lebenslauf

Geburtsdatum: 30.07.1992
Nationalität: Deutsch
Größe: 179
Gewicht: 75
Vereine:

FC Thalhofen, FC Memmingen, TSG Thannhausen

Position: Angriff

»Ich wollte weiter bei 1860 spielen« (Februar 2011)

Für den 18-Jährigen waren die letzten Wochen ziemlich turbulent. Nur wenige Tage nach seiner Unterschrift in Hoffenheim stand er zum ersten Mal in der Startelf, erzielte sein Premierentor und schoss die Löwen damit zum Sieg. Dass Kevin Volland beim Auswärtsspiel der Löwen in Osnabrück zum ersten Mal überhaupt in der Anfangsformation stand, war die vorläufige Krönung einer perfekten Woche. Andererseits kam es keineswegs überraschend. Indirekt hatte es der Cheftrainer der Löwen bereits angekündigt. „Bei Kevin sieht man jeden Tag im Training sein Potential", wiederholt sich Reiner Maurer gerne, „er hört gut zu und setzt die Dinge sehr, sehr gut um." Insofern war es für den Coach im Grunde längst nur eine Frage der Zeit, wann der 18-Jährige seine ersten Einsätze von Beginn an bekommen würde. Dass er sein Startelf-Debüt an der Bremer Brücke darüber hinaus mit seinem ersten Profitor und dem gleichzeitigen Siegtreffer krönte, könnte man in diesem Moment dann als perfektes Drehbuch einer außergewöhnlichen Woche beschreiben. Denn am Anfang dieser dritten Kalenderwoche des Jahres 2011 stand nämlich die Unterschrift unter seinen ersten richtigen Profivertrag - bei der TSG 1899 Hoffenheim.

Gemeinsam mit seinem Berater war Kevin Volland an seinem trainingsfreien Montag nach Baden-Württemberg gefahren, um den Transfer auch formal zum Abschluss zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt waren längst alle Details geklärt, die Weichen für diesen Wechsel waren bereits im Vorfeld gestellt worden, eine Belastungsprobe für den jungen Spieler wurde diese Phase dennoch nicht. Im Gegenteil: „Es hat mir mehr Selbstvertrauen gegeben, als dass es mich irgendwie belastet hat", erzählt die Nummer 31, „es ist doch ein gutes Zeichen, wenn sich ein Erstligist für einen interessiert." Außerdem habe sich die Zeit der persönlichen Entscheidung nicht allzu lange hingezogen, „im Prinzip ging alles innerhalb von ein paar Tagen über die Bühne". Da auch Kevins Vater schon immer in die Beratung des Sohnes involviert ist, und dies natürlich auch bei der Entscheidung für Hoffenheim war, konnte er sich absolut sicher sein, dass er nur das Beste für ihn will. „Wir haben viel darüber geredet, die Verträge durchgeschaut. Ich weiß, dass er mir immer ehrlich seine Meinung sagt und meine sportliche Entwicklung sieht, und nicht vielleicht das Geld. Das gibt mir große Sicherheit." Das Wichtigste an diesem Schritt in die Zukunft war allerdings, dass Kevin Volland trotz der Unterschrift bei 1899 Hoffenheim bis 2015 weiterhin an der Grünwalder Straße Fußball spielen kann. Denn die Transfervereinbarung zwischen den beiden Klubs sieht vor, dass der Offensivspieler sowohl für den Rest dieser Saison als auch für die kommende Spielzeit 2011/2012 an den TSV 1860 ausgeliehen wird. „Das war mein ausdrücklicher Wunsch, ich wollte hier unbedingt noch weiter hier spielen." Umso glücklicher ist er deshalb, dass dies realisiert werden konnte. Nicht nur, weil der Linksfuß somit in seinem gewohnten Umfeld bleiben darf („Hier fühle ich mich wohl"), sondern nicht zuletzt, um sich sportlich optimal weiter entwickeln zu können. Dies sehen auch Reiner Maurer und Hoffenheims Manager Ernst Tanner so. Tanner kennt Kevin noch bestens aus seiner Zeit als Leiter des Löwen-Nachwuchsleistungszentrums, weiß zu gut, wie wichtig es gerade für junge Talente ist, Spielpraxis und Einsatzzeiten zu bekommen. „Wir trauen ihm den Sprung in die Bundesliga absolut zu. In der Zweiten Liga kann er sich aber vorerst optimal weiterentwickeln", so Tanner.

