Es passte alles beim 2:0-Erfolg über die TuS Koblenz: Das Ergebnis, die Stimmung, das Auftreten der Mannschaft - ein Saisonauftakt, der Lust auf mehr macht! Kenny Cooper, erst seit Montag dieser Woche ein Löwe, brachte sein Team in der 17. Minute in Führung, Benjamin Lauth traf in der 61. Minute zum 2:0. Einziges Manko: In der Schlussphase ließen die Löwen viele Chancen ungenutzt.
Personal: Im ersten Punktspiel der Saison musste Löwen-Chefcoach Ewald Lienen auf Daniel Bierofka (Reha nach Bandscheiben-OP), Stefan Aigner (Trainingsrückstand nach Fußprellung) und Ardijan Djokaj (Adduktorenprobleme) verletzungsbedingt verzichten. Tarik Camdal und Benjamin Schwarz spielten am Freitag gegen Hessen Kassel im Regionalliga-Team. Beim 3:3 gelangen Camdal zwei Treffer, Schwarz bereitete ein Tor per Freistoß vor.
Spielverlauf: Die Löwen machten gegen sehr tief stehende Koblenzer von Beginn an Druck. Die erste Chance besaß Neuzugang Kenny Cooper. Benjamin Lauth hatte ihn von der rechten Seite im Zentrum angespielt, der US-Stürmer nahm den Ball in der Mitte an, blockte ihn geschickt mit dem Körper ab, versuchte es anschließend mit einem Drehschuss aus neun Metern, traf das Leder aber nicht voll, sodass David Yelldell im TuS-Tor keine Probleme hatte, den Schuss abzuwehren (9.). Besser machte es der 24-jährige Stürmer in der 17. Minute. Lars Bender hatte Florin Lovin am rechten Strafraumeck angespielt, der Rumäne flankte mit viel Gefühl über die TuS-Innenverteidigung auf Cooper, der am zweiten Pfosten das Leder mit dem Kopf aus acht Metern unter die Querlatte wuchtete. Schiedsrichter Thorsten Schriever zögerte einen kurzen Moment, bevor er auf Tor für die Löwen entschied. Zu Recht: Der Ball hatte eindeutig die Torlinie überquert, bevor er ins Feld zurück sprang. Die Gäste brauchten bis zur 21. Minute für ihre erste gefährliche Aktion vor dem Löwen-Tor. Melinho hatte einen Freistoß von rechts scharf an den Torraum gedreht, Martin Hudec stieg am höchsten, köpfte aber hoch links am Tor vorbei. Auch die nächste Chance der Koblenzer resultierte aus einem Standard. Diesmal hatte Melinho das Leder von der linken Seite mit rechts auf den zweiten Pfosten geflankt. In der Mitte verpasste zunächst Freund und Feind, ehe der überraschte Benjamin Lense aus kurzer Distanz den Ball rechts am 1860-Tor vorbeistolperte (27.). Nach diesen beiden Möglichkeiten für die Gäste hatten die Löwen die Riesenchance zum 2:0. Antonio Rukavina legte auf der rechten Außenbahn zurück auf Bender in halbrechter Position, der steckte auf Kaiser durch, der aus zwölf Metern mit der Fußspitze den Ball an Yelldell vorbei aufs lange Eck schob, doch das Leder ging knapp am linken Pfosten vorbei ins Tor-Aus (31.). Eine tolle Kombination, der nur der krönende Abschluss fehlte. Beinahe wäre den Koblenzer mit dem Pausenpfiff der Ausgleich gelungen. Shefki Kuqi von links mit rechts auf Lense am Strafraum geflankt, der legte aus halbrechter Position direkt auf Tom Geißler ab, der völlig überrascht und überhastet aus zwölf Metern freistehend abzog, jedoch Kiraly mit dem unplatzierten Schuss wenig Mühe bereitete (45.).
Die Koblenzer stellten nach der Pause - auch bedingt durch den Ausfall von Hudec - auf ein 4-4-2-System um. Die erste Chance besaßen aber erneut die Hausherren. Bender hatte mit einem 35-Meter-Pass von links auf rechts gewechselt, Rukavina nahm das Leder in vollem Lauf auf, flankte an den ersten Pfosten, wo Kaiser nur um Zentimeter das Leder verpasste (48.). In der gleichen Minute flankte Cooper von rechts nach innen, Lauth kam am Elfmeterpunkt an den Ball, scheiterte mit seinem Seitfallschuss aus zwölf Metern an Keeper Yelldell. Die einzige gute Möglichkeit im zweiten Durchgang besaßen die Gäste in der 52. Minute. Melinho hatte einen Eckball von der linken Seite mit rechts scharf auf den ersten Pfosten gedreht, Everson kam mit dem Kopf ans Leder, aber Alexander Ludwig am kurzen Eck konnte auf der Linie zur erneuten Ecke klären. Die Vorentscheidung gelang den Löwen in der 61. Minute. Einen Pass wollte der eingewechselte Charilaos Pappas mit der Hacke auf die rechte Strafraumseite verlängern, Philipp Langen fälschte den Ball aber genau in die Mitte ab, wo Lauth mutterseelenallein vor Yelldell ans Leder kam und dem Koblenzer Torwart aus zehn Metern keine Chance ließ und zum 2:0 traf. Danach hätten die Sechzger etwas fürs Torverhältnis tun können. Erst bediente Lovin mit einem Lupfer von der rechte Seite Cooper am zweiten Pfosten, der in den Ball lief und aus zehn Metern aufs Tor köpfte, aber erneut am überragenden Yelldell scheiterte (70.). Eine Minute später setzte sich der US-Amerikaner energisch gegen Matej Mavric durch, schoss dann aber aus 14 Metern übers Tor (71.). Danach war für ihn Schluss, Trainer Ewald Lienen nahm den 24-Jährigen vom Feld. Die Fans quittierten die Leistung des US-Boys in seinem ersten Spiel für die Löwen mit stehenden Ovationen und mit „Cooper, Cooper"-Rufen. Selten, dass ein Spieler so schnell zum Publikumsliebling avancierte. Der eingewechselte Schäffler hatte fünf Minuten später das 3:0 auf dem Fuß. Erst dribbelte der 20-Jährige im TuS-Strafraum vier Koblenzer aus, schoss dann aber das Leder aus zehn Metern links am Tor vorbei (77.). Kurz vor dem Ende leitete der eingewechselte Aleksandar Ignjovski mit viel Übersicht einen Konter ein. Der 18-jährige Serbe spielte José Holebas auf der linken Seite im Strafraum an. Der Verteidiger hätte aus spitzem Winkel schießen können, passte aber nach innen, wo Lauth knapp am rechten Pfosten am Leder vorbeirutschte (87.). So blieb es beim für die Koblenzer letztlich schmeichelhaften 2:0-Erfolg der Löwen.
Stimmen zum Spiel gegen Koblenz
Stenogramm zum Spiel
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