SECHZIGMÜNCHEN.
 

Die sieben Neuen der 3. Liga – Teil drei: Viktoria Köln.

Das Wappen der Viktoria zeigt das Jahr 1904, doch den neugegründeten Verein gibt's erst seit 2010. 

Drei Absteiger, vier Aufsteiger: Der Umbruch in der 3. Liga zur Saison 2019/2020 ist gewaltig. Wir stellen Euch die sieben neuen Klubs – FC Ingolstadt, 1. FC Magdeburg, MSV Duisburg, SV Waldhof Mannheim, FC Viktoria Köln, Chemnitzer FC, FC Bayern München II – nacheinander vor.

Den FC Viktoria Köln  gibt es in seiner heutigen Form erst seit dem 22. Juni 2010. Damals trat der Klub von der der „Schäl Sick“, der rechtsrheinischen Seite der Domstadt, die Nachfolge des insolventen SCB Viktoria Köln an. Doch die Wurzeln des Vereins gehen bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Am 29. Juli 1904 wurde mit dem FC Germania Kalk der älteste Stammverein der heutigen Viktoria gegründet.

Die Blütezeit erlebte die Vitoria Anfang der 1960er-Jahre. In der Vor-Bundesligazeit spielte sie in der höchsten Spielklasse, der Oberliga West, war sportlich dem linksrheinischen FC auf den Fersen. Namhafte Trainer und Spieler wie Hennes Weisweiler, Erich Ribbeck, Gero Bisanz, Otto Pfister oder Jean Löring waren dort beschäftigt. Der Höhepunkt war die Saison 1962/1963 als man am Messepokal teilnahm, aber in der ersten Runde am ungarischen Spitzenteam Ferencvaros Budapest scheiterte.

Die sieben Neuen der 3. Liga – Teil eins: Chemnitzer FC.

Nach der verpassten Qualifikation zur eingleisigen Zweiten Liga 1981 dümpelte der Klub vor sich hin, stieg bis in die Landesliga ab und wurde von Insolvenzen und Namensänderungen heimgesucht – trotz Spielern wie Andreas Rettig oder Hans Sarpei. Vor neun Jahren an einem erneuten Tiefpunkt lebte der Traditionsverein nach seiner Neugründung wieder auf.

Verantwortlich dafür war vor allem Franz-Josef Wernze (70). Der Vorstand eines weltweit operierenden Steuerberatungsunternehmens erweckte den Verein aus dem Dornröschenschlaf. Trotzdem brauchte es sieben Anläufe, bis der FC Viktoria der Regionalliga entfliehen konnte. „Wir haben viel Lehrgeld bezahlen müssen und sind durch ein Stahlbad gegangen“, erklärte Sportvorstand Franz Wunderlich gegenüber dem kicker. „Vielleicht haben wir die Regionalliga auch etwas unterschätzt. Jetzt haben wir es endlich geschafft und ich spüre nur noch Erleichterung“, so das Viktoria-Urgestein, dessen Sohn Mike seit 2011 im Verein spielt und mit zehn Treffern in 16 Spielen maßgeblich am Aufstieg beteiligt war.

Dabei sah es auch in der abgelaufenen Saison einmal mehr so aus, als ob die Rechtsrheinischen erneut auf der Zielgeraden scheitern würden. Bereits 2017 unterlag die Viktoria in der Relegation zur 3. Liga dem FC Carl Zeiss Jena, ein Jahr später war der KFC Uerdingen Endstadion. In der abgelaufenen Spielzeit stieg der Meister der Regionalliga West direkt auf, doch die Höhenberger vergeigten gegen Ende ihren komfortablen Vorsprung. So musste Trainer Patrick Glöckner vor dem letzten Spieltag gehen und wurde durch U19-Coach Jürgen Kohler ersetzt. Der Weltmeister von 1990 schaffte das, woran zuvor illustre Persönlichkeiten wie Heiko Scholz, Claus-Dieter Wollitz und Olaf Janßen gescheitert waren: den Sprung in den Profifußball.

Die sieben Neuen der 3. Liga – Teil zwei: Waldhof Mannheim.

Doch Kohler stand für ein weiteres Engagement nicht zur Verfügung, ging wieder zurück zu seinen Junioren. Der erfahrene Pavel Dotchev kam. Die Verpflichtung begründete Klub-Mäzen Wernze damit, dass die Viktoria einen Trainer wollte, „der sich in der Materie der 3. Liga bestens auskennt. Unser Ziel als Neuling muss es sein, nicht sofort wieder abzusteigen. Deshalb haben wir ihn ins Team geholt.“

Dotchev stand zuletzt zwischen Mai 2017 und Januar 2019 beim F.C. Hansa Rostock an der Seitenlinie, ehe er kurz vor dem Trainingsstart zur Rückrunde überraschend gehen musste. Die 3. Liga kennt der Bulgare aus 210 Spielen mit Paderborn, Sandhausen, Münster, Aue und Rostock bestens. Zweimal – 2005 mit Paderborn und 2016 mit Aue – stieg Dotchev zudem in die 2. Bundesliga auf. Die Viktoria bezeichnet der 53-Jährige als „sehr spannenden Projekt“. Für ihn ist es bereits seine sechste Drittliga-Station: „Ich weiß, wie groß die Herausforderung wird, weil die Liga verdammt schwer ist. Erst einmal möchte ich die Mannschaft in die Liga integrieren“, so Dotchev, „und nächstes Jahr vielleicht in die Spitzengruppe führen.“

DATEN & FAKTEN

Name FC Viktoria Köln 1904
Gründung 22. Juni 2010
Mitglieder 800 
Vereinsfarben schwarz-weiß-rot
Stadion Sportpark Höhenberg (10.000 Plätze)
Trainer Pavel Dotchev (seit 11.06.2019)
Letzte Saison 1. Platz Regionalliga West mit 67 Punkten aus 34 Spielen (Torverhältnis: 62:30)
Bester Torschütze Albert Bunjaku (11 Treffer)
Bilanz Viktoria gegen Sechzig bisher keine Spiele, auch nicht gegen die zahllosen Vorgängervereine!

TRANSFERS
Zugänge:
Bernard Kyere (Fortuna Köln), Dominik Lanius (Preußen Münster), Moritz Fritz (Fortuna Köln), Fabian Holthaus (Energie Cottbus), Dario De Vita (eigene U19), Timo Hölscher (eigene U19), Mart Ristl (VfR Aalen)
Abgänge: Dimitrios Popovits (Ziel unbekannt), Felix Backszat (Ziel unbekannt), Lucas Musculus (1. FC Köln II), Hendrik Lohmar (SC Verl), Timm Golley ((Ziel unbekannt), Christian Derflinger (Ziel unbekannt), Fabian Baumgärtel (SV Elversberg), Nicolas Hebisch (VfB Lübeck), Yves Mfumu (Ziel unbekannt), Daniel Reiche (Ziel unbekannt), Ron Meyer (Ziel unbekannt)

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