25.11.2011

In einer Partie ohne große Höhepunkte vor den Toren trennten sich der TSV 1860 München II von der Reserve der SpVgg Greuther Fürth mit 0:0. Die beste Aktion hatten die Gastgeber in der 35. Minute, als Gökhan Gümüssu mit einem Freistoß nur die Latte traf.
Personal: Löwen-Coach Klaus Koschlick musste auch gegen die Reserve von Greuther Fürth auf Stefan Wannenwetsch (Faserriss), Benjamin Penzkofer (Innenbandverletzung) und Marcel Kappelmaier (Adduktorenverletzung) verzichten. Daniel Jais saß nach überstandener Immunerkrankung wieder auf der Bank.
Spielverlauf: Die erste gefährliche Szene der Partie gehörte den Löwen. Einen Freistoß acht Meter vorm rechten Strafraumeck flankte Quendrim Beqiri vors Tor, Jonathan Kotzke stieg zwar am höchsten, kam aber aus neun Metern nicht ganz an den Ball (5.). In der 14. Minute besaß plötzlich nach einer an Höhepunkten armen Anfangsphase Maximilian Knuth die Riesenmöglichkeit zur Führung. Beqiri hatte auf der linken Strafraumseite den Ball im Zweikampf verloren, das Leder kam zu Gökhan Gümüssu, der sofort für Knuth auflegte. Dessen Schrägschuss aus 14 Metern kurz hinterm linken Strafraumeck ging aber knapp über die Querlatte. Beinahe wären die Fürther mit dem ersten gefährlichen Angriff in Führung gegangen. Maximilian Welzmüller kam aus 23 Metern ungehindert zum Schuss, Löwen-Keeper Vitus Eicher hatte Mühe, den Flatterball über den Querbalken zu lenken (25.). Danach gaben die Sechziger ihre Überlegenheit aus der Hand, weil ihnen viele Abspielfehler im Spielaufbau unterliefen. Doch die Franken konnten ihrerseits daraus kein Kapital schlagen. In dieser Phase bekamen die Löwen einen Freistoß aus 26 Metern, leicht nach rechts versetzt, zugesprochen. Beqiri lupfte den Ball hoch, Gümüssu nahm das Leder volley aus der Luft, traf mit seinem Schuss aber nur die Oberkante der Latte (35.). Drei Minuten später chipte Gümüssu den Ball über die Abwehr, Markus Ziereis nahm das Leder aus dem Rücken kommend an der Strafraumgrenze direkt, setzte es aber weit über das Gehäuse der Kleeblättler (38.). Bei einer Hereingabe durch Ziereis von der rechten Grundlinie brachte ein Fürther gerade noch den Fuß dazwischen, sonst wäre Gümüssu in zentraler Position frei zum Abschluss gekommen (40.). In der 44. Minute war es Eicher zu verdanken, dass die Franken nicht kurz vor der Pause in Führung gingen. Stefan Kolb hatte sich an der rechten Grundlinie durchgetankt, brachte den Ball flach nach innen, wo Marius Strangl vollkommen frei auftauchte, aber Eicher seinen Schuss aus vier Metern mit einem Spreizschritt artistisch abwehrte. Im Gegenzug hatten die Löwen nochmals die Chance zum 1:0. Beqiri flankte einen Freistoß aus halbrechter Position an den zweiten Pfosten, wo Daniel Hofstetter zum Schuss kam. Doch ein Fürther Abwehrspieler und Torwart Franco Flückinger bugsierten gemeinsam das Leder aus dem linken unteren Eck (45.). So blieb es beim 0:0 zur Pause.
Die erste Möglichkeit nach Wiederanpfiff hatten die Löwen. Nach einem Kopfball von Daniel Hofstetter im Anschluss an eine Ecke, den Flückinger sicher aufnahm, warf der Keeper den Ball genau Jonatan Kotzke vor die Füße. Der Innenverteidiger bediente Ziereis, der halblinks im Strafraum aus 14 Metern mit rechts abzog, doch sein Schuss wurde sichere Beute von Fürths Schlussmann (51.). Danach passierte 25 Minuten vor den Toren so gut wie nichts, ehe die Löwen eine Konterchance besaßen. Ziereis kam halblinks in der Fürther Hälfte an den Ball, zog in die Mitte, wollte dann den durchgestarteten Beqiri auf der linken Seite anspielen, doch sein Pass missglückte, sodass Torhüter Flückinger das Leder sicher aufnehmen konnte (76.). Auch in der Schlussphase passierte nicht mehr viel, was logischerweise ein torloses Remis zur Folge hatte. Damit glückte der Löwen-Reserve die Revanche für die 0:4-Niederlage aus dem Hinspiel nur teilweise.
Löwen-Coach Klaus Koschlick hatte ein „gutes, schnelles, intensives Regionalligaspiel auf schweren Bodenverhältnissen" gesehen. „Mit dem Spiel meiner Mannschaft bin ich zufrieden, mit dem Ergebnis nicht." Seiner Meinung nach waren die Löwen die ersten 45 Minuten die bessere Mannschaft. „Leider haben wir unsere Chancen nicht verwertet. Mit etwas Glück hätten wir gewinnen können. Das war eine tolle Freistoßvariante von Gökhan Gümüssu. Da hat leider das Quäntchen Glück gefehlt. Auch Maximilian Knuth hatte zwei Möglichkeiten, Markus Ziereis eine. Die Jungs haben aufopferungsvoll gegen eine Spitzenmannschaft gekämpft. Man darf nicht vergessen, dass wir gegen den Tabellenvierten gespielt haben."
Fürths Coach Konrad Fünfstück sprach ebenfalls von einem sehr intensiven Spiel auf schwierigen Platzverhältnissen. „Die ersten 25 Minuten haben wir das Spiel überhaupt nicht in den Griff bekommen. Danach sind wir besser ins Spiel gekommen. Kompliment an meine Mannschaft, wie sie den Kampf angenommen hat. Beide Teams hatten eine starke Defensive, haben auf die zweiten Bälle gelauert." Unterm Strich sprach Fünfstück von einem „leistungsgerechten Unentschieden, mit dem wir leben können".