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Nachholspiel, 8. Spieltag - 13. März 2010
1860 München 0 : 2 Karlsruher SC
 

Das Aus im Kampf um Platz zwei

Linksverteidiger Philipp Steinhart beim Einwurf. Im Hintergrund Marcel Kappelmaier.
Böses Erwachen für die Junglöwen: Durch die 0:2-Heimniederlage im Nachholspiel des 8. Spieltags gegen die A-Junioren des Karlsruher SC ist der Traum von der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 2010 wohl endgültig geplatzt. Mehr als zwei Aluminiumtreffer sprangen gegen den KSC nicht heraus, der kurz vor der Halbzeit durch Lukas Cambeis (44.) in Führung ging. Matthias Fixel erhöhte per Foulelfmeter auf 2:0 (64.).

Dabei begann es für das Team von Alexander Schmidt hervorragend. Bereits in der 2. Minute besaßen die Weiß-Blauen eine Doppelchance. Hätten sie diese genutzt, wäre das Spiel wohl ganz anders verlaufen. Kapitän Kevin Volland hatte mit links aus 18 Metern flach aufs KSC-Tor geschossen, traf dabei aber nur den rechten Pfosten. Der Abpraller kam halbrechts zu Tobias Schilk, der den aufspringenden Ball volley nahm, ihn aber aus sechs Metern über die Querstange setzte. Auch in der Folge dominierten die Sechziger den Gegner. Markus Ziereis versuchte es mit einem Flachschuss aus 19 Metern, der aber zu zentral auf Torhüter Dan Twardzik kam (4.). Es dauerte mehr als eine Viertelstunde, bis die Gäste erstmals vor dem Tor von Björn Bussmann auftauchten. Manuel Hasel hatte in der Mitte aus 17 Metern abgezogen, nur mit Mühe konnte der Löwen-Keeper das Leder zur Ecke klären (17.). Danach übernahmen wieder die Sechziger das Kommando. Volland versuchte es aus 22 Metern. Der Ball kam zwar scharf, aber zu unplatziert auf das Tor der Nordbadener, so dass Twardzik abwehren konnte (22.). In der 31. Minute nahm Torjäger Ziereis eine Rechtsflanke direkt aus der Drehung, sein Schuss aus zwölf Metern ging aber knapp neben das Tor. Kurz vor der Pause gab es dann die kalte Dusche für die Junglöwen, als die unsortierte Abwehr nicht im Bilde war, Hasel an der linken Strafraumseite fast von der Grundlinie in Überzahl quer legen konnte, Bussmann am kurzen Pfosten hatte keine Chance an den Ball zu kommen und Lukas Cambeis brauchte völlig frei stehend in der Mitte das Leder aus vier Metern nur noch über die Linie zur 1:0-Halbzeitführung des KSC zu drücken (44.).

