SECHZIGMÜNCHEN.
 

Bierofka vor Halle: „Ich will gewinnen, nicht rechnen.“

Löwen-Trainer Daniel Bierofka (li.) muss gegen Halle improvisieren. Prince Owusu (re.) ersetzt wohl den gelbgesperrten Sascha Mölders als Sturmspitze. 

Die Löwen reisen mit dem letzten Aufgebot zum Halleschen FC, wo es am Karsamstag, 20. April, 2019, gegen den Tabellenvierten geht. Anpfiff im Erdgas-Sportpark ist um 14 Uhr. Das BR Fernsehen und Magenta Sport zeigen die Partie live.

BR Fernsehen zeigt Löwen in Halle live.

Die Ausfallliste – Verletzungen und Sperren eingerechnet – ist auf neun Spieler angewachsen. Zuletzt musste Trainer Daniel Bierofka auch noch die Verletzungen von Herbert Paul und Alessandro Abruscia konstatieren. Paul hatte bereits am Dienstag im Training einen Schlag auf den Zeh bekommen. Dieser schwoll an und bereitet seitdem starke Schmerzen. Bei Abrusica ist es im Zweikampf bei einem Pressschlag passiert. Auch bei ihm macht ein Einsatz keinen Sinn.

„Das wird dadurch nicht einfacher“, weiß Bierofka, der aber nicht ins Lamentieren verfällt. „Jetzt sind genau die Jungs gefragt, die das ganze Jahr hintendran stehen und anschieben. Sie werden sich am Riemen reißen und alles geben.“

Gerade für solche Situationen habe er einen großen Kader. Der 40-Jährige führt in diesem Zusammenhang die SpVgg Unterhaching als Beispiel an. „Du kannst mit 13, 14 Topspielern eine gute Mannschaft stellen. Aber wenn Verletzungen kommen ist es wichtig, dass du Substanz hinten dran hast.“ Und genau die sieht er bei seinen Löwen vorhanden.

Sechzig auswärts in Sachsen-Anhalt.

„Der Kader stellt sich von alleine auf. Natürlich muss ich aufgrund der Personallage improvisieren, aber ich habe meine Mannschaft bereits im Kopf“, so seine Ankündigung. Eric Weeger dürfte den verletzten Paul Eins-zu-Eins ersetzen, Prince Owusu rückt wohl für den gelbgesperrten Sascha Mölders in die Sturmspitze.

Gerade die Offensive stand zuletzt in der Kritik, weil es selten zu Abschlüssen und torgefährlichen Szenen kam. „Der letzte Biss, uns vorne durchzusetzen, hat uns gefehlt.“ Anstatt konsequent und gradlinig in die Spitze zu spielen und den Zweikampf zu suchen, sei im letzten Drittel immer nochmals quer gepasst worden. „Wir brauchen wieder die nötige Überzeugung. Der gegnerische Verteidiger muss wissen, dass es eng für ihn wird, wenn unser Stürmer auf ihn zukommt.“

Wenigstens ist Simon Lorenz einsatzbereit. Der Innenverteidiger zog sich im Heimspiel gegen Münster eine Nasenbeinfraktur und eine Platzwunde zu, trägt zum Schutz eine Maske. „Bei Standards hat er ein paar Dinger weggeschädelt“, erzählt Bierofka, der selbst zum Ende seiner Karriere Erfahrung mit einer Schutzmaske machte. „Das Sichtfeld ist schon eingeschränkt, gerade mich auf der Sechser-Position hat das behindert. Ich habe sie mir deshalb in der Pause runtergerissen und mit Pflaster weitergespielt.“

Viele Alternativen wären dem Löwen-Trainer für die Innenverteidiger-Position ohnehin nicht geblieben. Die eine wäre der zuletzt verletzte Routinier Jan Mauersberger, die andere der junge Semi Belkahia. Der 20-Jährige kann bisher neben einem Kurzeinsatz in Großaspach keine Drittliga-Erfahrung vorweisen. „Semi hat gut trainiert, aber da Felix Weber und Simon Lorenz zuletzt sehr stabil waren, gab es keinen Grund zu wechseln. Semi hat sich aber nie aufgegeben, immer wieder angeboten“, ist er trotzdem von den Qualitäten des Youngsters überzeugt.

Gerade in der momentanen Situation wiegt die Sperre von Mölders aufgrund der 5. Gelben Karte doppelt schwer. „Jetzt müssen Spieler wie Stefan Lex oder Daniel Wein Eier zeigen und Verantwortung übernehmen. Das hatte ihnen Sascha ein bissl abgenommen“, appelliert Bierofka an die erfahrenen Mannschaftskollegen. Mölders soll die Zeit über Ostern nutzen, um zu regenerieren und mit der Familie zu entspannen. „Am Montag steigt er dann wieder ins Training ein.“

Das Hinspiel gegen Halle im Grünwalder Stadion endete 1:1 nach kuriosen 90 Minuten mit drei Elfmetern und einem frühen Platzverweis für den HFC. Mit diesem Ergebnis könnten die Löwen diesmal sicherlich leben. „Halles Stärke ist die Defensive“, so Bierofka, „Sie haben 16 Mal zu Null gespielt.“ Gerade deshalb erwartet er „ein sehr enges Spiel“ am Samstag mit einem einfachen Matchplan: „Wenn wir vorne ein Tor schießen und hinten keins kriegen, dann sieht es gut aus.“

Auf Rechenexempel hat Fußball-Lehrer Bierofka ohnehin keine Lust. Er möchte nicht das eigene Verderben planen, sondern positiv nach vorne schauen und das Schicksal selbst bestimmen: „Ich will gewinnen, nicht rechnen“, lautet seine Maxime.

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

HFC: 1 Eisele (Tor) – 6 Lindenhahn, 5 Heyer, 31 Landgraf – 22 Ajani, 21 Washausen, 25 Jopek, 9 Sohm – 7 Bahn – 26 Mai, 28 Pagliuca.
Ersatz: 32 Müller (Tor) – 2 Schilk, 3 Kastenhofer, 11 Tuma, 15 Fiedler, 19 Arkenberg, 20 Pronichev, 23 Manu, 24 Guttau, 36 Tiffert.
Nicht dabei: 10 Fetsch (Kapselriss im Sprunggelenk), 17 Henschel (Außenbandriss im Knie).

1860: 1 Hiller (Tor) – 2 Weeger, 4 Weber, 32 Lorenz, 36 Steinhart – 17 Wein, 14 Dressel – 16 Kindsvater, 7 Lex, 18 Karger – 13 Owusu.
Ersatz: 30 Hipper (Tor) – 6 Mauersberger, 11 Köppel, 24 Ziereis, 27 Belkahia, 31 Koussou, 34 Böhnlein, 38 Lacazette, 44 Klassen.
Nicht dabei: 5 Moll (Kreuzbandriss), 9 Mölders (Gelb-Sperre), 19 Abruscia (Adduktorenprobleme), 20 Bekiroglu (Sperre nach Sportgerichtsurteil), 22 Berzel (Adduktorenprobleme), 25 Willsch (Leisten-OP), 28 Paul (Zehenverletzung), 35 Niemann (Trainingsrückstand), 39 Bonmann (Fußverletzung).

Schiedsrichter: Sören Storks (Velen); Assistenten: Jan Seidel (Hennigsdorf), Max Burda (Berlin).

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