Am Ende konnte der große Favorit VfB Stuttgart mit der Punkteteilung gegen die Junglöwen zufrieden sein. Nach dem glücklichen Führungstreffer von Öztürk Karatas (51.), der in der 69. Minute Gelb-Rot sah, schaffte Markus Ziereis mit seinem 15. Saisontreffer den Ausgleich (84.). Mehr war jedoch nicht drin, weil Kevin Volland in der Schlussminute eine Riesenchance vergab.Die Junglöwen begannen stark, hatten in den ersten 20 Minuten ihre beste Phase. Bereits in der 4. Minute kam Bobby Wood nach einem Solo an der Strafraumgrenze zum Abschluss, scheiterte jedoch an Torhüter Jonas Wieszt. Eine Minute später kam Kevin Volland aus 18 Metern zum Schuss, der Ball kam aber zu zentral auf Wieszt, der erneut parieren konnte (5.). Der VfB, souveräner Tabellenführer, musste bis zur 35. Minute auf seine erste Chance warten. Raphael Holzhauser kam nach einer Kontersituation aus 16 Metern zum Schuss, setzte das Leder aber knapp neben den Pfosten. So ging es torlos in die Pause.
Die erste gefährliche Szene in der 2. Halbzeit führte zur glücklichen Führung der Schwaben. Nach einem Ballverlust der Junglöwen auf der linken Seite kam sofort ein Steilpass auf Öztürk Karatas, 1860-Keeper Björn Bussmann eilte aus seinem Tor, aber der VfB-Stürmer war einen Tick vor Bussmann am Ball, grätschte ihn aus zwölf Metern ins Tor zum 1:0 (51.). Danach erhöhten die Junglöwen die Schlagzahl. Torjäger Markus Ziereis setzte in der 55. Minute einen Schuss von der Strafraumgrenze knapp neben den Pfosten. Nach der Gelb-Roten Karte für Karatas wurden die Sechzger noch massiver, schnürten die Stuttgarter regelrecht in ihrer Hälfte ein. Es dauerte bis zur 84. Minute, ehe der längst verdiente Ausgleichstreffer fiel. Volland hatte genau in die Schnittstelle der Viererkette gepasst, Ziereis lief alleine auf Torwart Wieszt zu, schob das Leder aus zehn Metern am herausstürzenden Keeper zum 1:1 vorbei. Eine Minute später hätten die Schwaben beinahe den alten Abstand wieder hergestellt. Nach einem Konter über die rechte Seite kam eine langgezogene Flanke vors Löwen-Tor, der kleine Kodjovi Koussou stand plötzlich im Kopfballduell mit Boris Kuhn, das dieser gewann, jedoch ging das Leder übers Tor (85.). Im Gegenzug flankte Marcel Kappelmaier auf Ziereis, der aber aus sieben Metern knapp am Tor vorbeiköpfte (85.). Die letzte Chance des Spiels besaßen die Junglöwen in der Schlussminute. Stefan Wannenwetsch hatte einen Freistoß aus halbrechter Position vom Tor weggeflankt, Volland kam aus fünf Metern frei zum Kopfball, setzte das Leder aber über die Querlatte. Damit blieb es beim für Stuttgart schmeichelhaften 1:1.
Junglöwen-Coach Alexander Schmidt sprach von einem verdienten Punktgewinn. „Bei einer konsequenteren Chancenauswertung wäre ein Sieg sicher möglich gewesen. Aber insgesamt bin ich mit dem Punkt zufrieden, weil Stuttgart immer gefährlich war. Dadurch, dass sie sehr gute Individualisten haben, können sie fast aus dem Nichts heraus Tore erzielen." Der 41-jährige Schmidt lobte die „gute Moral" seiner Mannschaft. „Sie hat nach dem Rückstand geduldig weitergespielt. Nun versuchen wir mit einem Sieg gegen den Karlsruher SC noch enger vorne dran zu rücken." Schmidt sieht sogar noch eine Chance auf den 2. Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft berechtigen würde. „Die anderen Teams vorne haben Punkte gelassen. Ich denke, alle Mannschaften bis Platz sieben sind noch im Rennen."
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