Eine 2:0-Führung reichte den Löwen gegen Fortuna Düsseldorf nicht zum Sieg. Nach den Toren von Alexander Ludwig (36.) und Torben Hoffmann (63.) brachte ein „nicht existierender Freistoß" (Lienen) die Wende. Ranisav Jovanovic traf aus 19 Metern zum Anschlusstreffer (70.), der eingewechselte Patrick Zoundi stellte drei Minuten später den 2:2-Endstand her (73.).
Personal: Verletzungs- oder krankheitsbedingt musste Trainer Ewald Lienen gegen Düsseldorf auf Radhouène Felhi (Angina), Daniel Bierofka (Reha nach Bandscheiben-OP), Florin Lovin (Kreuzbandriss) und Kenny Cooper (Innenbandanriss) verzichten. Stefan Aigner fehlte wegen seiner Gelb-Roten Karte aus der letzten Partie, Florian Jungwirth, Benjamin Schwarz, Manuel Schäffler und Kushtrim Lushtaku spielten am Freitag in der U23 beim 1:0-Erfolg über Bayern Alzenau. Michael Hofmann (3. Torwart), Antonio Di Salvo und Ardijan Djokaj fanden keine Berücksichtigung.
Spielverlauf: Es entwickelte sich von Beginn an ein kampfbetontes Spiel, bei dem beide Teams darauf bedacht waren, ihre Ordnung zu halten. Folgerichtig resultierte die erste Chance aus einem Freistoß. In der 25. Minute konnte Jens Langeneke Benjamin Lauth drei Meter vor dem Strafraum nur mit einem Foul stoppen. Den fälligen Freistoß aus 19 Metern setzte José Holebas zunächst in die Mauer, setzte aber nach, kam an den zweiten Ball, wurde aber bei seinem Schuss aus neun Metern entscheidend von Olivier Callas gestört. Die zweite Löwen-Möglichkeit führte dann zum Tor. Holebas in der Düsseldorfer-Hälfte Richtung Zentrum, passte in die Mitte, wo Alexander Ludwig den Ball durch die Beinen passieren ließ und gleich in die Gasse lief. Lauth sah das, bediente ihn mit einem Zuckerpass, Ludwig enteilte seinem Gegenspieler Kozo Yuki und schob am herausstürzenden Torwart Michael Ratajcazak aus elf Metern vorbei zum 1:0 ins Fortuna-Tor (36.).
Nach dem Seitenwechsel wurde Düsseldorf dann offensiver, kam auch in der 57. Minute zur ersten Chance des Spiels. Caillas Schuss von der Strafraumgrenze aus halblinker Position wurde genau vor die Füße von Ranisav Jovanovic abgefälscht, der kam aus neun Metern frei ans Leder, schoss aber Holebas an, wodurch der Ball über das Löwen-Tor flog. Wenige Sekunden nach seiner Einwechslung war es Sandro Kaiser, der auf der linken Seite in den Strafraum spurtete und dann im Zweikampf mit Langeneke fiel, doch Referee Daniel Siebert ließ weiterspielen (60.). Drei Minuten später erzielten die Löwen dann doch den zweiten Treffer. Ludwig hatte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld hoch in den Strafraum geflankt, Sascha Rösler verpasste mit dem Kopf, aber hinter ihm konnte Torben Hoffmann gegen Christian Weber den Ball mit dem Fuß abtropfen lassen, setzte dann nach. Obwohl Weber an ihm zerrte, brachte der Löwen-Innenverteidiger die Fußspitze an den Ball, spitzelte das Leder im Liegen unter Torwart Ratajczak hindurch zum 2:0 ins Netz (63.). Fünf Minuten später spielte sich eine Szene vor dem Löwen-Strafraum ab, die für den Spielausgang bedeutende Wirkung haben sollte. Vor dem eigenen Strafraum grätschte Holebas gegen den Düsseldorfer Andreas Lambertz den Ball weg, der Angreifer ließ sich dabei fallen, Schiedsrichter Siebert wollte ein Foul des Weiß-Blauen gesehen haben und entschied auf Freistoß. Fast aus dem Stand schlenzte Jovanovic mit links den Ball über die Löwen-Abwehrmauer, die einen Schuss von Rechtsschütze Lambertz erwartet hatte. Unhaltbar für Löwen-Keeper Gabor Kiraly schlug das Leder ins kurze Eck zum 2:1 ein (70.). Nach diesem Anschlusstreffer wackelte die Löwen-Hintermannschaft gewaltig, und drei Minuten später fiel das 2:2. Ein Eckball von links kam aufs kurze Eck, Martin Harnik und Kiraly gingen im Torraum zum Ball, der 1860-Torhüter boxte die Kugel nicht weit genug weg. Der eingewechselte Patrick Zoundi legte sich im Zentrum quer in die Luft und traf aus neun Metern zum 2:2 ins Löwen-Netz (73.). In der 84. Minute hatte Zoundi sogar das 3:2 auf dem Fuß, zielte aber aus 20 Metern knapp über das 1860-Gehäuse. Auch die Löwen besaßen in der Nachspielzeit noch eine Großchance. Antonio Rukavina hatte scharf von der rechten Strafraumseite nach innen geflankt, Langeneke nahm den Ball mit dem Kopf, bugsierte ihn mit viel Glück um Zentimeter übers eigene Tor (90.).
Stenogramm zum Spiel
Das Spiel im Löwen TV (kostenpflichtig)