30.08.2012

Im zweiten Heimspiel der Saison empfangen die Löwen am Freitag, 31. August, 18 Uhr, Tabellenschlusslicht MSV Duisburg in der Allianz Arena. Der Klub aus dem Ruhrgebiet hat nach drei Niederlagen in der Zweiten Liga seinen Trainer Oliver Reck entlassen. Interimsweise betreuen Sportdirektor Ivica Grlic und MSV-Legende Bernhard „Ennatz" Dietz das Team in München.
„Der MSV ist überraschend schlecht in die Saison gestartet, nimmt man mal den Pokalsieg in Halle aus", sagt Löwen-Cheftrainer Reiner Maurer, der das Team aber nicht so schwach sieht, wie es der Tabellenplatz vermuten lässt. „Im Heimspiel gegen Dresden hatten sie unheimlich Pech: Gleich mit der ersten gefährlichen Aktion bekommen sie das 0:1, dann verletzten sich nach einer Viertelstunde zwei wichtige Spieler gegenseitig und müssen ausgetauscht werden."
Für Reiner Maurer sind die häufigen Personalwechsel der vergangenen beiden Spielzeiten der Grund, dass die Zebras so schwer in die Gänge kommen. „Letztes Jahr mussten sie 17, diese Saison neun neue Spieler integrieren. Da fällt es schwer, als Mannschaft den Rhythmus zu finden."
Der Verein habe nach dem schlechten Saisonauftakt „gegengesteuert", indem er die Verantwortung für das Gastspiel in München in die Hände von Sportdirektor Ivica Grlic und Bernhard Dietz legte. „Das sind zwei Ikonen aus der MSV-Führung, an denen keiner etwas Mäkeln kann", so die Einschätzung des Löwen-Coachs. „Gerade Ennatz Dietz steht für Zweikampfstärke. Ich denke, darauf werden sie auch gegen uns das Hauptaugenmerk legen."
Wenig hält Maurer davon, den 4:0-sieg gegen Duisburg in der Saisonvorbereitung als Maßstab heranzuziehen. „Daraus kann man keine Schlüsse ziehen", sagt der 52-Jährige bestimmt. „Duisburg ist nicht das typische Kellerkind. Sie haben sehr viel Qualität in der Mannschaft. Ich gehen davon aus, dass der MSV nicht lange am Tabellenende steht."
Trotzdem lässt Maurer keinen Zweifel daran, wer den Platz als Sieger verlassen wird. „Unser absolutes Ziel sind drei Punkte." Auch über die Umsetzung ist sich der Mindelheimer im Klaren: „Wir wollen mit schnellem, variablem Passspiel Druck erzeugen, den Gegner zu Fehlern zwingen." Als Maßstab nimmt Maurer die ersten 45 Minuten in Kaiserslautern. „Ich habe von vielen Seiten positive Rückmeldung erhalten. Es wurde gesagt, dass es die beste Halbzeit seit Jahren war."
Ausgerechnet der Einsatz von Necat Aygün, der für beide Klubs spielte, ist fraglich. Der 32-Jährige zog sich am Mittwoch im Training eine Kapselverletzung am Sprunggelenk zu. „Er konnte am Donnerstag nur Rad fahren. Wir werden am Spieltag kurzfristig in Abstimmung mit den Ärzten, Physiotherapeuten und dem Spieler entscheiden, ob ein Einsatz Sinn macht", erklärt Maurer.
Drei Alternativen stehen dem Löwen-Coach für den Routinier zur Verfügung. „Christopher Schindler könnte sein Platz in der Innenverteidigung einnehmen. Oder Kai Bülow. Dann würde Dominik Stahl vor der Abwehr spielen." Die dritte Variante mit Linksverteidiger Arne Feick hätte „größere Umbaumaßnahmen" zur Folge. Moritz Volz müsste rechts in der Viererkette verteidigen, dafür würde Grzegorz Wojtkowiak ins Zentrum rücken. „Natürlich birgt diese Variante das größte Risiko, aber Arne präsentiert sich im Training gut, hätte einen Einsatz verdient."
Wahrscheinlich ist dagegen, dass der gebürtige Duisburger Moritz Stoppelkamp von Beginn an auflaufen wird. Maurer ist mit dem 25-Jährigen bisher „insgesamt zufrieden", wenngleich er noch Potential in ihm sieht. „Moritz muss aggressiver nach vorne spielen. Die Abstimmung und der Rhythmus fehlen noch ein bisschen. Trotzdem: Eine Stammplatzgarantie hat auch er nicht."
1860: 1 Kiraly - 3 Wojtkowiak, 26 Schindler, 5 Vallori, 2 Volz - 4 Bülow, 7 Bierofka - 14 Tomasov, 28 Halfar - 10 Stoppelkamp, 11 Lauth.
Ersatz: 22 Ochs (Tor) - 6 Stahl, 8 Nicu, 18 Blanco, 19 Maier, 27 Feick.
Fraglich: 13 Aygün (Kapselverletzung).
Nicht dabei: 21 Makos (Riss des Syndesmosebandes am linken Sprunggelenk), 17 Vocaj, 30 Eicher, 33 Vollmann, 36 Steinhart (alle U21).
MSV: 18 Wiedwald - 4 Berberovic, 22 Bomheuer, 5 Bajic, 6 Kern - 7 Brosinski, 15 Sukalo, 26 Öztürk, 14 Brandy - 23 Jovanovic - 19 Kastrati.
Ersatz: 1 Müller (Tor) - 9 Domovchiyski, 16 Hennen, 17 Wolze, 28 Jevtivc, 34 da Silva.
Fraglich: 3 Bollmann (Adduktorenprobleme), 21 Hoffmann (Rückenprellung), 33 Pamic (Leistenprobleme).
Nicht dabei: 2 Koch (Knie-OP), 8 Exslager (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich), 10 Gjasula (Herzmuskelentzündung), 11 Baljak (Rippenprellung), 24 Perthel (Mittelfußbruch), 25 Lachheb (Rot-Sperre).
Schiedsrichter: Norbert Grudzinski (Hamburg); Assistenten: Arne Aarnink (Nordhorn), Thomas Frank (Hannover); Vierter Offizieller: Jonas Weickenmeier (Mühlheim).

Duell der Löwen gegen die Zebras: Die Statistik
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