Djordje Rakic wäre bereit, gegen Fürth von Beginn an zu spielen. Es hängt lediglich am Trainer.
Für die Löwen steht am Sonntag, 14. Februar, 13:30 Uhr, im Playmobil-Stadion das erste Derby der Rückrunde gegen die SpVgg Greuther Fürth an. 2.000 Sechziger-Fans begleiten ihre Mannschaft nach Franken. Trotz Minusgraden und der Schneefälle der vergangenen Tage ist eine Spielabsage derzeit kein Thema.
Die Serie der Löwen ist seit dem vergangenen Montag nach sieben Spielen gerissen. Cheftrainer Ewald Lienen ärgerte die unnötige Niederlage gegen Rot Weiss Ahlen, zeigte sich aber gleichzeitig überrascht von der Reaktion in den Medien. „Das alles mit einem Spiel zusammenbrechen soll wie ein Kartenhaus, nachdem wir drei Monate nicht verloren hatten, kann ich nicht verstehen." Vor allem ärgerte den 56-Jährigen, dass seinen Spielern die Leistungsbereitschaft gegen den Tabellenletzten abgesprochen wurde. „Gegen Ahlen war es armselig, was wir fußballerisch gemacht haben, besonders das Flügelspiel", räumt er ein, „aber vom kämpferischen und läuferischen her kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen."
Lienen: "Müssen das Offensivspiel der Greuther unterbinden"Gegen Greuther Fürth wird es ein anderes Spiel, glaubt Lienen. Im Gegensatz zu Ahlen, das bisher lediglich zwölf Treffer erzielte, gehören die Franken zu den offensivstärksten Teams der Liga. Mehr als dreimal so oft wie die Ostwestfalen trafen die Fürther ins gegnerische Tor (38), was die drittmeisten Treffer der Liga bedeutet. „Mit Müller, Nehrig, Allagui und Nöthe haben die Greuther eine sehr gefährliche Offensive", so Lienen. Auf der anderen Seite mussten sie aber bereits 35 Tore hinnehmen, was ligaweit den drittschlechtesten Wert darstellt. Deshalb ist die Ausrichtung klar. „Wir müssen mit vereinten Kräften und taktisch klugem Verhalten das Offensivspiel der Greuther unterbinden", sagt der Löwen-Coach. Gleichzeitig hofft er, dass sein Team mit schnellem Spiel nach vorne eigene Chancen kreieren und diese - im Gegensatz zum Ahlenspiel - dann auch konsequent nutzt.
Greuther Fürth war gut in die Saison gestartet, durchlebte dann eine Schwächephase, die Benno Möhlmann den Job bei den Kleeblättlern kostete. In der Winterpause übernahm Mike Büskens das Kommando, seitdem hat Fürth nur einmal in vier Punktspielen verloren. Und das 1:2 bei Arminia Bielefeld am letzten Spieltag sei, so Löwen-Trainer Lienen, äußerst unglücklich gewesen. „Sie hätten dort zur Halbzeit auch 2:0 oder 3:0 führen können." Ähnlich beeindruckt zeigte sich Lienen auch vom Pokalauftritt der Fürther im Pokal bei Bayern. „Da hat man gesehen, was Fürth für Qualitäten hat, wenn man sie spielen lässt", so sein Kommentar zur 1. Halbzeit, als die Kleeblättler 2:1 führten. „Allein Allagui hätte noch zwei weitere Tore machen können."
Lienen: "In dieser Liga geht es nur über Kampf, Biss und Leidenschaft" Dass es nach der Winterpause bei den Franken wieder aufwärts ging, macht Lienen auch an der Personalsituation bei den Franken fest. „Sie haben fast immer in der gleichen Aufstellung gespielt. Nach der zwischenzeitlichen Krise sind sie jetzt wieder auf dem Sprung ins erste Tabellendrittel", so der Löwen-Trainer, der von seinem Team eine „tausendprozentige Konzentration" auf das Fürth-Spiel fordert. „Wir müssen von der Einstellung wieder dahin kommen, wo wir im Herbst waren: leidenschaftlich und mit letztem Willen alles investieren. Jeder muss begreifen, dass es in dieser Liga nur über Kampf, Biss und Leidenschaft geht." Auch wenn der Abstand zu den Aufstiegsplätzen nach der Heimniederlage fast uneinholbar erscheint, erwartet Lienen von seinem Team bis zum Ende der Saison eine professionelle Einstellung. „Wenn einer auf die Idee kommt, nicht alles zu geben, dann haben wir zehn bis 13 Spieler hinten dran, die mit Kusshand nachrücken würden."
