Ein nicht gegebener Elfmeter nach knapp einer Stunde beim Spielstand von 0:1 entschied die Partie gegen die Löwen. Dagegen bekamen zehn Minuten später die Augsburger einen äußerst fragwürdigen Strafstoß zugesprochen, der zum 2:0 durch Michael Thurk führte (70.). Dieser hatte auch den ersten Treffer für die Schwaben erzielt. Den Schlusspunkt setzte Elton da Costa zum 3:0 (86.). Davor trafen Manuel Schäffler (76.) und Fabian Johnson (79.) nur Aluminium. Personal: Verletzungsbedingt musste Trainer Uwe Wolf gegen den FC Augsburg auf Mathieu Beda (Sprunggelenksverletzung), Daniel Bierofka (Muskelprobleme), Danny Schwarz (Kapselverletzung), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Markus Schroth (Aufbautraining) und Benjamin Schwarz (Knieprobleme) verzichten. Florian Jungwirth, Marvin Pourie, Christoph Burkhard und Torwart Markus Krauss wurden für das Regionalliga-Team abgestellt.
Spielverlauf: „Und täglich grüßt das Murmeltier!" - Wie so oft in den vergangenen Spielen mussten die Löwen frühzeitig einen Rückstand hinnehmen. Hatten sie in der 17. Minute noch Glück, als Imre Szabics nach einer Ecke durch Tobias Werner von der rechten Seite aus fünf Metern mit dem Kopf nur die Latte traf, war es drei Minuten später passiert. Werner hatte aus dem rechten Halbfeld fast von der Außenlinie einen Freistoß schnell ausgeführt, Lars Bender als einziger Löwe hatte Szabics vor sich, der aber im Abseits stand, doch in seinem Rücken stahl sich Michael Thurk unbehelligt in den Strafraum, traf mit einem Flugkopfball unhaltbar für Löwen-Keeper Michael Hofmann ins linke untere Eck (20.). Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis die Weiß-Blauen zu ihrer ersten Chance kamen. Antonio Rukavina flankte von der rechten Grundlinie nach hinten, seine flache Hereingabe war aber so scharf, dass Fabian Johnson das Leder aus acht Metern nicht kontrolliert per Direktabnahme traf, sodass FCA-Torhüter Sven Neuhaus klären konnte (29.). Drei Minuten später brannte es nach einer direkten Kombination wieder vorm Löwen-Tor. Mourad Hdiouad kam fast an der rechten Grundlinie frei zum Flanken, doch Thurk konnte das Leder aus sieben Metern nicht mehr drücken. Es ging weit über die Querlatte (32.). Aber insgesamt zu selten kamen die Sechziger vor der Pause gefährlich vors Augsburger Tor - und noch weniger zum Abschluss. Anders in der 38. Minute. Johnson kam in zentraler Position aus 23 Metern zum Schuss, Neuhaus hatte Probleme mit dem gefährlichen Aufsetzer, konnte aber im Nachfassen die Situation entschärfen.
Die Löwen begannen die 2. Halbzeit offensiver. Für Sven Bender, der sich bei einem üblen Foul von Werner in der 2. Minute bereits eine Schienbeinprellung zugezogen hatte, aber bis zur Pause durchhielt, kam Stürmer Manuel Schäffler in die Partie. Und das Spiel wurde nun von 1860-Seite wesentlich aggressiver geführt. Trotzdem kam Augsburg aus heiterem Himmel zur nächsten Chance. Eine verunglückte Flanke von Werner wollte Keeper Hofmann fangen, ließ den Ball aber abprallen, das Leder trudelt die Linie entlang, ehe es der 35-Jährige endgültig aufnehmen konnte. Die Sechziger erarbeiteten sich in dieser Phase eine Reihe von Standardsituation. In der 58. Minute flankte Rukavina einen Freistoß aus halblinker Position vors Tor, der Ball wurde abgefälscht, doch Schäffler am rechten Torraumeck war zu überrascht, konnte nicht mehr kontrolliert passen. Zwei Minuten später stand der 20-jährige Löwen-Stürmer erneut im Mittelpunkt. Mit dem Leder am Fuß rannte er in den FCA-Strafraum, Patrick Mölzl kam von der Seite angestürmt, rammte ihn ohne Chance auf den Ball mit dem Oberkörper um, doch Schiedsrichter Michael Kempter ließ trotz heftiger Proteste weiterspielen. Damit sind die Löwen in dieser Saison weiterhin ohne eigenen Elfmeter. Zwei Minuten später klärte Thomas Kläsener eine 24-Meter-Freistoß aus halbrechter Position, den Michael Schick ausführte, per Kopf in der Mauer (62.). Wie aus heiterem Himmel eine Riesenchance für die Schwaben auf der Gegenseite. Werner hatte aus halblinker Position mit links aus 25 Metern einfach draufgehalten, das Leder knallte an den rechten Innenpfosten des Löwen-Tors und sprang von dort auf die linke Strafraumseite. Schick wollte klären, der eingewechselte Otar Khizaneishvili sprang dazwischen und fiel theatralisch. Zur Überraschung der Löwen entschied Schiedsrichter Kempter sich diesmal für einen Elfmeter. Thurk lief an, verlud Keeper Hofmann und traf zum 2:0 (70.). Trotz dieses Nachenschlags steckten die Löwen auch in der Folge nicht auf, hatten aber nur noch zu zwei Aluminiumtreffer. Nach einem Freistoß von Rukavina aus halblinker Position kam Schäffler sieben Meter vor dem FCA-Tor mit dem Kopf ans Leder, traf aber nur die Latte (76.). Drei Minuten später schoss Johnson per Direktabnahme von der Strafraumgrenze mit links an den rechten Pfosten (79.). Während die Löwen nicht mit dem Ehrentreffer belohnt wurde, kamen die Schwaben noch zum 3:0. Einen weiten Abschlag von Keeper Neuhaus verlängerte Markus Thorandt mit dem Kopfunglücklich in Richtung eigenes Tor. Der eingewechselte Elton da Costa schaltete am schnellsten, lief Torben Hoffmann und Rukavina davon, traf aus 13 Metern ins rechte untere Eck (86.)
