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5. Spieltag - 2. September 2009
1860 München II 3 : 2 SV Wehen Wiesbaden II
 

Doppelpack von Joker Dimitry Imbongo Boele

Zeigte in der Innenverteidigung eine souveräne Leistung: Mathias Wittek.
Der Joker Dimitry Imbongo Boele stach. Der Franzose wandelte durch zwei Treffer (83. und 90.) gegen den SV Wehen Wiesbaden einen 1:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg um. Das andere Tor hatte sein Landsmann David Manga in der 8. Minute per Foulelfmeter erzielt.

Personal: Dieter Märkle musste im Heimspiel gegen die Reserve des SV Wehen Wiesbaden auf Nikola Trkulja (Trainingsrückstand nach Verletzung), Emanuel Biancucchi (derzeit ohne Spielberechtigung) und Niklas Horn (Syndesmoseband-Verletzung) verzichten. Aus dem Profi-Kader waren wie zuletzt Benjamin Schwarz, Kushtrim Lushtaku und Peniel Mlapa dabei.

Spielverlauf: Völlig kalt wurden die Weiß-Blauen durch den ersten Angriff der Gäste erwischt. Hajrudin Catic konnte auf der linken Seite ungehindert flanken, in der Mitte stand Sebastian Szimayer vollkommen frei, ließ Löwen-Keeper Sebastian Seibold bei seinem Kopfball aus sechs Metern keine Chance (2.). Das Team von Dieter Märkle zeigte sich durch den frühen Rückstand aber keineswegs beeindruckt, sondern ergriff danach die Initiative. Diese wurde bereits in der 8. Minute belohnt. Tobias Strobl war über rechts in den Strafraum eingedrungen, Sebastian Gajda grätschte nach dem Ball, traf aber den Fuß des 19-Jährigen. Schiedsrichter Thomas Münch zögerte keine Sekunde mit dem Elfmeterpfiff. David Manga lief an, täuschte Torwart Stefan Marinovic und traf flach zum 1:1 ins rechte untere Eck (8.). Drei Minuten später die nächste Großchance für die Löwen. Mathias Fetsch hatte sich auf der linken Strafraumseite durchgesetzt, versuchte es aber vom linken Torraumeck mit einem strammen Schuss aufs lange Eck, den der in der Mitte gut postierte Manga aber nicht mehr erreichen konnte (11.). In der 16. Minute setzte sich Peniel Mlapa auf der rechten Seite durch, ging bis zur Grundlinie, wollte auf Fetsch zurücklegen, doch Kushtrim Lushtaku sprintete dazwischen, nahm den Ball aus acht Metern volley aus dem Lauf und schoss ihn über den Querbalken. Gefährlich auch die Szene in der 24. Minute. Manga hatte einen Eckball von links an den ersten Pfosten geflankt, Dominik Stahl verlängerte per Kopf, Julian Leist versuchte am langen Eck in den Ball hineinzuspringen, erreichte ihn aber nur mit noch mit der Zehenspitze. Wie aus heiterem Himmel fiel die erneute Führung für die Hessen. Catic hatte steil auf die linke Seite des Löwen-Strafraums gespielt, Christopher Hübner versuchte das Leder noch vor der Tor-Auslinie zu erreichen, Keeper Seibold ging ihm ungestüm entgegen, grätschte ihn um (35.). Auch hier zögerte der Unparteiische keinen Sekunde, zeigte sofort auf den Punkt. Catic lief an, ließ Seibold keine Chance (36.). Die Riesenchance zum Ausgleich hatte Fetsch drei Minuten später. Maximilian Knauer hatte schön über die Innenverteidigung der Wehener geflankt, Fetsch kam am Elfmeterpunkt ans Leder, versuchte Torwart Marinovic mit dem Fuß zu überlupfen. Der Ball landete jedoch auf dem Tornetz (39.). Vielleicht hätte der Stürmer es in dieser Szene besser mit dem Kopf versucht! Einen Knauer-Schuss aus 22 Metern kurz vor der Pause konnte Marinovic erst im Nachfassen vor Fetsch festhalten. Zu diesem Zeitpunkt öffnete der Himmel seine Schleusen, kurz danach pfiff Schiedrichter Münch zur Pause.