Holebas kehrt zurück
Gegen Fürth kehrt José Holebas nach verbüßter Gelbsperre in die Mannschaft zurück. Er rückt wieder auf seine angestammte Position links hinten in der Abwehrreihe, die gegen Ahlen Marcos Antonio einnahm. Ohnehin zog sich der Brasilianer gegen die Westfalen eine Schultereckgelenksverletzung zu, fällt zwei Wochen aus. Ob sich offensiv eine oder mehrere Veränderungen anbahnen, ließ sich der Trainer wie immer nicht entlocken. Selbst die Frage, ob Djordje Rakic, der zum Ende des Wintertransferfensters aus Salzburg zu den Löwen kam, schon in der Verfassung wäre, ein gesamtes Spiel zu bestreiten, beantwortete er diplomatisch. „Ja, er könnte spielen, wenn ich ihn aufstellen würde!"
Lovin: Reha läuft planmäßigEin anderer Spieler ist zwar auf einem „sehr guten Weg", aber noch weit von einem Einsatz entfernt. Florin Lovin, der sich im Hinspiel gegen Greuther Fürth einen Kreuzbandriss zuzog, steht kurz vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining. „Die Reha läuft planmäßig", sagt Lienen, „aber im Moment sind die Platzbedingungen für ihn nicht ideal", deswegen bremst er den Rumänen noch, sagt aber gleichzeitig. „Je früher er ins Mannschaftstraining einsteigen kann, umso besser. Grundsätzlich muss man aber sehen, ob er uns in dieser Saison noch weiterhelfen kann."
In Fürth jedenfalls geht das noch nicht. Aber auch im Hinspiel gelang nach der frühen Verletzung des Mittelfeldspielers noch ein 3:1-Erfolg. Gegen eine Wiederholung wäre von Löwen-Seite nichts einzuwenden ...
Voraussichtliche Aufstellungen:SpVgg: 1 Loboué - 17 Schröck, 4 Biliskov, 3 Karaslavov, 30 Rahn - 33 Caligiuri , 29 Pekovic - 7 Nehrig, 27 Müller - 22 Allagui, 9 Nöthe.
Ersatz: 25 Rozman, 26 Grün (beide Tor) - 5 Mauersberger, 6 Falkenberg, 8 Fürstner, 11 Schahin, 18 Haas, 20 Meichelbeck, 21 Ghasemi-Nobakht, 23 Sailer, 36 Sararer.
Nicht dabei: 14 Prib (Reha), 15 Fejzic (Trainingsrückstand), 24 Wörle (Immunschwäche).
1860: 1 Kiraly - 2 Rukavina, 6 Beda, 19 Ghvinianidze, 14 Holebas - 8 Ignjovski, 18 Ludwig - 15 Aigner, 17 Pappas - 11 Lauth, 10 Rösler.
Ersatz: 12 Tschauner (Tor) - 5 Felhi, 9 Rakic, 20 Camdal, 21 Kaiser, 22 Uzoma, 26 Mlapa, 27 Schäffler, 35 Biancucchi, 36 Stahl.
Nicht dabei: 3 M. Antonio (Schultereckgelenksverletzung), 4 Hoffmann (Rückenprobleme), 7 Bierofka (Aufbautraining), 24 Lovin (Reha nach Kreuzbandriss), 25 Hofmann (3. Torwart), 32 Lushtaku, 34 Leist (beide U23).
Schiedsrichter: Florian Steuer (Menden); Assistenten: Detlef Scheppe (Wenden), Marc Frömel (Ibbenbüren); Vierter Offizieller: Thomas Münch (Rielasingen).