner sind. Trotzdem war der Sieg verdient."

Alzenaus Coach Florian Arbini sprach von „zwei grundverschiedenen" Spielhälften seiner Mannschaft. „In der 1. Halbzeit haben wir dem Gegner zu viel Platz gelassen. Dazu haben wir 95 Prozent unserer Kopfballduelle verloren und uns die Bälle selbst ins Tor gelegt. Erst in Unterzahl haben wir angefangen, Fußball zu spielen", resümierte der Gäste-Trainer. „Nach dem 1:3 hatten wir noch einige gute Möglichkeiten, um weitere Tore zu erzielen. Sechzig hat den Sieg aber verdient, weil wir viel zu spät begriffen haben, um was es geht. Auf den letzten 30 Minuten können wir aber für unser schweres Heimspiel gegen die Reserve von Hoffenheim aufbauen."

Steno

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