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32. Spieltag - 12. Mai 2009
SV Wehen Wiesbaden 0 : 0 1860 München
 

Löwen mit doppeltem Pfostentreffer

manuel Schäffler traf in der 75. Minute nur den rechten Pfosten des Wehener Tores.
Nicht Fisch, nicht Fleisch: Das torlose Remis beim bereits als Absteiger feststehenden SV Wehen Wiesbaden war für die Löwen zu wenig, die zudem in der 75. Minute Riesenpech hatten. Sowohl Manuel Schäffler als auch Fabian Johnson trafen innerhalb von Sekunden nur den Pfosten.

Personal: Verletzungsbedingt musste Trainer Uwe Wolf in Wiesbaden auf Michael Hofmann (Rückenproblem), Daniel Bierofka (Muskelprobleme), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Sven Bender (Prellung), Markus Schroth (Aufbautraining), Lars Bender (Prellung), und Benjamin Schwarz (Knieprobleme) verzichten. Florian Jungwirth, Marvin Pourie, Christoph Burkhard und Mathias Fetsch spielten am gleichen Abend in der U23 gegen Eintracht Bamberg.

Spielverlauf: Die Sechziger begannen offensiver als zuletzt. Hinter den beiden Spitzen Benjamin Lauth und Manuel Schäffler spielte Sascha Rösler zentral. Zunächst sah es auch danach aus, als ob die Löwen die Akzente setzen könnten. In der 9. Minute kam Nikolas Ledgerwood auf der rechten Seite zum Flanken, Wehens Torhüter Alexander Walke konnte zunächst vor Rösler klären. Der Ball kam zu Michael Schick, der in halblinker Position nicht lange fackelte. Doch Walke gelang es gerade noch, den 22-Meter-Schuss des Linksverteidigers über die Latte zulenken. Glück hatten dagegen die Weiß-Blauen in der 27. Minute. Benjamin Hübner hatte auf Ronny König durchgesteckt. Der Torjäger lief alleine auf Löwen-Keeper Philipp Tschauner zu, wurde aber wegen einer angeblichen Abseitsstellung von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus zu unrecht zurückgepfiffen. Auch die nächste Großchance besaßen die Hessen. Ex-Löwe Björn Ziegenbein hatte einen Freistoß von links mit rechts hoch vors Tor geflankt, Dajan Simac verlängerte auf König, dessen Kopfball aus elf Metern ins linke untere Eck konnte Keeper Tschauner jedoch noch mit einer Hand um den Pfosten lenken (35.). Gerade bei den hohen Flanken der Wiesbadener auf die beiden über 1,90 Meter großen König und Dominik Stroh-Engel offenbarten die Sechziger einige Probleme. Insgesamt war es eine niveauarme 1. Halbzeit.

Auch nach Wiederanpfiff gelang es den Löwen nicht, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Im Gegenteil: Der eingewechselte Hajrudin Catic konnte immer wieder gefährliche Angriffe für die Gastgeber einleiten. Die beste Chance besaß das Team aus der hessischen Landeshauptstadt in der 55. Minute. Rukavina brachte knapp vorm linken Strafraumeck Aykurt Öztürk zu Fall. Der rappelte sich aber sofort wieder auf, die Unparteiische ließ Vorteil gelten. Öztürk lief auf Tschauner zu, traf mit seinem Rechtsschuss aus elf Metern aber nur die Unterkante der Latte. Der quirlige Mittelfeldspieler, der eigentlich zum Regionalliga-Kader gehört, besaß auch die nächste Großchance für den zukünftigen Drittligisten. Mate Ghvinianidze hatte auf der rechten Strafraumseite mit einer Grätsche gegen König geklärt, der Ball kam genau zu Öztürk, der vollkommen frei überhastet abschloss und aus 15 Metern zentral auf Tschauner schoss (65.). Richtig gefährlich wurden die Sechziger in dieser Phase nur nach Standards. In der 72. Minute zielte Schick mit einem 21-Meter-Freistoß aus halblinker Position nur knapp übers linke Kreuzeck. Trotzdem hätten die Löwen bei etwas mehr Kaltschnäuzigkeit drei Minuten später alles klar machen können. Der eingewechselte Stefan Aigner kam auf der rechten Seite zum Flanken, Schäffler nahm das Leder in halbrechter Position aus zehn Metern aus der Drehung direkt, traf aber nur den rechten Innenpfosten. Von dort sprang der Ball quer durch den Strafraum, fiel Fabian Johnson auf halblinks vor die Füße, der mit einer Bogenlampe aus 14 Metern ebenfalls am rechten Pfosten scheiterte (75.). Noch einmal hatten die Löwen in der Schlussphase durch einen Freistoß die Chance auf den Siegtreffer. Erneut lief Schick aus halblinker Position an, doch diesmal wurde sein 23-m-Schuss, der genau neben den linken Pfosten gepasst hätte, von Torhüter Walke mit einer Hand zur Ecke abgewehrt (85.). So blieb es bei dem torlosen Remis.