Stimmen zum Spiel
Für Löwen-Coach Uwe Wolf war es „sehr bitter, ein Derby mit 0:3 zu verlieren". Als Schlüsselszene bezeichnete der 41-Jährige den nicht gegebenen Elfmeter beim Stand von 0:1 in der 60. Minute beim Foul an Manuel Schäffler. „Zu diesem Zeitpunkt hätte das Spiel einen ganz anderen Verlauf nehmen können. Die Mannschaft hat nach dem Rückstand versucht, die Partie zu drehen, ist dafür - weder mit einem Elfmeter, noch beim Latten- und Pfostentreffer - belohnt worden." Außerdem bemängelte Wolf, dass der erste Gegentreffer aus einer Standardsituation heraus fiel. „Da haben wir nicht aufgepasst. Natürlich tut die Niederlage uns und unseren Fans sehr weh. Ich kann die Enttäuschung gut verstehen. Aber wir dürfen jetzt den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern müssen nach vorne schauen. Wir haben am Freitag ein ganz wichtiges Heimspiel gegen Hansa Rostock vor uns. Und beim nächsten Auswärtsspiel in Wehen Wiesbaden wir zum Punkten verdammt", so der Coach. „Jeder Einzelne von uns ist sich der prekären Situation bewusst."
Augsburgs Trainer Jos Luhukay hatte ein „richtig gutes Derby" gesehen. „Meine Mannschaft erzielte die Tore in den entscheidenden Momenten", lobte der Niederländer seine Elf. „Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns, weil wir dadurch unsere Konkurrenten im Abstiegskampf auf Abstand hielten."
Löwen-Verteidiger Torben Hoffmann legte bewusst den Finger in die Wunde und sprach davon, dass sich die Mannschaft mitten im Abstiegskampf befände. „Ich habe schon vor Wochen versucht, meinen Mitspielern die Parallelen zur Abstiegssaison 2003/2004 aufzuzeigen. Wir dürfen nicht mit der Einstellung in die verbleibenden Partien gehen, dass es ja noch genügend Spiele gibt, um die restlichen Punkte zu holen." Deswegen redet der 34-Jährige Tacheles: „Gegen Rostock ist Abstiegskampf pur. Die sind nur noch zwei Punkte hinter uns. Jeder sollte sich deshalb klar machen, wie wichtig dieses Spiel für uns und den Verein ist."
Sein 36-jähriger Kollege Michael Hofmann blies ins gleiche Horn. „Für uns gibt es jetzt keine Ausreden oder Alibis mehr. Der Fokus darf jetzt nur noch auf dem Spiel gegen Rostock liegen. Nur das zählt, sonst Nichts!" Der Torwart bedauerte, dass der Gegner erneut durch eine Standardsituation zu einem „leichten Tor" kam. „Wir schaffen es einfach nicht, unsere Linie so über 90 Minuten durchzuziehen, wie wir es uns vor dem Spiel vornehmen. Und dann haben wir noch Pech. Erst gibt es für uns keinen Elfmeter, auf der Gegenseite schon."
Dagegen wertete der zweifache Torschütze der Augsburger, Michael Thurk, den Sieg über die Löwen als „großer, großer Schritt" in Richtung Klassenerhalt. „Wir haben uns im Gegensatz zum Spiel in Fürth, wo wir etwas geschlafen haben, gegen Sechzig als Einheit präsentiert. Wir waren da, haben aus einem Standard das 1:0 gemacht. In der 2. Halbzeit sind wir dann kluge Konter gefahren", freute sich der Torjäger über den Spielverlauf und die drei Punkte.
Stenogramm zum Spiel
Das Spiel im Löwen TV (kostenpflichtig)