Vorschau: 1860 München – Fortuna Düsseldorf

Beister Stahl
Dominik Stahl versucht Maximilian Beister am Torschuss zu hindern. Eine Szene aus dem Hinspiel, das die Löwen mit 1:3 verloren.

Ungewöhnlich offensiv äußerte sich Löwen-Trainer Reiner Maurer vor dem Spitzenspiel am Sonntag, 19. Februar, 13:30 Uhr, in der Allianz Arena gegen Tabellenführer Fortuna Düsseldorf. „Alles andere als ein Sieg wäre eine Enttäuschung. Die Mannschaft brennt auf das Spiel."

Das Selbstertrauen bezieht der 52-Jährige aus den letzten sechs Punktspielen seines Teams. Fünf Siege und ein Unentschieden lautet die fast makellose Bilanz. Die letzten drei Heimspiele wurden allesamt gewonnen. Dagegen hat die Fortuna zuletzt geschwächelt. Seit vier Partien ist das Team von Trainer Norbert Meier in der Liga ohne Sieg. „Die Fortuna hat etwas an Schwung verloren", so die Einschätzung von Maurer, der den Rheinländern aber ein „hervorragendes Jahr 2011" attestiert. Nur krönen konnten sie es nicht. Im DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund verlor das Team kurz vor Weihnachten im Elfmeterschießen.

Das Fehlen von Ex-Löwe Sascha Rösler bei Düsseldorf sieht Maurer nicht als großen Vorteil. „Dafür kommt Andreas Lambertz zurück. Er ist der absolute Führungsspieler bei der Fortuna." Ebenfalls wieder mit dabei ist Johannes van den Bergh, der gegen Eintracht Frankfurt (1:1) wegen Magen-/Darm-Problemen kurzfristig passen musste. „Das ist das große Plus der Fortuna. Sie können auf eine eingespielte Abwehr bauen."

Bei allem Optimismus rechnet Maurer mit einem sehr engen Spiel. Schließlich ist die Fortuna seit 14 Spielen in der Fremde ungeschlagen (5 Siege, 9 Unentschieden). „Meine Mannschaft besitzt die Leistungsfähigkeit, das Spiel zu gewinnen", hält der Löwen-Coach dagegen. „Wir wollen unsere makellose Rückrundenbilanz ausbauen und den Abstand auf Düsseldorf verkürzen."

Schon einmal hat Maurers Team in dieser Saison die Serie eines Tabellenführers beendet. Eintracht Frankfurt kam am 16. Spieltag ungeschlagen in die Allianz Arena, verließ das WM-Stadion von 2006 als Verlierer. Dabei fehlten den Löwen beim 2:1 mit Daniel Halfar, Benjamin Lauth und Daniel Bierofka gleich drei Leistungsträger.

Diesmal stehen die Vorzeichen besser. Zwar ist die Rückkehr von Halfar ins Team weiterhin ungewiss, ansonsten sind aber alle Stammspieler fit. So ist die Devise für Sonntag eindeutig: Den Gegner von Beginn an unter Druck setzen und vom eigenen Tor fern halten. Denn gerade vor Maximilian Beister haben die Löwen großen Respekt, wenngleich Maurer relativiert: „Beister war in den ersten Saisonspielen überragend. Er hat die Mannschaft mitgezogen. Zuletzt war er nicht mehr ganz so leistungsstark, aber immer noch gefährlich."

Trotzdem sind seine Dribblings über die rechte Seite gefürchtet. „Er kann jeden Gegner schlecht aussehen lassen", weiß Maurer, der deswegen schon einmal laut nachgedacht hat, ob er auf der linken Defensivseite personelle Umstellungen vornehmen soll. Das Resultat will er erst kurz vor Spielbeginn verkünden.

Natürlich wurde auch Maurer befragt, wie er die Vorwürfe von Frankfurts Coach Armin Veh bewertet, der den Düsseldorfer Spielern Theatralik und Fallsucht im Strafraum vorwarf. „Es ist normal, dass man bei einer erfolgreichen Mannschaft genauer hinschaut", sagte er und fügte lächelnd hinzu: „Natürlich kann man durch eine Tür hindurchgehen oder an einem Türstock hängen bleiben, der sich einem in den Weg stellt."

Am Faschingssonntag rechnen die Löwen mit über 20.000 Zuschauern. Für Maurer ist diese Zahl keine Enttäuschung, sondern Anreiz. „Wir müssen die Fans begeistern, dass sie wieder verstärkt ins Stadion kommen. Wir haben nach dem Spiel gegen Düsseldorf noch sechs, teilweise sehr interessante Heimspiele. Wenn wir den Abstand zur Spitze weiter verringern bin ich zuversichtlich, dass wir den Zuschauerschnitt weiter steigern können."

Voraussichtliche Aufstellungen:

1860: 1 Kiraly - 2 Rukavina, 26 Schindler, 13 Aygün, 17 Buck - 4 Bülow, 7 Bierofka - 15 Aigner, 9 Rakic - 31 Volland, 11 Lauth.
Ersatz: 22 Ochs (Tor) - 5 Vallori, 6 Stahl, 8 Nicu, 19 Maier, 20 Benjamin, 25 Kotzke, 27 Feick, 34 Hofstetter, 36 Steinhart.
Nicht dabei: 14 Wood (Aufbautraining nach Meniskus-OP), 21 Kaiser (Aufbautraining nach Leisten-OP); 23 Schwarz (Patellasehnenabriss), 28 Halfar (Schambeinentzündung).

Fortuna: 22 Ratajczak - 19 Levels, 5 Lukimya, 6 Langeneke, 21 van den Bergh - 13 Bodzek - 11 Beister, 17 Lambertz, 7 Fink - 10 Ilsö - 18 Bröker.
Ersatz: 1 Almer (Tor) - 2 Weber, 3 Juanan, 8 Dum, 9 Jovanovic, 16 Bijev, 24 Hazaimeh, 25 Erat, 26 Schwadorf, 27 Matuschyk, 28 Furuholm.
Nicht dabei: 23 Kruse (Bänderdehnung im Knie), 30 Rösler (Gelb-Rot-Sperre).

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin); Assistenten: Markus Häcker (Waren/Müritz), Stefan Trautmann (Hannover); Vierter Offizieller: Arno Blos (Deizisau).

1860-Duesseldorf

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