Nach einem Eckball von rechts, den Manga mit links vors Tor geflankt hatte, unterlief SVWW-Keeper Marinovic das Leder, aber kein Löwen-Angreifer konnte daraus Kapital schlagen (58.). Drei Minuten später fast die identische Szene. Eckball Manga von rechts, das Leder wurde einige Male mit dem Kopf verlängert, ehe Marinovic auf der Linie mit den Fingerspitzen den Ball über den Querbalken lenkte (61.). In der 64. Minute gab es in halbrechter Position vier Meter vorm Löwen-Strafraum einen Freistoß für die Hessen. Catic lief an, legte aber quer in die Mitte, wo Gajda aus 24 Metern flach abzog, aber Seibold parierte (64.). Nach einer Eckenserie für die Löwen von der rechten Seite war es Mathias Wittek beim dritten Eckball in Folge, der mit seinem Kopfball aus sieben Metern nur die Unterkante der Latte traf (71.). Als alle schon mit einer Niederlage der Löwen rechneten, nahm sich der kurz zuvor eingewechselte Dimitry Imbongo Boele ein Herz, zog mit links aus 26 Metern ab, der Ball schlug über Marinovic an die Unterkante der Latte und von dort zum 2:2 ins Wehener Tor (83.). Drei Minuten später zog Imbongo Boele erneut, diesmal mit rechts, aus 25 Metern ab, Keeper Marinovic konnte den Schuss gerade noch an die Latte lenken (86.). Bis zum Schluss taten die Löwen alles, um den Siegtreffer zu erzielen und wurden in der Nachspielzeit belohnt. Mlapa kam über die linke Seite, schoss aufs lange Eck, Keeper Marinovic konnte den Ball nur nach vorne abwehren, erneut war Imbongo Boele zur Stelle, staubte zum 3:2 ab (90.). Kurz danach war Schluss. Aufgrund der Chancen und Spielanteile ein verdienter Sieg für die Löwen, wenngleich er erst in der Endphase zustande kam.

Trainerstimmen

„Unsere Heimspiele entwickeln sich zu einem Erlebnis", so das Fazit von Löwen-Coach Dieter Märkle nach dem Last-Minute-Sieg über Wehen Wiesbaden II. „Ein Kompliment an die Mannschaft, die bis zum Schluss alles gegeben hat. Der Sieg geht sicherlich in Ordnung, wenn auch der Zeitpunkt glücklich war." Der 47-jährige glaubte selbst lange nicht an einen Erfolg. „Beim Schuss zum 2:2 hatte ich Angst, dass der Ball wie zuvor wieder von der Unterkante der Latte zurück ins Feld springt."

Bei aller Freude über die drei Punkte wollte Märkle nicht den „Mantel des Schweigens" über die ersten 45 Minuten legen. „Da haben wir einige Fehler gemacht, die so nicht passieren dürfen." Besonders die Szene, die zum Foulelfmeter gegen sein Team führte, „lässt einem Trainer die Haare zu Berge stehen", so der Coach. „Es war heute ein Sieg des Glaubens und des Willens. Emotional gibt es kaum Spiele, die ähnlich zu bewerten sind. Im Gegensatz zur Partie gegen Kassel hatten wir diesmal das bessere Ende für uns. Als Trainer würde ich mir wünschen, wenn mir meine Mannschaft eine solche emotionale Achterbahnfahrt ersparen würde."

Gerade die Schlussphase habe gezeigt, dass seine Mannschaft körperlich topfit sei. „Das war sicher nicht leicht, das Spiel auf dem nassen Rasen zu drehen." Besonders freute sich Märkle über die zwei Treffer seines Jokers Dimitry Imbongo Boele. „Er hat seine Chance verdient, auch wenn man ihn manchmal mit dem Lasso einfangen muss."

Thomas Zampach, der Trainer des SV Wehen Wiesbaden II, ärgerte sich über die späten Gegentreffer. „Dass es ein schweres Spiel wird, war klar. Ich habe meine Mannschaft in der Pause auf eine Schlacht in der 2. Halbzeit vorbereitet. Umso unbegreiflicher ist es für mich, dass wir uns in der 83. Minute zum 2:2 auskontern lassen. Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass zwei Tore nicht zum Sieg oder zum Punktgewinn reichen."

1860 München II - SV Wehen Wiesbaden II 3:2 (1:2)

1860 II:
31 Seibold - 20 Strobl, 5 Leist, 28 Wittek, 23 Schwarz - 4 Knauer, 6 Stahl - 22 Lushtaku, 30 Manga - 26 Mlapa, 29 Fetsch.
Ersatz: 33 Eicher (Tor) - 2 Ratei, 3 Bückle, 8 Schindler, 9 Sternisko, 17 Hammann, 18 Imbongo Boele.
SVWW II:
31 Marinovic - 7 Pilger, 4 Schmick, 16 Schramm, 21 Gajda - 3 Albert - 17 Kiraz, 10 Catic - 6 C. Hübner - 13 Saridogan, 12 Szimayer.
Ersatz: 1 Adami (Tor) - 2 Kramke, 11 Celiksoy, 14 Kalisch, 15 Gurok, 20 Rufer.
Wechsel:
Sternisko für Knauer (66.), Imbongo Boele für Fetsch (76.), Hammann für Manga (77.) - Kalisch für Schmick (15.), Gurok für Kiraz (81.), Celiskoy für Schramm (90.).
Tore:
0:1 Szimayer (2.), 1:1 Manga (8., Foulelfmeter), 1:2 Catic (36., Foulelfmeter), 2:2 Imbongo Boele (83.), 3:2 Imbongo Boele (90.).
Gelbe Karten:
Stahl, Sternisko, Imbongo Boele - C. Hübner, Kalisch, Szimayer, Saridogan, Schramm.
Zuschauer:
1.150 im Grünwalder Stadion.
Schiedsrichter:
Thomas Münch (Rielasingen); Assistenten: Philipp Lehmann (Seitingen-Oberflacht), Ronny-André Haag (Rangendingen).
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