Trotz personeller Probleme gewann das Team von Trainer Alexander Schmidt souverän mit 2:0 bei der TSG Hoffenheim. Stefan Wannenwetsch hatte die Junglöwen in Führung gebracht (26.), noch vor der Pause traf Torjäger Markus Ziereis zum Endstand (40.). Mit einem Spiel weniger rangiert die U19 zum Ende der Vorrunde auf Rang sechs.
Die Junglöwen mussten auf die gesperrten Daniel Hofstetter und Moritz Leitner verzichten. Nikola Trkulja fehlte wegen einer Erkältung, Tarik Camdal war zwar mit nach Hoffenheim gereist, musste aber wegen einer Mittelohrentzündung passen. Trotz der nicht optimalen Voraussetzungen zeigten die Weiß-Blauen vom Anpfiff weg eine souveräne Vorstellung, überraschten die Kraichgauer mit einem sehr effektiven Forechecking. Bereits in der 7. Minute kamen sie zur ersten Chance. Philipp Steinhart hatte von links geflankt, Bobby Wood kam zum Kopfball, setzte das Leder aber aus sieben Metern vorbei. Fünf Minuten später drang Wood nach einem Pass in die Tiefe in den Strafraum der Hoffenheimer ein, sein Acht-Meter-Schuss wurde jedoch geblockt (12.). Die Gastgeber tauchten nur nach Standards gefährlich vorm 1860-Tor auf. Doch zwei Freistöße von der Seite konnten von Tobias Schilk bzw. Steinhart per Kopf im Strafraum geklärt werden. In der 26. Minute dann die verdiente Führung der Sechziger. Markus Ziereis hatte von rechts geflankt, die Hoffenheimer Abwehr wehrte zunächst ab, das Leder kam zu Stefan Wannenwetsch fünf Meter vorm Strafraum. Der Mittelfeldspieler nahm den Ball an, zog in die Mitte, spielte einen Gegenspieler aus und traf mit links aus 18 Metern mit einem Aufsetzer flach ins Eck zum 1:0. Bereits zwei Minuten später die Chance, auf 2:0 zu erhöhen. Einen weit geschlagenen Ball nahm Ziereis an der Mittellinie an, lief Eins-gegen-Eins auf den letzten Mann der Hoffenheimer zu, der drängte ihn aber etwas nach rechts ab, Ziereis kam trotzdem zum Abschluss, zielte aber aus 20 Metern am Tor vorbei (28.). Noch besser die Möglichkeit in der 35. Minute. Nach einer Linksflanke von Steinhart an den kurzen Pfosten war Kevin Volland zu Stelle, der den Ball mit dem Fuß direkt aus der Luft aufs Tor verlängert, doch Keeper Daniel Strähle parierte mit einem Reflex. Den Abpraller nahm Wood aus vier Metern mit dem Kopf, doch erneut brachte der Torhüter die Hand an den Ball, lenkte ihn an die Latte. Fünf Minuten später war auch er machtlos. Einen Eckball von links spielte Wannenwetsch in den Rückraum auf Leonard Stolz, der aus 20 Metern direkt aufs Tor schoss, Keeper Strähle kam gerade noch runter, wehrte den Schuss ab, doch Ziereis war zur Stelle, staubte aus vier Metern zum 2:0 ab (40.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatten die Nordbadener noch eine Möglichkeit. Nach einem kurz ausgeführten Eckball kam Robin Szarka aus halbrechter Position mit links aus 17 Metern zum Schuss, Löwen-Torhüter Björn Bussmann holte den Ball aus dem langen Eck (45.).
Im zweiten Durchgang setzten zunächst erneut die Junglöwen die Akzente. Schilk hatte einen Chipball auf Wood gespielt, der verlängerte 25 Meter vor dem Hoffenheim Tor per Kopf auf Ziereis. Der Löwen-Torjäger drehte sich im Strafraum blitzschnell um seinen Gegenspieler, schoss aber aus elf Metern knapp über den Querbalken (58.). Nach einer tollen Kombination über die linke Seite passte Steinhart auf Kodjovi Koussou, der verlängerte mit der Hacke auf Volland, der mit dem Ball Richtung Tor zog, flach auf Ziereis flankte, doch dessen Hackenschuss aus fünf Metern bereitete Torhüter Strähle keine Probleme (60.). Eine „hundertprozentige" Chance bot sich den Weiß-Blauen zwei Minuten später. Ziereis hatte einen Traumpass auf Wood gespielt, der hätte nur noch auf den mitgelaufenen Volland querlegen müssen, doch der Amerikaner schloss selbst aus zwölf Metern ab, so konnte Strähle parieren (62.). Danach kamen die besten zehn Minuten der Kraichgauer. Eine Flanke vom rechten Flügel von Daniel Beer erreichte Claudio Bellanave am Elfmeterpunkt, doch sein Schuss landete neben dem 1860-Tor (66.). Im Anschluss an einen Eckball von Jacob Ammann schoss Anthony Loviso an die Latte (70.). Danach übernahmen wieder die Sechziger das Kommando. Nach einer tollen Kombination konnte Volland im Hoffenheimer Strafraum nur durch ein Foul gebremst werden, Schiedsrichter Pascal Müller entschied sofort auf Strafstoß (78.). Stolz, der eine ausgezeichnete Partie auf der Innenverteidiger-Position bot, lief an, schoss aber so unplatziert, dass Strähle parieren konnte (78.). Zwei Minuten später die nächste Chance. Aus halblinker Position hatte Wood auf Volland gepasst, der legte im Zentrum direkt weiter auf Koussou, der von halbrechts aus spitzem Winkel abzog, aber der Sieben-Meter-Schuss wurde erneut vom Torhüter pariert (80.). Im Gegenzug flankte Markus Schäfer von rechts in die Mitte, Beer kam aus sieben Metern zum Kopfball, köpfte aber übers Tor (81.). In der 84. Minute wurde Wood auf die Reise geschickt, der spielte mit der Hacke quer auf Volland, der im Zentrum aus 14 Metern um Zentimeter am Tor vorbeizielte (84.). Danach passiert nicht mehr viel. Die Junglöwen nahmen am Ende den „Dreier" aus Nordbaden mit.
Jürgen Jung, Nachwuchschef der Löwen, lobte besonders die Defensivleistung der Junglöwen. „Die Abwehr war bärenstark, sehr diszipliniert und ließ wenig zu", resümierte der 33-Jährige. „Es war ein verdienter Erfolg unserer Mannschaft. Wir waren in allen Belangen - spielerisch, taktisch und kämpferisch - besser, zeigten mehr Biss. Es war zum Abschluss der Vorrunde nochmals eine richtig gute Vorstellung." Das einzige Manko sei die Chancenverwertung gewesen. „Wir hätten noch höher gewinnen können, gerade in der 2. Halbzeit besaßen wir viele Konterchancen." Ebenfalls positiv fiel das Fazit von Jung nach dem Ende der Vorrunde aus. „Insgesamt bin ich zufrieden. Nach einer Schwächephase und der Unterbrechung durch die U17-WM in Nigeria hat sich die Mannschaft wieder stabilisiert und durch konstant gute Leistungen nach vorne gearbeitet. Ich hoffe, dass wir diesen Lauf in der Rückrunde fortsetzen können."