Zu ungewohnter Zeit, um 20:30 Uhr, treten die Löwen am Freitag, 20. November, bei Tabellenführer Arminia Bielefeld an. Die Länderspielpause hat Trainer Ewald Lienen zu intensiver Arbeit genutzt. „Jeder war hochkonzentriert dabei. Ich habe ein gutes Gefühl, dass jeder weiß, um was es geht. Die Mannschaft besitzt eine gute Mentalität."
Trotz der Pause wurden beim Trainer aber die Sorgenfalten nicht weniger. „Wir haben drei zusätzliche Ausfälle zu beklagen", erzählt der 55-Jährige. Am schwersten hat es dabei Kenny Cooper getroffen, wobei sich erste Befürchtungen, dass das Kreuzband gerissen sei, nicht bestätigten. „Darüber sind wir froh. Wir müssen bei ihm jetzt von Woche zu Woche schauen. Viel Zeit bis zur Winterpause ist nicht mehr", so Lienen. Deshalb sei es spekulativ, „ob er dieses Jahr nochmals zurückkommt".
Neben Cooper hat es Sandro Kaiser und Peniel Mlapa erwischt. Beide haben sich eine Grippe eingehandelt. „Peniel fällt aus, er hat immer noch Fieber. Es ist ausgeschlossen, dass er in Bielefeld mitmachen kann", sagt der Trainer. Ähnlich sei der Krankheitsverlauf bei Sandro Kaiser gewesen, der aber bereits am Dienstag wieder beim Laufen war, um sich tags darauf erneut krankheitsbedingt abzumelden. „Er hat über Unwohlsein geklagt, wird sich untersuchen lassen. Ich wage zu bezweifeln, dass er am Donnerstag wie Phönix aus der Asche aufsteigt." Deshalb befürchtet Lienen, dass Kaiser ebenfalls für Bielefeld ausfällt.
Das wäre doppelt bitter, weil der Trainer nicht weiß, in welcher Verfassung Antonio Rukavina von der serbischen Nationalmannschaft zurückkehrt. „Sandro wäre für ihn der Ersatz gewesen", so Lienen. Der Serbe Rukavina spielte am Samstag 90 Minuten gegen Nordirland, am Mittwoch gegen Südkorea verzichtete sein Nationaltrainer Radomir Antic auf ihn. Trotzdem weiß Lienen nicht, in welcher Verfassung sein Spieler aus London, dem Spielort gegen Südkorea, zurückkehren wird. „Sicher ist aber, dass das keine optimale Vorbereitung für Freitag ist." Viele Alternativen besitzt der Löwen-Trainer für den Rechtsverteidiger nicht. „Ich könnte zur Not einen Innenverteidiger rechts spielen lassen", erklärte er für den Fall, dass Rukavina nicht fit von der Länderspielreise zurückkehrt. Eine weitere Option wäre Florian Jungwirth. „Er hat ordentlich trainiert", bescheinigte der Trainer dem deutschen U20-Kapitän, „wir werden am Donnerstag entscheiden, ob er eine Chance bekommt."
Eher eine Vorsichtsmaßnahme war dagegen, dass Torben Hoffmann (Rückenprobleme), Mate Ghvinianidze (Kniebeschwerden), Manuel Schäffler (Adduktorenprobleme) und Aleksandar Ignjovski am Dienstag beim Training pausierten. Alle vier standen am Mittwoch wieder mit der Mannschaft auf dem Platz, wobei sich die Probleme bei Ignjovski etwas diffuser darstellen. Bei dem 18-Jährigen, der vergangene Woche bei der serbischen U21-Nationalmannschaft weilte, wurde eine verhärtete Muskulatur diagnostiziert. Aber anstatt ihn nach München zurück zu schicken, blieb er zunächst beim Nationalteam. Das brachte Lienen in Rage. „Er hat fast eine Woche nichts gemacht, bekam noch nicht einmal täglich Behandlungen. So etwas ist kontraproduktiv." Bei seiner Rückkehr wurde dem Youngster, der sich nach eigener Aussage „ziemlich kraftlos" fühlt, gleich aktive Regeneration verordnet. „Ich hoffe, dass er bis Freitag wieder in Schwung kommt", so Lienen, der den Grund für den Erschöpfungszustand in der „hohen Belastung" des jungen Spielers sieht. „Er hat als 18-Jähriger viele Spiele für uns gemacht."
Für den Trainer ist das Spiel bei der Arminia eine Reise in die Vergangenheit. „Bielefeld ist in der Nähe meiner Heimat. Meine Familie und Freunde leben dort", erzählt der gebürtige Ostwestfale Lienen. Seine Löwen sind beim Gastspiel auf der „Alm" klarer Außenseiter. Einen Vorteil kann der Trainer darin aber nicht erkennen. „Dann hätten wir schon in den letzten Wochen einen Vorteil gehabt. Natürlich ist die Konstellation auf dem Papier klar, aber das spielt in unserer Situation keine Rolle." Egal ob gegen den Tabellenersten oder Tabellenletzten - der TSV 1860 braucht Punkte!
Vorläufige AufstellungenArminia: 22 Eilhoff - 20 Lamey, 16 Mijatovic, 31 Kucera, 27 Feick - 5 Kauf - 19 Delura, 8 Federico, 24 Halfa, 15 Janjic - 10 Katongo.
Ersatz: 1 Fernandez, 21 Hartmann (beide Tor) - 2 Schuler, 6 Fischer, 7 Risgard, 14 Kamper, 17 Rodenberg, 18 Berisha, 29 Guela, 30 Kerr.
Nicht dabei: 6 Bollmann (Schlüsselbeinbruch), 9 Fort (Oberschenkelverletzung), 13 Kirch (Innenbandanriss).
1860: 1 Kiraly - 2 Rukavina, 5 Felhi, 19 Ghvinianidze, 23 B. Schwarz - 15 Aigner, 36 Stahl, 8 Ignjovski, 14 Holebas - 18 Ludwig, 11 Lauth.
Ersatz: 12 Tschauner (Tor) - 3 Marcos Antonio, 4 Hoffmann, 6 Beda, 10 Rösler, 13 Jungwirth, 17 Pappas, 20 Camdal, 27 Schäffler, 28 Wittek, 32 Lushtaku, 35 Biancucchi.
Nicht dabei: 7 Bierofka (Reha nach Bandscheiben-OP), 9 Di Salvo (nicht berücksichtigt), 21 Kaiser (Erkältung), 24 Lovin (Kreuzbandriss), 25 Hofmann (nicht berücksichtigt), 26 Mlapa (Grippe), 31 Djokaj (Trainingsrückstand), 33 Cooper (Innenbandanriss).
Schiedsrichter: Robert Kempter (Sauldorf); Assistenten: Thorsten Schiffner (Konstanz), Dominik Schaal (Tübingen); Vierter Offizieller: Dirk Margenberg (Wermelskirchen).