3:2 über KSC II: Löwen-U23 dreht Spiel nach 0:2
Was für ein Krimi in der Schlussphase beim 3:2-Erfolg der Löwen-Reserve über die U23 des Karlsruher SC. Nach zwei Unachtsamkeiten in der Defensive, die Max Englert (26.) und Michael Blum (29.) innerhalb von drei Minuten ausnutzten, lagen die Löwen zur Pause 0:2 zurück. Manuel Schäffler verkürzte per Foulelfmeter auf 1:2 (52.), ehe in der turbulenten Schlussphase erst der eingewechselte Dimitry Imbongo Boele (86.) und dann in der Nachspielzeit Mathias Fetsch trafen.
Personal: U23-Trainer Dieter Märkle konnte gegen die Reserve des Karlsruher SC auf den kompletten Kader zurückgreifen. Von den Profis waren Manuel Schäffler und Tarik Camdal dabei.
Spielverlauf: Fast aus dem Nichts kam Karlsruhe in der 4. Minute zu einer Riesenchance. Michael Blum hatte am Strafraum auf Timo Kern im Zentrum quergelegt, der nach einer Körpertäuschung freie Schussbahn hatte, aber aus 14 Metern das Tor um Zentimeter verfehlte. Danach dominierten die Gäste das Spiel, die geschickt die Räume eng machten und dadurch die Löwen zwangen, immer wieder lange Bälle zu schlagen, die meist sichere Beute der Karlsruher Abwehr wurden. So dauerte es bis zur 13. Minute, bis die Weiß-Blauen erstmals gefährlich vors KSC-Tor kamen. Tobias Strobl hatte auf rechts in die Tiefe gespielt, Tarik Camdal erlief sich den Ball, umspielte Thorben Stadler, legte von der Grundlinie zurück auf Mathias Fetsch, der das Leder aus 13 Metern halbrechts volley nahm, aber beim Schuss zu viel Rücklage hatte, so dass der Ball weit übers Tor ging. Zehn Minuten später die nächste Chance. Strobl hatte auf Schäffler gepasst, der nahm den Ball 21 Meter vorm Tor an, zog aus der Drehung direkt ab, doch das Leder landete über der Querlatte (23.). Noch besser die Möglichkeit eine Minute später. Claus Bückle hatte von links geflankt, Mathias Fetsch verlängerte per Kopf, Schäffler kam am Torraum ans Leder, konnte aber nicht schießen, weil ein Karlsruher die Schussbahn versperrte, er zog daraufhin nach rechts, schoss aus der Drehung, erneut strich der Ball knapp über die Querlatte (24.). Während die Löwen ihre Chancen ungenutzt ließen, konterten die Badener in der 26. Minute eiskalt. Max Knorn kam nach Zuspiel von Stadler auf der linken Seite frei zum Flanken, Max Englert hatte keine Mühe in der Mitte, unbedrängt aus zehn Metern zum 1:0 einzuschieben (26.). Drei Minuten später eine fast identische Szene mit dem gleichen Resultat. Wieder stand Strobl alleine gegen zwei Mann, diesmal war es Stadler, der nach Zuspiel von Knorn in die Mitte passte, Michael Blum am Elfmeterpunkt kam frei zum Abschluss, traf zum 2:0 für die Gäste (29.). In der 39. Minute ein Konter der Löwen. Manga überlief auf der linken Seite seinen Gegenspieler, passte aber zu ungenau in die Mitte auf Schäffler, so dass Ole Schröder vor dem 1860-Stürmer klären konnte. Kurz danach scheiterte Manga mit einem 23-Meter-Schuss an KSC-Keeper Jeff Kornetzky (39.). Noch besser war die Parade von Kornetzky in der 43. Minute. Der aufgerückte Christopher Schindler hatte ein Zuspiel von Camdal volley aus 18 Metern abgefeuert, doch der Karlsruher Torhüter tauchte ins linke unter Eck ab, parierte den Schuss. So ging es aus Löwen-Sicht mit 0:2 in die Kabine.
Die erste gefährliche Szene der 2. Halbzeit führte zum Anschlusstreffer der Löwen. Im Anschluss an eine Ecke streckte Englert Roland Sternisko am linken vorderen Strafraumeck völlig unnötig nieder, Schiedsrichter Rafael Foltyn entschied sofort auf Elfmeter. Schäffler lief an, täuschte den Torwart, schoss dann in die Mitte, doch Kornetzky wehrte im Fallen mit den Füßen ab, doch der Löwen-Stürmer setzte nach, verwandelte im Nachschuss zum 1:2 (52.). Zwei Minuten später der vermeintliche Ausgleich. Eine Freistoßflanke von der linken Seite verlängerte Fetsch mit dem Kopf, Schäffler am zweiten Pfosten drückte den Ball aus drei Metern über die Linie. Doch Assistent Steffen Krah hatte die Fahne gehoben, worauf der Schiedsrichter auf Abseits entschied (54.). In der 64. Minute war es Kornetzky, der sein Team vorm Ausgleich bewahrte. Einen Volleyschuss aus 15 Metern von Manga entschärfte er mit einem Hechtsprung ins rechte untere Eck. Aber auch die Karlsruher kamen zu Chancen. Blum hatte von der linken Seite geflankt, Knorn nahm das Leder aus 13 Metern per Seitfallzieher, doch Löwen-Keeper Vitus Eicher parierte (69.). In der 78. Minute hatte sich Manga schön auf der linken Strafraumseite durchgedribbelt, passte scharf nach innen, aber irgendwie brachte Kornetzky noch am Torraum die Fingerspitzen dazwischen, wodurch die Löwen-Stürmer ins Leere liefen. Etwas überraschend fiel dann doch noch der Ausgleich. Eine Freistoßflanke von Manga von der rechten Seite hatte Camdal an den zweiten Pfosten verlängert, wo der eingewechselte Dimitry Imbongo goldrichtig stand, den Ball aus vier Metern zum 2:2 über die Torlinie beförderte. Die Schlussphase musste die Karlsruher mit zehn Mann überstehen. Der eingewechselte Sebastian Rutz sah in der 88. Minute seine zweite Gelbe Karte, musste vorzeitig zum Duschen. Eine Minute später rettete Löwen-Keeper Eicher den Punkt. Nach einem Freistoß von Stadler an der rechten Außenlinie kam Innenverteidiger Maximilian Mosch aus sechs Metern zum Kopfball, doch Eich lenkte den Ball mit einer Glanzparade um den Pfosten (89.). In der Nachspielzeit erzielte ausgerechnet der Ex-Karlsruher Fetsch den Siegtreffer für die Löwen. Nach einem ausgezeichneten Freistoß von Manga etwa zwei Meter vorm rechten Strafraumeck konnte Kornetzky den Ball nur mit Hilfe der Latte parieren, Fetsch setzte entschlossen nach, drückte den Abpraller aus kürzester Distanz zum 3:2 über die Linie. Direkt danach pfiff der Schiedsrichter ab. Durch den Last-Minute-Erfolg erhöhten die Löwen ihre Serie auf drei Siege in Folge.