U23 vergibt in der Endphase Sieg beim 1:1 gegen den KSC

Marius Willsch

Erzielte in der 49. Minute die Löwen-Führung: Marius Willsch.

Sieben Minuten fehlten der Löwen-U23 zum dritten Sieg in Folge. Marius Willsch hatte die Weiß-Blauen kurz nach der Pause in Führung gebracht (49.), der eingewechselte Tobias Stoll konnte in der 84. Minute im Anschluss an einen Fehler in der 1860-Defensive für den KSC zum 1:1-Endstand ausgleichen. Aufgrund der 90 Minuten ging die Punkteteilung aber in Ordnung.

Personal: Bis auf Marcel Kappelmaier (Sehnenriss in der Hand) konnte Trainer Klaus Koschlick gegen die KSC-Reserve auf den kompletten Kader zurückgreifen. Von den Profis spielten erneut Bobby Wood und Dennis Malura, dazu kam Youngster Sebastian Maier.

Spielverlauf: Die Karlsruher versuchten vom Anpfiff weg, die Löwen unter Druck zu setzen. Trotzdem kamen die Badener kaum zu klaren Chancen. So auch in der 10. Minute, als Sebastian Rutz auf Timo Kern durchgesteckt hatte, dessen Schuss aus 14 Metern wurde geblockt und ehe der Karlsruher den Abpraller verwerten konnte, war Torhüter Vitus Eicher zur Stelle, begrub das Leder unter sich. Nach einem Freistoß aus dem rechten Halbfeld, den Rutz an den zweiten Pfosten geflankt hatte, kam Innenverteidiger Tobias Keusch freistehend aus vier Metern zum Kopfball, aber der Winkel war zu spitz, sodass Eich parieren konnte (15.). In der 21. Minute kam Patrick Dulleck aus 23 Metern zum Schuss, der Ball wurde gefährlich abgefälscht, setzte auf, sprang über Eicher hinweg, ging aber zum Glück für die Löwen knapp am Tor vorbei. Die Sechziger hatten in dieser Phase zwar einige gute Ansätze, kamen aber nicht entscheidend vors Tor. Anders die Gäste. Ein Freistoß von Ole Schröder aus dem linken Halbfeld mit rechts getreten, drehte sich durch Freund und Feind aufs lange Eck, doch Eicher war zur Stelle, konnte das Leder auf dem mittlerweile glitschigen Rasen festhalten (24.). Nur haarscharf ging der Ball in der 34. Minute am linken Pfosten des Löwen-Tores vorbei. Acht Meter vorm rechten Strafraumeck hatte Rutz einen Freistoß mit links über die Mauer hinweg direkt aufs lange Eck geschossen. Auf der Gegenseite flankte Philipp Steinhart von der linken Seite mit rechts vors Tor, Bobby Wood verlängert das Leder mit dem Kopf, jedoch genau auf Torhüter Mathias Moritz im kurzen Eck (37.). Riesenglück hatten die Sechziger in der 40. Minute. Jonatan Kotzke hatte den Ball Richtung eigenes Tor geköpft, Dulleck schaltete am schnellsten, brachte das Leder an der Strafraumgrenze aber nicht unter Kontrolle, sodass der heraus geeilte Eicher den Ball aufnehmen konnte (41.). Insgesamt war es in der 1. Halbzeit eine Partie mit wenig klaren Chancen, in der die Karlsruher optische Vorteile besaßen.

Eiskalt nutzten die Löwen ihre erst gute Chance des Spiels direkt nach der Pause. Wood hatte den Ball in der gegnerischen Hälfte angenommen, legte nach rechts raus, wo Marius Willsch mit viel Tempo herangebraust kam, kurz hinterm rechten Strafraumeck abzog und zum 1:0 ins lange Eck traf (49.). Leichtfertig vergaben die Sechzger in der 67. Minute eine Kontermöglichkeit. Nach einer Ecke am eigenen Strafraum trieb Wood das Leder über 50 Meter, passte dann auf rechts zu Dennis Malura, der überhastet und schlecht von der Strafraumgrenze abschloss, den Ball zum Leidwesen der mitgeeilten Kollegen weit über das KSC-Tor bugsierte. In der 77. Minute spielte Kern einen schlechten Pass auf den gestarteten Dulleck, der vollkommen frei vor Eicher im Strafraum gewesen wäre, doch das zu lang geratene Zuspiel erreichte der Löwen-Keeper vor dem Karlsruher Torjäger. Völlig unnötig fiel der Ausgleich. Nach einem Fehlpass von Malura an der linken Strafraumseite kam Parker Walsch ans Leder, flankte in die Mitte, wo Stoll am ersten Pfosten in den Ball lief, per Kopf aus neun Metern unhaltbar für Eicher zum 1:1 ins lange Eck verlängerte (83.). Beinahe wäre den Löwen postwendend der Ausgleich gelungen. Nach einem Eckball von Benjamin Penzkofer von der rechten Seite schraubte sich Gökhan Gümüssu am zweiten Pfosten in die Höhe, drückte den Ball aus sechs Metern aufs Tor, doch Keeper Moritz konnte das Leder mit einer Hand über den Querbalken lenken (86.). Zwei Minuten später hatte Maximilian Knuth aus dem Zentrum vors Tor geflankt, Gümüssu verlängerte den Ball per Kopf am Torraum, jedoch genau auf den Keeper (88.). So blieb es beim 1:1, bei dem die Löwen den dritten Sieg in Folge leichtfertig verschenkten. Aufgrund der gesamten 90 Minuten geht die Punkteteilung aber in Ordnung.

Trainerstimmen zum Spiel

Trotz des Unentschieden war 1860-Cheftrainer Klaus Koschlick hochzufrieden: „Wir haben eine tolle Englische Woche gespielt. Niemand hat vorher gedacht, dass wir sieben Punkte daraus holen", strahlte der durchnässte Coach. „In der 1. Halbzeit war Karlsruhe besser im Spiel, nach der Pause wir. Deshalb ist es ein gerechtes Unentschieden, auch wenn das 1:1 nach einem leichten Ballverlust fiel."

KSC-Coach Markus Kauczinski sprach ebenfalls von einer gerechten Punkteteilung. „Wir sind gut ins Spiel gekommen, waren gut gestanden, haben aber nach vorne zu wenig Gefahr entwickelt. Nach einem leichten Ballverlust sind wir in Rückstand geraten, danach haben wir aufgemacht. Der Ausgleich fiel glücklich, war aber verdient." Den Löwen machte Kauczinski ein Kompliment. „Sie waren ganz klar besser als die Bayern", kommentierte der KSC-Coach den 5:2-Sieg seines Teams vor einigen Wochen an gleicher Stätte. „Uns war klar, dass es ein sehr schweres Spiel wird. Wir sind schließlich keine Übertruppe und Sechzig hat zuvor zwei Spiele gewonnen. Das heute war nur eine durchschnittliche Leistung von uns, die Löwen haben es uns schwer gemacht. Man muss auch mal mit einem Punkt auswärts zufrieden sein können", befand der Trainer.

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