Denn auch der Youngster selbst hält den Sprung in die Erste Liga im Moment noch für verfrüht. „Mit 20 Jahren ist es der richtige Schritt", fügt aber hinzu, „wenn sich die Entwicklung so fortsetzt ..." Kevin Volland hat eine gesunde Einstellung zum Profifußball, weiß, wie schnelllebig die Branche sein kann. Obwohl für den 18-Jährigen im vergangenen Jahr sehr viel passiert ist, hat sich der gebürtige Marktoberdorfer seine Lockerheit auf und nebem dem Platz bewahrt. Die Freude am Fußball strahlt er aus, eine selbstverständliche, natürliche Nähe zu diesem Sport ist bei ihm deutlich spürbar. Kevin Volland und der runde Ball - das gehört wohl einfach zusammen. Dabei wäre bei seiner Biographie der Weg in eine andere Sportart vielleicht sogar der logischere gewesen. Denn Kevins Vater war ebenfalls Profi, allerdings auf dem Eis und mit dem Puck - ein sehr erfolgreicher zudem. Andreas Volland spielte nämlich nicht nur in der Eishockey-Bundesliga, unter anderem für den EC Hedos München und in der DEL für die Adler Kaufbeuren, sondern stand auch im Kader der deutschen Nationalmannschaft. Auch wenn Kevin die „Hauptzeit" seines Vaters „nicht mehr richtig erlebt hat", kann er sich noch gut daran erinnern, dass es „schon immer cool" war, beim Eishockey im Stadion mit dabei zu sein, egal ob dann in der 2. Bundesliga oder zum Karriere- Ende bei der EA Kempten oder dem EV Pfronten. Insofern ist es auch keine Überraschung, dass auch Volland junior zunächst Eishockey beim Altmeister EV Füssen ausprobiert hat. Zwar habe ihm das schon auch Spaß gemacht, aber alleine die Fahrt zum Jugendtraining habe jeweils eine Stunde in Anspruch genommen. Dabei musste er immer gefahren werden, meist war es seine Mama, die diesen Job übernommen hat. Wesentlich attraktiver war dagegen, selbst mit dem Fahrrad zum nahegelegenen Bolzplatz in seiner Heimatstadt Marktoberdorf zu radeln, um in der Freizeit mit den Kumpels zu kicken. Und es sollte sich schnell herausstellen, dass die echte Leidenschaft mehr für den grünen Rasen als für das spiegelglatte Eis schlägt. Zwischen seinem achten und neunten Geburtstag habe er sich dann „grundsätzlich für Fußball entschieden".

Mit dem Vereinsfußball begann er zunächst beim ortsansässigen FC Thalhofen und wechselte dann in der C-Jugend zum FC Memmingen, um sich in der Bayernliga zu behaupten. Nach dem Abstieg der Memminger musste er allerdings nach Thannhausen zur TSG, um weiterhin in der höchsten Spielklasse seiner Altersstufe zu spielen. Um dort zweibis dreimal die Woche zum Training und am Wochenende zu den Spielen zu kommen, waren einfach 82 Kilometer zurückzulegen. „Eine Scheißstrecke", wie Kevin Volland sich nur zu gut erinnert. Der Zeitaufwand war enorm, nicht zuletzt für seine Mutter, die in der Regel die Fahrten erledigte. „Das war für sie nicht immer einfach, weil auch meine Geschwister ihre Termine hatten." Und nicht selten war es dann so, dass seine Schwester Jenny (15) und sein Bruder Robin (16), die mit Handball und Fußball ebenfalls Ballsportarten als Hobby haben, das Nachsehen hatten, „meistens ist unsere Mama dann doch bei meinen Spielen dabei gewesen". Dieses Thema hatte sich spätestens mit dem Wechsel zum TSV 1860 im Jahr 2007 erledigt, wo Kevin Volland im klubeigenen Jugendinternat gewohnt hat. Talentspäher der Löwen hatten den 1,79 Meter großen, dynamischen Spieler längst über Bayernauswahl und Leistungskader auf dem Zettel, für das Talent selbst war es nur der konsequente nächste Schritt auf dem Weg zum großen Ziel, Profi zu werden: „Für mich war immer klar, dass dies mein Traum ist und dass ich dies auch werden will." Die Zeit im Nachwuchsleistungszentrum an der Grünwalder Straße war aus schulischer Sicht zwar anstrengend, denn neben der Realschule in Taufkirchen, die eine Ganztagesschule war, blieben am Abend nach Training und Essen gerade mal noch zwei Stunden für das „Privatleben". Doch auch da stand nicht selten Lernen für Klausuren oder Prüfungen auf dem Programm, wofür tagsüber ansonsten keine Zeit bestand.