Stimmen zum Spiel

„Das Pech klebt uns im Moment an den Stiefeln, uns fehlt einfach das Quäntchen Glück", beschreibt Löwen-Trainer Uwe Wolf die Szene in der 75. Minute, als nacheinander Manuel Schäffler und Fabian Johnson nur Aluminium trafen. Mit Blick auf die Tabelle nach dem ersten Teil des Spieltages meinte der 41-Jährige: „Nachdem Rostock ebenfalls Unentschieden gespielt hat, bleibt zumindest im Vergleich zu Hansa alles beim Alten." Das schwere Restprogramm seines Teams mit den beiden Aufstiegsaspiranten Alemannia Aachen und 1. FC Nürnberg sieht Wolf nicht unbedingt als gravierenden Nachteil. „Die Liga zeigt, dass jeder jeden schlagen kann. Das ist jetzt reine Nervensache!"

Der Trainerstab und das Funktionsteam überlegen noch, ob sie von Donnerstag bis Samstag wieder ein Kurztrainingslager beziehen werden, um sich voll auf das wichtige Heimspiel am kommenden Sonntag, 17. Mai, 14 Uhr, gegen Alemannia Aachen in der Allianz Arena konzentrieren zu können. Außerdem sind viele Spieler angeschlagen. „Es ist wichtig, dass wir die nächsten Tage optimal regenerieren." Das einzige Positive, was Wolf dem torlosen Remis abgewinnen konnte war, „dass wir nach langer Zeit mal wieder zu Null gespielt haben."

Fußball-Lehrer Wolf kann die Enttäuschung der mitgereisten Fans gut verstehen, appelliert aber an den Zusammenhalt. „Nur gemeinsam können wir Erfolg haben. Wir brauchen am Sonntag mehr denn je die Unterstützung unserer Anhänger", so der Ex-Profi. „Aber in erster Linie steht gegen Aachen die Mannschaft in der Pflicht. Gemeinsam mit unseren Fans werden wir dieses Spiel gewinnen!"

Hans-Werner Moser, der gemeinsam mit Spieler Sandro Schwarz interimsmäßig den SV Wehen Wiesbaden betreut, zeigte sich ebenfalls enttäuscht. „Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Dafür haben wir alles versucht. Die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment für die gezeigte Leistung machen", war er mit der Einstellung seines Teams absolut zufrieden.

Auch Löwen-Kapitän Benjamin Lauth konnte die Pfiffe der Fans verstehen. „Das ist doch verständlich, wenn man neun Spiele hintereinander nicht gewonnen hat. Deswegen stehen wir auch da unten drin." Der 27-Jährige bestätigte, dass die Mannschaft die Abstiegsgefahr verinnerlicht habe. „Wir können die Situation richtig einschätzen. Aber Angst wäre die falsche Reaktion. Wir sind natürlich angespannt, schließlich geht es um viel. Ob es heute ein Punktgewinn war, werden wir sehen, wenn der Spieltag abgeschlossen ist." Der Stürmer bemängelte, dass im Spiel nach vorne der letzte Pass nicht gekommen sei. „Trotzdem hätten wir das Spiel für uns entscheiden können. Bei den beiden Pfostenschüssen hatten wir Pech."

„Wir waren nach vorne nicht zwingend genug, um drei Punkte mitzunehmen", stellte Löwen-Verteidiger Torben Hoffmann fest. „Natürlich bin ich enttäuscht, dass es nur zu einem Punkt gereicht hat. Jetzt ist es wichtig, fürs kommende Spiel alle Kräfte zu bündeln."

„Wir sind hierher gefahren, um eine größere Beute zu machen. Wir wollten das Spiel gewinnen", gab Sportdirektor Miki Stevic unumwunden zu. Deshalb verstehe er auch die Reaktionen der Fans. „Sie haben das Recht, ihren Unmut zu äußern. Auch wir sind enttäuscht", so der 39-Jährige. „Gegen Aachen am Sonntag werden wir alles tun, um unsere Fans zufrieden zu stellen", versprach Stevic abschließend.
 
Stenogramm zum Spiel
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