SECHZIGMÜNCHEN.
 

Mölders freut sich auf die Rückkehr nach Augsburg.

Sascha Mölders wird bei einem Tor gegen Augsburg jubeln: „Als Fußballer willst du immer gewinnen.“ 

Sascha Mölders hat in seinem Fußball-Leben schon einiges erlebt. Wenn der 32-Jährige von einem „absoluten Highlight“ spricht, dann muss es wirklich etwas Besonderes sein. Und viele Faktoren sprechen dafür, dass der Auftritt der Löwen am Sonntag beim FC Augsburg II ein außergewöhnlicher wird.

Schon im Vorfeld sind die Fuggerstädter mit ihrer zweiten Mannschaft vom Rosenaustadion, das nur noch 4.000 Zuschauern Platz bietet, in die moderne WWK ARENA umgezogen. Über 30.000 Besuchern beherbergt das Stadion, 7.000 Karten sind nach München gegangen und waren schnell vergriffen. Eine Rekordkulisse für ein Spiel der Regionalliga Bayern müsste mindestens herausspringen.

Der Stürmer erwartet sehr viel Brisanz. „In der Zweiten Liga ging es immer heiß her.“ Damals spielte er noch für die Schwaben. „Ich persönlich freue mich, nochmals in der Arena aufzulaufen.“ Viele Möglichkeiten dieser Art gäbe es für ihn nicht mehr, „schließlich bin ich nicht mehr der Jüngste.“ Viereinhalb Jahre stand Mölders bei den Fuggerstädtern unter Vertrag. „Sportlich meine beste Zeit“, sagt er. „Die Fans dort haben mich immer gemocht. Ich freue mich auf dieses Spiel.“

Sechzig auswärts in Augsburg, oida.

Angst ausgepfiffen zu werden, hat Mölders keine. Im Gegenteil: „Durch meine Spielweise war ich sehr beliebt. Als ich zu Sechzig gewechselt bin, hat keiner gesagt: Das kannst du nicht machen! Deshalb rechne ich nicht mit Pfiffen.“ Wohl aber mit einigen Augsburg-Trikots, die seinen Namen und die Nummer 33 zieren.

Auch wenn Mölders in der dritten Saison für den TSV 1860 spielt, ist er tief in der Region Augsburg verwurzelt. Vor vier Jahren hat er in Mering ein Haus gekauft. Dort ist er mit seiner Familie heimisch geworden, trainierte die Jugendmannschaft seines Sohnes, später den Landesligisten SV Mering. Die räumliche Nähe zu München war mit ein Grund, wieso er 2016 von dem Lech an die Isar wechselte. „Oliver Kreuzer hat mich damals überzeugt. Aber eine entscheidende Rolle hat gespielt, dass ich zu Hause wohnen bleiben konnte.“ Drei Mal hat er in seiner Karriere das Bundesland gewechselt. Für seine Kinder bedeutete es neuer Schule und neuer Freundeskreis. „Das wollte ich ihnen nicht noch einmal antun.“

Der Verbleib in Mering war auch diesen Sommer ein gewichtiges Argument. „Wenn, dann wäre ich ohne Familie woanders hin gegangen.“ Aber der Wohnort war sicher nicht der einzige Grund, sonst hätte er auch in die Seitenstraße zu dem anderen Münchner Regionalligisten wechseln können. Viel mehr bemüht sich der Stürmer um Vergangenheitsbewältigung. Den Abstieg im Sommer bezeichnet Mölders „als schlimmste Zeit für mich. So etwas habe ich nicht gekannt!“ Er ärgere sich noch immer über die dreieinhalb Monate, die er wegen einer Schambeinentzündung in der Abstiegssaison pausieren musste, er so der Mannschaft nicht helfen konnte.

In Daniel Bierofka hat Mölders einen Verwandten im Geiste. „Er ist ein Trainer, der ehrgeizig ist und nicht verlieren will. Von der Mentalität sind wir ähnlich“, bezeichnet er den Coach als weiteren Grund, zu den Löwen zurückzukehren. Für Spekulationen, er könnte im Sommer bei Nicht-Aufstieg die Löwen verlassen, hat Mölders nur ein müdes Lächeln übrig. „Ja, aktuell habe ich nur Vertrag bis 2018. Das stimmt! Aber ich fühle mich hier wohl, will noch zwei, drei Jahre kicken.“

Ein Punkt in Augsburg würde Mölders und den Löwen vorzeitig den Herbstmeistertitel bescheren. Für den Torjäger (acht Treffer) ein Muster ohne Wert. „Das bringt dir ja nichts!“ Viel wichtiger seien Siege. „Jedes Spiel, das du gewinnst, lässt die Brust wachsen.“ Mittlerweile sind es sechs Dreier in Folge. Geht es nach ihm, soll die Serie zumindest die beiden Derbys überdauern.

Schon drei Mal hat Mölders in dieser Saison die FCA-Reserve spielen sehen. Sein Urteil: „Die Spiele haben sie hinten raus gewonnen.“ Er bescheinigt der Mannschaft „Qualität, viele junge und hungrige Spieler“. Dazu könnte der eine oder andere Routinier auflaufen. Zum Beispiel sein Freund Jan-Ingwer Callsen-Bracker. „Das würde mich freuen, wenn er spielen würde. Wir standen vier Jahre gemeinsam in einer Mannschaft“, findet er ein solches Duell reizvoll.

Mölders erwartet aber nicht nur auf dem Platz FCA-Profis. Auch auf den Rängen rechnet er mit einigen ehemaligen Kollegen. Unter anderem mit Ex-Löwe Daniel Baier, mit dem er in regelmäßigem Kontakt steht. „Dazu werden einige Freunde von mir unter den Zuschauern sein.“

Die Regionalliga-Partie könnte für Mölders zum verspäteten Abschiedsspiel werden. „Ich war von heute auf morgen weg“, will er Manager Stefan Reuter keinen Vorwurf machen, dass keine offizielle Verabschiedung in Augsburg stattfand. „Komisch, aber das hat sich bisher bei keinem meiner Klubs ergeben.“ Vielleicht ist der FCA der erste in der Vita Mölders. Verdient hätte er es!

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