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Aktuelles Saison 2009/2010
Stimmen zum Spiel gegen Düsseldorf
 
29.11.2009 | 17:30 Uhr

Lienen: „Schiedsrichter hat sich den Freistoß ausgedacht!“

Trainer Ewald Lienen beglückwünscht Torben Hoffmann zu seinem Tor, ist aber unzufrieden mit dem Endergebnis.
Löwen-Trainer Ewald Lienen echauffierte sich auch noch eine Stunde nach dem Spiel über die Szene in der 68. Minute, als Schiedsrichter Daniel Siebert drei Meter vor der Strafraumgrenze einen Freistoß für Düsseldorf pfiff. „Ich hab‘ das schon im Spiel nicht verstanden, wieso er da einen Freistoß gibt." Sowohl die Fernsehbilder als auch der angeblich gefoulte Düsseldorfer Spieler, Andreas Lambertz, gaben dem 1860-Coach Recht. „Aus einem nicht existierenden Freistoß fällt dann der Anschlusstreffer. Und danach kippte das Spiel. Das ist absolut bitter. Düsseldorf hat sich das nicht verdient, weil das Tor nicht erspielt war, sondern ein Geschenk des Schiedsrichters."

Dabei hätte er Lienen beschenkt werden müssen, der tags zuvor seinen 56. Geburtstag feierte. Danach sah es auch mehr als eine Stunde aus. Sein Team führte 2:0. „Düsseldorf hat eine sehr große Moral gezeigt, war zweikampf- und laufstark", attestierte er dem Gegner. „Trotzdem konnten wir das Spiel kontrollieren. Wir waren schon in der 1. Halbzeit näher dran, Tore zu erzielen." Auch die stärkere offensive Ausrichtung der Rheinländer nach der Pause überraschte Lienen nicht. „Wir wussten, dass Düsseldorf in der 2. Halbzeit kommt. Mit 23 Punkten im Rücken als Aufsteiger ist eine große Euphorie in der Mannschaft. Düsseldorf hat zwar nach dem 0:2-Rückstand gedrückt, aber ohne dass wir in Gefahr geraten wären. Erst als sich der Schiedsrichter einen Freistoß ausgedacht hat, kippte das Spiel." Auch auf Düsseldorfs Kapitän Lambertz war Lienen nicht gut zu sprechen, der nach dem Spiel erklärte, dass es kein Foul gewesen sei. „Entweder er sagt das sofort dem Schiedsrichter oder er behält es für sich", zeigte Lienen wenig Verständnis für die Äußerungen des Düsseldorfers. „Durch das Remis treten wir weiter auf der Stelle", so der Löwen-Coach weiter. „Aber mit dem Auftreten der Mannschaft war ich im Großen und Ganzen zufrieden."

Fortuna-Trainer Norbert Meier freute sich über den Punktgewinn des Aufsteigers in der Allianz Arena, wenngleich er vor der Pause ein Spiel sah, das von der Taktik geprägt war. „Beide Mannschaften waren in der 1. Halbzeit darauf bedacht, ihre Ordnung zu halten und dem Gegner nicht ins offene Messer zu laufen." Das 1:0 sei schön von Sechzig herausgespielt gewesen, obwohl sein Team vorher bereits die Situation hätte bereinigen können. „Das 2:0 fiel nach einem hervorragenden Standard von Alexander Ludwig. Das er das kann, wussten wir bereits vorher." Danach habe er offensiv gewechselt, um mehr Druck zu erzeugen. Der Lohn sei das 2:2 gewesen. „Wir hatten noch eine Riesenchance zum 3:2. Aber das wäre vielleicht des Guten zu viel gewesen", räumte Meier ein. „Für uns war das heute wieder ein wichtiger Schritt nach vorne, nachdem wir sogar einen 0:2-Rückstand egalisieren konnten."

Alexander Ludwig hätte an diesem Tag mit einem Tor und einer Vorlage eigentlich zum Matchwinner werden können. Deswegen ärgerte er sich maßlos über die Punkteteilung. „Wir haben zurecht mit 2:0 geführt und dann kriegen wir zwei beschissene Gegentore. Bei dem ersten hat der Schiedsrichter mitgeholfen, bei dem zweiten wir. Das sind heute zwei Punkte zu wenig!" Auch deshalb könne er sich nicht über seine eigene Leistung freuen. „Ich denke, dass uns heute keiner einen Vorwurf machen kann. Vor dem 1:2 spielt José ganz klar den Ball. Dann trifft Jovanovic so, wie er wohl nur einmal im Jahr treffen wird. Durch diesen Gegentreffer haben wir anschließend gewackelt. Trotzdem hat man gesehen, dass wir guten Fußball spielen können. Jetzt fahren wir nach Oberhausen, um dort die Punkte zu holen."

„Das war selten dämlich", kommentierte Torben Hoffmann das 2:2. „Wie alle anderen bin ich natürlich auch enttäuscht", so der Routinier. „Wir haben zwei Punkte hergeschenkt!" Den Grund für das Remis sah der Routinier zum einen darin, dass man bei Standards „nicht konsequent genug" verteidigt habe, zum anderen im unberechtigten Freistoß vorm Anschlusstreffer. Dass der Faden kurzzeitig verloren ging, konnte sich der Verteidiger nicht ganz erklären. „Der Sieg in Bielefeld und die 2:0-Führung hätten eigentlich das nötige Selbstvertrauen geben müssen. Aber wir haben nach dem 2:0 nur noch verwaltet", so seine Analyse. „Wir hatten Passagen im Spiel, wo wir guten Fußball gespielt haben. Hinten standen wir gut. Deswegen bin ich auch etwas sprachlos, dass es nur zu einem Punkt gereicht hat."

Sportdirektor Miki Stevic sprach nach dem 2:2 von einem „beschissenen Gefühl, wenn man 70 Minuten souverän spielt. Wenn du oben stehst, hast du die nötige Gelassenheit, um so ein Spiel zu gewinnen", betrieb er Ursachenforschung. Die würde seinem Team momentan fehlen. Über den Schiedsrichter wollte er keine Worte verlieren. „Ich wünsche mir nur, dass sich die Fehlentscheidungen gegen uns bis zum Saisonende wieder ausgleichen. Trotz des Anschlusstreffers hätten wir souveräner weiterspielen müssen." Das Gegenteil war aber der Fall. „Wir konnten uns in dieser Phase, bis zum 2:2, nicht befreien. Da hat uns die Cleverness gefehlt", monierte Stevic.
 
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