Aus sportlicher und vor allem aus kameradschaftlicher Perspektive waren die Jahre im Internat „eine super Zeit. Besonders die ersten zwei Jahre waren schön, wir waren ein super Haufen, haben uns toll verstanden und natürlich auch viel Schmarrn zusammen gemacht", erinnert sich Kevin gern. Eine seiner engsten Freundschaften ist übrigens in dieser Zeit entstanden. Mit Markus Ziereis, der ebenfalls zum 92-er Jahrgang der Löwen gehört und auch in den erweiterten Profikader bei Reiner Maurer berufen wurde, teilt Kevin Volland aktuell nicht nur eine Wohnung, sondern „er ist mein bester Kumpel in München". Seit der ersten Woche bei 1860 haben sie quasi alles gemeinsam gemacht, die Realschule, die U17, die U19, zuletzt die Fachoberschule in der Poccistraße. „Mit ‚Zieri‘ verstehe ich mich am besten, und es war klar, dass wir zusammen ziehen." Nach eigenen Angaben klappt die „Männer-WG" reibungslos, Streit ums Aufräumen gebe es nicht, „jeder macht etwas, das funktioniert schon". Ein spontaner Besuch im Hause Volland/Ziereis wäre also kein Problem, böse Überraschungen sind nicht zu erwarten. Wobei Kevin offen zugibt, dass Markus immer noch Punktsieger beim besseren Aufräumen des Kleiderschrankes ist ...

Viele Pluspunkte hat Kevin Volland dafür in seiner sportlichen Entwicklung sammeln können, die letzten Monate haben den Allgäuer einen ganz großen Schritt in Richtung Profikarriere gebracht. Für Reiner Maurer, der den U19-Nationalspieler schon im Sommer sofort in sein Team integrierte, ist er schon mit 18 ein ganz wichtiger Spieler: „Kevin kann sowohl als hängende oder zweite Spitze als auch offensiv auf der linken Seite spielen und jederzeit für Gefahr sorgen. Außerdem ist er auch taktisch sehr weit", schwärmt der 1860- Cheftrainer. In der Hinrunde waren es insgesamt acht Einsätze in der Zweiten Liga, gleichzeitig durfte er aber auch in der U23 und der U19, wo er ebenfalls noch spielberechtigt ist, ran. Nach der Winterpause bescheinigt ihm sein Trainer, „dass er einen Schub gemacht und dies gleich in die Rückrunde eingebracht hat". Insofern war der Sprung in die Startelf sowohl in Osnabrück als auch zuletzt im Heimspiel gegen den MSV Duisburg in der Tat nur die logische Folge einer konsequenten Entwicklung.

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Torschützenliste

Pl. Name Tore
1 Kevin Volland 14
2 Benjamin Lauth 11
3 Stefan Aigner 11
4 Daniel Bierofka 6
5 Djordje Rakic 5
6 Daniel Halfar 3
7 Guillermo Vallori 2
8 Sandro Kaiser 1
9 Stefan Buck 1
10 Necat Aygün 1
11 Manuel Schäffler 1
12 Kai Bülow 1
13 Dominik Stahl 1
14 Christopher Schindler 1
15 Antonio Rukavina 0
16 Benjamin Schwarz 0
17 Jonatan Kotzke 0
18 Maximilian Nicu 0
19 Gabor Kiraly 0
20 Timo Ochs 0
21 Vitus Eicher 0
22 Dennis Malura 0
23 Collin Benjamin 0
24 Daniel Hofstetter 0
25 Bobby Wood 0
26 Markus Ziereis 0
27 Marcel Kappelmaier 0
28 Sebastian Maier 0
29 Phillipp Steinhart 0
30 Arne Feick 0
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