Manfred Stoffers ist bei den Löwen neuer Sprecher der Geschäftsführung.
In einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Mittwochmittag präsentierte das Präsidium gemeinsam mit den Aufsichtsratsvorsitzenden von e.V. und KGaA den neuen Sprecher der Geschäftsführung: Manfred Stoffers. Der 55-Jährige war zuvor in der Geschäftsführung von Festina, dem Löwen-Hauptsponsor der Saison 2005/2006.
Präsident Rainer Beeck wurde bei dieser PK flankiert von Vize-Präsident Dr. Michael Hasenstab, Prof. Dr. Peter Lutz, Aufsichtsratsvorsitzender des e.V, Christoph Öfele, Aufsichtsratsvorsitzender der KGaA, und Sportdirektor Miroslav Stevic. „Wir gehen die Zukunft offensiv an", sagte der 46-jährige Beeck und gab anschließend zwei Personalien bekannt. „Ich freue mich, dass Miki Stevic auch weiterhin die sportliche Leitung behält." Damit räumte der Präsident die Diskussionen der vergangenen Tage um die Gültigkeit des Arbeitsvertrages mit dem 39-Jährigen endgültig aus. „Und Manfred Stoffers wird ab sofort die Rolle des Sprechers der Geschäftsführung übernehmen und unser internes Kommunikationsproblem beheben."
Stoffers bedankte sich zunächst für das Vertrauen in seine Person bei Präsidium und Aufsichtsrat, um gleich klar zu stellen: „Das ist kein Job für mich, sondern eine Aufgabe." Seit der Zeit beim ehemaligen Hauptsponsor Festina sei er vom „blauen Bazillus" befallen. „Die Löwen sind ein Seelenwärmer in den eisigen Zeiten von Rezession und Finanzkrise. Es ist ein Familienunternehmen, das nur Sinn macht, wenn es von den Mitgliedern und Fans mitgetragen wird." Seine Devise bei den Löwen laute: „K&K - Klinken putzen und auf den Knien rutschen bei der zahlenden Kundschaft". Auch auf die Zusammenarbeit mit dem Sportdirektor freue er sich. „Miki Stevic kann mehr als 37 Mentalcoaches bewirken. Ich glaube, dass es wieder Spaß macht, mit den Löwen zu leben und zu leiden."
Stevic, der Stoffers schon aus dessen Festina-Zeit kennt, freute sich, dass er nochmals das „Vertrauen von allen verantwortlichen Personen" bekommen habe. „Den ersten Schritt haben wir in Mainz gemacht. Der zweite muss folgen. Ich würde mich freuen, wenn gegen Ahlen mehr Fans als gegen Freiburg ins Stadion kommen und die Mannschaft unterstützen, damit wir nicht nur gemeinsam leiden, sondern uns auch freuen können." Ansonsten wolle der Ex-Profi sich ganz aufs Sportliche konzentrieren.
Natürlich waren auch die Irritationen um das Investment zentrales Thema der Pressekonferenz. Vize-Präsident Hasenstab verteidigte nochmals den Zeitpunkt der Bekanntgabe. „Wir sind bewusst am 2. Februar damit an die Öffentlichkeit gegangen, um das Transferfenster noch nutzen zu können. Natürlich sind wir davon ausgegangen, dass es noch in zwei, drei Fragen Klärungsbedarf mit der DFL geben wird." Wieso dann eine Woche später per Pressemeldung ein Rückzieher gemacht wurde, begründete Hasenstab damit, dass dem Präsidium nicht die genauen Gründe der voraussichtlichen Ablehnung durch die DFL zugänglich gewesen seien. Beeck ging sogar einen Schritt weiter. „Es war total unnötig, den Rückzug am Montag zu verkünden."
Diese „Kommunikationsdefizite", so der Aufsichtsratsvorsitzende Lutz, solle zukünftig der neue Sprecher der Geschäftsführung „ausmerzen und vielleicht das Präsidium und den Aufsichtsrat im ein oder anderen Punkt einbremsen." Lutz betonte in diesem Zusammenhang, dass beide Aufsichtsräte der Meinung waren, „dass es keine Lösung ist, wenn das Präsidium hinschmeißt". Diese Entscheidung würde auch OB Christian Ude, der das bei der DFL eingereichte Vertragswerk öffentlich kritisiert hatte, als Aufsichtsratsmitglied mittrage.
Ansonsten so Beeck, sei man mit Nicolai Schwarzer weiter im Gespräch. Der 35-jährige Unternehmer in der Immobilienbranche habe sogar noch am Montagabend den Weg nach München auf sich genommen. „Wir haben uns mit ihm darauf verständigt, dass wir erst die Unklarheiten mit der DFL beseitigen müssen. Nach wir vor sind wir guten Mutes, dass es mit dem Invest von Herrn Schwarzer noch klappt. Er hat uns das entsprechende Signal gegeben, dass das Interesse daran nach wie vor vorhanden ist." Deshalb möchte Beeck auch nicht von dem acht Tage zuvor formulierten Ziel abweichen. „Wir werden alles dafür tun, dass wir 2010 den nächsten Schritt in Angriff nehmen und aufsteigen!"