Diese Führung spielte den Badenern im zweiten Durchgang in die Karten. Sie konnten sich nun aus einer kompakten Defensive heraus aufs Kontern verlegen, zumal die Junglöwen im Verlauf des Spiels immer mehr ihre Deckung lockerten. So hatten die Gäste auch die erste Chance in der 2. Halbzeit. Marcel Avdic hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt, flankte scharf an den ersten Pfosten, wo aber weder Freund noch Feind ans Leder kamen, ehe Bussmann den Ball wegfangen konnte (56.). Drei Minuten später der zweite Pfostenschuss für die Weiß-Blauen. Ziereis hatte seinen Gegenspieler im Strafraum ausgedribbelt, sein Linksschuss aus zwölf Metern landete aber am Aluminium (59.). In der nächsten Szene war es Volland, dessen Schuss von der Strafraumgrenze zunächst geblockt werden konnte. Das Leder kam zu Bobby Wood, der zentral aus zwölf Meter unbedrängt übers Tor schoss (60.). Zwei Minuten später konnten sich die Junglöwen bei Leonard Stolz bedanken, dass die Karlsruher nicht auf 2:0 erhöhten. Der Mittelfeldspieler spitzelte im letzten Augenblick das Leder dem einschussbereiten Avdic an der Strafraumgrenze vom Fuß (62.). Doch die Freude über diese Rettungstat währte nicht lange. In der 64. Minute war es erneut Avdic, diesmal von der linken Seite, der mit viel Tempo in den Strafraum stürmte, Kodjovi Koussou ließ das Bein stehen, der KSC-Angreifer fädelte geschickt ein, so dass der Elfmeterpfiff unausweichlich blieb. Matthias Fixel lief an, schickte Bussmann in die linke Ecke und schoss rechts zum 2:0 ein (64.). Eine Minute später prüfte Jan Malsam Löwen-Keeper Bussmann mit einem Drehschuss aus 13 Metern, den der U18-Nationalspieler parierte (65.). Eine Freistoßflanke von Stefan Wannenwetsch in der 66. Minute hätte beinahe zum Anschlusstreffer geführt. Der aus halblinker Position aus 28 Metern scharf aufs Tor gezogene Ball konnte Parker Walsh zwei Meter vor der Torlinie gerade noch zur Ecke abwehren. Die Junglöwen versuchten zwar bis zum Abpfiff alles, doch die Abwehr der Karlsruher stand sicher. In der 77. Minute kam nach einer Stolz-Ecke von der rechten Seite Daniel Hofstetter zum Kopfball, setzte das Leder aber aus sieben Metern knapp über den Querbalken. Der eingewechselte Mario Pavkovic scheiterte aus halbrechter Position aus 15 Metern an 1860-Keeper Bussmann (82.). Im Gegenzug chippte Stolz den Ball aus dem Halbfeld in den KSC-Strafraum auf Ziereis, der legte von links in die Mitte ab, wo jedoch Benjamin Penzkofer bei seiner versuchten Direktabnahme aus acht Metern der Ball über den Spann rutschte (83.). Beinahe hätte die entblößte Löwen-Abwehr noch das 3:0 hinnehmen müssen. Ein verunglückter Rückpass von Ulrich Taffertshofer auf seinen Keeper erlief sich Alexander Schoch, umkurvte Bussmann, der den Stürmer aber abdrängte, so dass dieser den Ball aus spitzem Winkel auf die Querlatte setzte (87.). Das war auch die letzte gefährliche Aktion in einem Spiel, in dem die Junglöwen dominierten, Karlsruhe aber zum richtigen Zeitpunkt die Treffer erzielte.

„Wir haben offensiv keine Mittel gefunden, um die Abwehr der Karlsruher zu knacken", befand Jürgen Jung, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Löwen. „Zwar haben wir den KSC in der 1. Halbzeit in deren Spielhälfte gedrückt, aber bis auf die Riesenmöglichkeit in der 2. Minute keine klaren Chancen erspielen können. Bitter war, dass wir so kurz vor der Pause trotz unserer Dominanz das 0:1 hinnehmen mussten." Mit dem Rückstand habe sich das Team im zweiten Durchgang sehr schwer getan. „Der KSC hat immer wieder Nadelstiche gesetzt. Das 2:0 war die Vorentscheidung, weil wir kein Mittel fanden, die starke und kompakte Abwehr der Karlsruher auszuhebeln. Wir haben zwar schön gespielt, etwas Zählbares aber sprang dabei nicht heraus." Für Jung war die Niederlage gegen die zuvor punktgleichen Badener das „endgültige Aus im Kampf um den 2. Platz". Dagegen habe der KSC bei einem Spiel weniger nun wieder alle Chancen, die Qualifikation für die Endrunde zu schaffen.

1860 München - Karlsruher SC 0:2 (0:1)

1860:
Bussmann - Schilk (59. Koussou), Hofstetter, Kappelmaier, Steinhart (54. Taffertshofer) - Stolz, Penzkofer (83. Jevtic) - Wood, Leitner (54. Wannenwetsch) - Ziereis, Volland.
KSC:
Twardzik - Walsh, Fuchs, Fixel, Cambeis (72. Pavkovic) - Avdic (76. Pfeiffer), Hasel, Jones, Hummel - Malsam (87. Schmider), Albrecht (64. Schoch).
Tore:
0:1 Cambeis (44.), 0:2 Fixel (64. Foulelfmeter).
Gelbe Karten:
-.
Zuschauer:
100.
Schiedsrichter:
Schlager (Bietigheim).
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